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Bürger Europas, überlasst die Zukunft nicht den Eliten

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DEMONSTRATION GERMANY
Nigel Treblin / Reuters
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Deutschland ist ein Land im Umbruch. Europa und die Welt verändern sich. Vieles wurde in diesem Rahmen geschrieben, wenig erklärt. Ein fataler Fehler, stehen wir doch an einer epochalen Wende der Weltgeschichte, in welcher der Verlust des Wohlstandes und der Vorherrschaft des Westens drohen, während die "hungrige" Konkurrenz längst darauf wartet, ihren Platz an der vielgerühmten Sonne einzunehmen.

Es gibt zahlreiche Gründe, Ursachen und Konsequenzen für Massenmigration.

  • Die Welt ist im Wandel und in naher Zukunft droht der westlichen Welt der Verlust von Dominanz und Wohlstand
  • Eine Gegenmaßnahme der Politik und Wirtschaft ist, unabhängig von deren Eignung, die Zufuhr von Arbeitskräften aus dem außereuropäischen Raum
  • Bei den aktuellen Zuwanderungswellen handelt es sich daher nicht um eine temporäre Aufnahme aus humanitären Gründen, sondern um eine gewollte Einwanderung auf Dauer
  • Kurz- oder mittelfristig negative Begleiterscheinungen dieser Migrationsbewegungen werden in Kauf genommen, da langfristig von positiven Effekten ausgegangen wird

Das ist die Ausgangslage und auf den ersten Blick mag sie erschütternd wirken, denn zu lange glaubte man in der westlichen Welt diesen "Kampf ums Dasein" abgeschüttelt zu haben und auf eine dauerhafte, dominierende Weiterentwicklung hoffen zu dürfen. Es war ein schöner Traum.

In der Realität ist dies allerdings illusorisch, denn ohne eine aktive Gegenbewegung zu aktuellen Tendenzen, ist der Niedergang der westlichen Welt, der vielfältigen Kultur und der Lebensweise, ein zwangsläufiger.

Um eine derartige Entwicklung verhindern, bedarf es entsprechender Strategien und zu genau diesen ist das Phänomen der Migrationsbewegungen zuzuordnen, die in den letzten Jahren einen neuen Höhepunkt erreicht haben.

Der folgende Beitrag betrachtet daher den Themenkomplex "Massenmigration" in einem größeren Zusammenhang, stellt dabei zwei kritisierbare Thesen auf und versucht diese anschließend zu begründen.

Natürlich kann ein kurzer Beitrag niemals jeden Aspekt in seiner Dringlichkeit erfassen oder gar würdigen. Aus diesem Grund werden viele Bereiche nur angeschnitten, vereinfacht oder aber es erfolgen Querverweise, die den Leser selbst dazu animieren können, tiefer in die Materie einzutauchen. Nun aber zu den Thesen:

1. Bei den aktuellen Zuwanderungswellen handelt es sich nicht um eine temporäre Aufnahme aus humanitären Gründen, sondern um eine gewollte Einwanderung auf Dauer.

2. Kurz- oder mittelfristig negative Begleiterscheinungen dieser Migrationsbewegungen werden in Kauf genommen, da langfristig von positiven Effekten ausgegangen wird.

Dabei soll noch einmal ausdrücklich darauf verwiesen werden, dass es sich lediglich um eine wertungsfreie Analyse handelt, die sich bemüht, ihre Thesen durch entsprechende Verweise zu untermauern. Gleichzeitig begnügt sie sich mit sachlicher Darstellung und überlässt es dem Leser, Schlüsse daraus zu ziehen oder die Prämissen an sich zu verwerfen.

Vorangestellt sei ein vereinfachtes Argumentationsmuster:

Deutschland und Europa altern. Der Nachwuchs fehlt und damit die Fachkräfte und Innovatoren der Zukunft. Die Überalterung führt damit, über einige Ecken, zur Erstarrung, von manchem deutschen Minister auch liebevoll mit dem Verb "degenerieren" umschreiben und damit letztendlich zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit und des Wohlstandes.

Gleichzeitig sind im Besonderen die asiatischen Staaten auf gutem Wege, den Platz des Westens einzunehmen und die Vorherrschaft zu erlangen. Vielleicht nicht direkt am morgigen Tag, aber in nicht so fernen Zukunft.

Angst vor dem Abstieg

Das ist eine der grundlegenden Thesen unserer Zeit. Und weil sie so fundamental und der Glaube an diese so fest verankert ist, wurde auf den Konjunktiv bewusst verzichtet. Doch an dieser Stelle soll nicht der Wahrheitsgehalt diskutiert werden, denn letztendlich zählt nur, dass diese Annahmen als Grundlage für weitreichende strategische Entscheidungen in der westlichen Welt dienen. Eine dieser Entscheidungen betrifft das Phänomen der Migration und damit wären wir bei der aktuellen Situation angekommen: Die Vorbereitung der Migration in den europäischen Raum.

Eigene Schwäche und Konkurrenzdruck. Aus diesen Gründen bemüht sich die Europäische Union darum, ihre eigenen demographischen Probleme durch Zuwanderung von Arbeitsmigranten aus Ländern außerhalb des EU-Raumes zu lösen, um damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

Die Grundlagen dafür hat man bereits Ende des letzten Jahrtausends gelegt (z.B. im Amsterdamer Vertrag, 1999) und anschließend die entsprechenden Strategien immer mehr ausgebildet. Im Übrigen völlig offen. Das "Grünbuch zur Arbeitsmigration" (Europäische Kommission, 2005), es sei als Beispiel für ein Dokument genannt, war für jeden Interessierten einsehbar.

Ebenfalls die Stellungnahmen der Regierungen oder Wirtschaftsverbände zu diesem. Sie sind es noch. Spätestens ab 2005 gab es erste Modellversuche der konkreten Anwerbung (z.B. Zusammenarbeit zwischen Marokko und Spanien, 2006 oder der Eröffnung eines EU-Job-Centers in Mali, 2007/2008), die letztendlich nur durch die Finanzkrise unterbrochen wurden.

Noch kurz vor genannter Krise war die Zahl von benötigten 20 Millionen Arbeitskräften aus Afrika und Asien bis ca. 2027 im Gespräch und ging auch durch die Presse.

Die konkreten Planungen zur Anwerbung von Migranten außerhalb des EU-Raumes und deren ersten Umsetzungsversuche sind daher unstrittig und jederzeit nachprüfbar.

Planung zur Etablierung einer Willkommenskultu

Aber auch im nationalen Rahmen hat sich, weitaus weniger offen erkennbar, vieles getan. Seit einigen Jahren wird intensiv diskutiert, wie eine sogenannte "Willkommenskultur" geschaffen werden und in der Bevölkerung verankert werden kann.

So heißt es beispielsweise im "Abschlussbericht Runder Tisch Aufnahmegesellschaft" (Seite 18, Willkommens- und Ankerkennungskultur, Herausgegeben vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, März 2013):

"[..] Empfohlen wird die Durchführung abgestimmter und einheitlich geführter Kampagnen wirkmächtiger Akteure, beispielsweise zum Thema „Anerkennung von Vielfalt". Kampagnen sollen die Botschaft vermitteln, dass in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft der Zusammenhalt im Interesse jedes einzelnen Mitglieds organisiert und gesichert werden muss. Auch die Aufnahmegesellschaft sollte sich für gelingendes Miteinander verantwortlich fühlen.
Kampagnen sollen: „

• von einem möglichst breiten Bündnis gesellschaftlicher Akteure getragen werden, um die Glaubwürdigkeit zu stärken

• durch eine einheitliche Pressearbeit und durch Medienpartnerschaften ergänzt werden, indem etwa Journalisten von allen beteiligten Kampagnen-Partnern Hintergrundinformationen zur Verfügung gestellt werden„

• Vorteile von Vielfalt darstellen

• durch einheitliche Themenbotschaften begleitet werden, die aktiv in Interviews, Publikationen oder Netzwerken kommuniziert werden [..]"

Betrachtet man nun beide Elemente, so dürfte zumindest ein Kernpunkt der genannten These unstrittig nachweisbar sein: Die bewusste Entscheidung für Zuwanderung aus dem außereuropäischen Raum zwecks Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und die Vorbereitung der Bevölkerung auf die damit verbundenen Veränderungen.

Nun ist es zweifellos so, dass die Planungen der EU eine gewisse Steuerung der Migration vorsahen. Etwas, was im Moment nicht oder kaum zu erkennen ist. Trotzdem erscheint es realitätsfremd und naiv, die aktuellen Ereignisse nicht in Kontinuität zu den Planungen und Umsetzungen der Jahrzehnte zuvor zu betrachten.

Flüchtlingsströme als "günstige Gelegenheit"

Wenn wir daher das Geschehen in Deutschland ab September 2015 betrachten, sollte dies nicht unter der Prämisse der Humanität gestellt, sondern als eine mögliche Umsetzung einer langfristigen Strategie betrachtet werden. Freilich weniger ein abgesprochener Plan, aber sozusagen eine Art "günstige Gelegenheit".

Nicht umsonst spricht die deutsche Bundeskanzlerin intern weniger von Menschlichkeit sondern davon, "dass dies ein außergewöhnlicher historischer Vorgang [war], der mal später auch als historische Tat bewertet würde" (Zitat nach H. Seehofer), während der Bundesfinanzminister sich folgendermaßen in einem Interview äußert: „Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe."

Der deutsche Alleingang

Die Indizien sprechen daher nicht für den humanitären Gedanken, sondern für das Kalkül. Doch ist dieses Kalkül aufgegangen?

Die Migration selbst, sollte europäische Probleme beheben, die Menschen, fast planwirtschaftlich, verteilt und integriert werden. So der ursprüngliche Gedanke. Die plötzliche Öffnung der Grenzen führte allerdings zum Verlust jeder Steuerungsmöglichkeit und folglich haben sich viele europäische Partner, innerhalb kürzester Zeit, von der Linie, die einst Ende der 90er-Jahre begann, verabschiedet.

Natürlich auch unter dem Druck von Wahlentscheidungen oder weil eine derartige Politik niemals ernsthaft angedacht war, aber der Hauptgrund finden sich wohl darin, dass die europäischen Partner vor vollendete Tatsachen gestellt wurden und diesen speziellen Weg der Massenmigration, wie ihn Deutschland letztendlich diktiert hat, nicht akzeptieren werden. Nun haben wir die interessante Situation, dass sich viele EU-Staaten von der deutschen Politik überrumpelt und gegängelt fühlen, während sich die deutschen Verantwortlichen intern darüber beklagen, dass sich die Partner nicht an langfristige Absprachen halten würden.

Damit darf die Gesamtstrategie bereits in Frage gestellt werden und ebenfalls deren Eignung, die Wettbewerbsfähigkeit auf diese Art und Weise erhalten zu können. Ein Urteil sei allerdings dem Leser überlassen. Damit wären wir bei der zweiten These angelangt.

2. Kurz- oder mittelfristig negative Begleiterscheinungen dieser Migrationsbewegungen werden in Kauf genommen, da langfristig von positiven Effekten ausgegangen wird

Grundsätzlich ist der Akt der Zuwanderung eines geeigneten und selektierten Personenkreises ein gangbarer Weg, um eine vermutete demographische Lücke zu schließen. Eine gesteuerte und kontrollierte Migration, die letztendlich eine Einwanderung nach vorher erarbeiteten Kriterien (z.B. Alter, Bildung, Mängel in der Wirtschaft usw..) beinhaltet, war daher in der Vergangenheit häufig durchaus als ein Gewinn für die aufnehmende Gesellschaft zu betrachten.

Dabei zeigen Erfahrungswerte, dass die Integration umso erfolgreicher verläuft, je näher die kulturell-ideologische Verwandtschaft zwischen Einwanderer und aufnehmendem Land sich darstellt (vgl. auch Quellen weiter unten).

Unkontrollierte Masseneinwanderung vs. reglementierte Zuwanderung

Tatsächlich reden wir im Jahr 2016 aber von einer unkontrollierten Masseneinwanderung aus tendenziell unähnlichen Kulturkreisen. Einer behaupteten, "historischen Tat", um dieses Zitat noch einmal aufzugreifen, zumindest aber um ein gigantisches gesellschaftliches Experiment.

Kurzum; der erkannte Menschenbedarf zur Schließung der demographischen Lücke wurde unter dem Deckmantel humanitärer Aspekte eingesteuert und unterlag keinerlei nachvollziehbaren Regularien.

Die Gefahren unkontrollierter Zuwanderung

Aus diesem Grund macht es keinen Sinn, die berühmten Äpfel mit Birnen zu vergleichen und auf die erfolgreiche Integration der Hugenotten, Polen im Ruhrgebiet oder der Spätaussiedler zu verweisen.

Vergleiche sollten vielmehr mit der Integration der Gastarbeiter oder vergleichbarer Bevölkerungsgruppen in anderen europäischen Ländern gezogen werden. Die Empirie aus diesen Ländern, sowie Studien, Umfragen und Untersuchungen zeigen, dass eine nicht-reglementierte Migration kurz- und mittelfristig folgende Konsequenzen nach sich ziehen kann, wenn auch nicht muss:

• Ghettobildung

• Import von Konflikten aus den Herkunftsländern

• Familiennachzug

• Kultur- und Glaubensauseinandersetzungen

• Bildung einer neuen Migranten-Unterschicht

• Benachteiligung von gut-integrierten Menschen mit Migrationshintergrund

• Verdrängungseffekte am unteren Rande des sozialen Spektrums (z.B. Arbeit, Wohnungen)

• Hohes Risiko der Arbeitslosigkeit

• Verdrängungseffekte im kriminellen Milieu

• Belastung des Schul- und Bildungssystems

• Aufsteigen des politischen Extremismus

• Ausbleiben von notwendigen Investitionen in die eigene Infrastruktur

• Verlust von Wettbewerbsfähigkeit auf Grunde falscher Investitionen

• Hohe Belastung der Sozial-, Kranken- und (später) auch der Rentenkassen

Selbstverständlich sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass diese Annahme auf Vergangenheitswerte beruht. Optimistische Prognosen, die eine Vermeidung aller oder vieler der genannten Punkte postulieren können damit nicht widerlegt werden, allerdings gibt es auch kein ausreichendes Datenmaterial, das eine positive Betrachtung stützen würde.
Bezüglich der Quellen, sei an dieser Stelle beispielsweise auf

die Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung zu den Hintergründe des Beschäftigungsgrades muslimischer Einwanderer in Europa
die veröffentlichten Daten des Bundesinnenministeriums
• oder aber die Ergebnisse des Pisa-Vergleichstests
• usw..

verwiesen. All diese Studien können zumindest als Indiz gewertet werden, dass die Integration bereits in der Vergangenheit Mängel aufwies.

Gewinn auf Dauer?

Obwohl die Empirie daher vermuten lässt, dass eine unkontrollierte Einwanderung aus kulturfremden Räumen kurz- und mittelfristig Probleme aufkommen lassen könnte, stellt sich nun die Frage, warum diese trotzdem forciert wird, um die demographische Lücke zu schließen und damit letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit auf allen Ebenen zu erhalten.

Die Antwort ist überraschend simpel: Die Verantwortlichen beurteilen die Nachteile geringer, als die dadurch zu gewinnenden Vorteile.

Eine fast passende Analogie

Doch wollen wir das Ganze etwas tiefer betrachten und dafür eine kleine Reise in die Vergangenheit unternehmen: In der 2. Hälfte des 18. Jahrhundert begann, und das am Anfang noch relativ gemütlich, die industrielle Revolution. Erst langsam dann immer schneller. Fabriken, Maschinen, neue Technologien. Schneller und schneller. Das Leben der Menschen veränderte sich.

Die bisherigen Produktionsmethoden konnten mit der Geschwindigkeit des Neuen nicht mehr mithalten. Wie sollte auch ein kleiner Schneider gegen die neuen Kleiderfabriken bestehen? Innovation! Fortschritt! Gläubigkeit in das, was der Mensch schaffen könnte. Aufbruch. Goldene Epoche? Aber für alle? Nein, denn die breite Masse war erst einmal der Verlierer dieser neuen Welt.

Aus selbstständigen Bauern und Handwerkern wurden Arbeiter, die unter teilweise elenden Bedingungen für ihren kargen Lohn schuften mussten. Vom Markt gedrängt. Untergegangen. Not und Elend. In die Unmündigkeit gezwungen. Generationen ächzten und litten unter dem Fortschritt.

Viele Kämpfe für bessere Arbeitsbedingungen wurden geführt und bis es zur Versöhnung zwischen der neuen Welt und den Menschen kam, sollten viele Jahrzehnte vergehen. Oder vereinfacht gesagt: Die industrielle Revolution hat sich letztendlich auf dem Rücken der Menschen durchgesetzt, die das Pech hatten, sie in ihren Anfangszeiten auf unterer Ebene erleben zu dürfen. Hätte man deswegen auf sie verzichten sollen? Nein, wohl nicht.

Obwohl der ganze Vorgang natürlich extrem, fast peinlich, vereinfachend dargestellt wurde, ist hier eine Analogie zur heutigen Zeit zu sehen:

Notwendige Kollateralschäden?

Viele derjenigen, die politisch in der Verantwortung stehen und deren Berater, legen den Focus nicht auf kurz- oder mittelfristige Probleme, sondern auf eine (angenommene) langfristige Lösung. Daher sind für sie all die oben genannten Punkte, von der Ghettobildung bis vielleicht sogar Terrorakten, lediglich Kollateralschäden, die für das Endprodukt in Kauf genommen werden müssen. Analog zu einem Arbeiter im 19. Jahrhundert, der mit 40 komplett verbraucht war und nicht einmal mehr die Kraft hatte, für seine Rechte auf die Straße zu gehen. Bauernopfer im großen Spiel.

Und genau aus dieser Sicht sollte auch die Massenimmigration betrachtet werden: Mag es auch unruhige Zeiten geben, am Ende soll eine neue Gesellschaft entstehen, die dem Wettbewerb der Zukunft gewachsen ist. Wenn ein Gedanke über 50 oder 100 Jahre geht, interessieren ein schlechter Tag wenig:

Der (vermutete) positive Langzeiteffekt, soll alle (anzunehmenden) kurz- und mittelfristigen Nebenwirkungen auf Dauer überstrahlen.

Denken in Jahrhunderten

Erst, wenn man dieses "Denken in Jahrhunderten" für sich erfasst, versteht man das Weltgeschehen. Die Politik ist, in dieser Hinsicht, eben nicht kurzfristig, humanistisch oder gar gänzlich ohne Steuerung, sondern zielgerichtet und planerisch im großen Zusammenhang.

Vision oder Illusion?

Positiv formuliert, gibt es eine Vision, deren Realisierung so lohnenswert erscheint, dass kurzfristige Kollateralschäden in Kauf genommen werden müssen. Negativ formuliert, handelt es sich um eine Illusion, an der stetig weiterfestgehalten wird, obwohl die Realität sie längst als Täuschung widerlegt hat. Ein Urteil fällt letztendlich die Geschichte.

TTIP als weiteres Beispiel

Schwer nachzuvollziehen? Wenden wir die gleiche Erkenntnis auf ein anderes Beispiel an: TTIP. Für die einen eine Aushöhlung der Demokratie. Für manch Strategen eine Form um den amerikanischen und europäischen Wirtschaftsraum langfristig vor den aufstrebenden Asiaten abzuschotten und für künftige Wirtschaftskriege gewappnet zu sein. Wen interessieren bei einem so großen Ziel, kleinere Nebenaspekte wie z.B. Schiedsgerichte?

Auch wenn das Freihandelsabkommen nur am Rande genannt wurde, gibt es dennoch einen Zusammenhang mit der Massenmigration: Die asiatischen Staaten verfügen über ein gewaltiges Potential an jungen Menschen. Glaubt man z.B. den internationalen Bildungsvergleichstests, sind die Schüler dieser Länder ihren europäischen und amerikanischen Pendants in vielem überlegen und es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis das asiatische Jahrhundert anbrechen und die Vorherrschaft des Westens beenden wird.

Ein Grund mehr, sich möglichst viele junge Menschen ins Land zu holen, um diese noch heranzuziehen, solange man noch die Stärke besitzt? Oder doch nicht? Gäbe es nicht auch andere Wege?

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Jetzt eine langfristige Strategie entwickeln

Das zu beurteilen ist meine Aufgabe nicht. Ziel dieses Beitrages, war es, zweifellos in einer verkürzten Form, aufzuzeigen, welche Beweggründe zur aktuellen Situation geführt haben. Die genannten Quellen sind frei zugängig, viele weitere und vielleicht bessere ebenfalls. Im Land der Sehenden, muss es keine Blinden geben. Eine Wertung soll an dieser Stelle nicht erfolgen. Das sei dem Leser überlassen.

Die Zukunft den Eliten überlassen?

Gleichzeitig sind diese Zeilen aber auch als Aufforderung zum Diskurs und Engagement zu verstehen. Es ist nicht genug, stets rührselig Symptome, einzelne Auswirkungen und Aspekte zu diskutieren. Nein, Deutschland, Europa und die ganze westliche Welt braucht Überlebensstrategien.

Sollte sich der eingeschlagene Weg immer mehr als reine Illusion oder Ideologie erwiesen, bedarf es an bereits entwickelten Alternativen. Woher sonst sollen diese aber kommen, wenn nicht aus den Köpfen und Herzen derjenigen, die all das betrifft: Den Menschen. Verweigern sich diese, so entscheiden am Ende die Eliten.

Andreas Herteux ist ein deutscher Schriftsteller, Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler. Vielfach beachtet wurden seine Ausarbeitung einer neuen philosophischer Richtung, und seine Ausführungen zu politischen Entwicklungen. Von ihm sind unter anderem folgende Werke erschienen:

  • Grundlagen der Weltenphilosphie, Franzius Verlag (20. Juli 2015), ISBN-13: 978-3945509029 Identitätsorientierte
  • Führung einer politischen Marke: In der Theorie und am praktischen Beispiel der Freien Demokratischen Partei (FDP), AV Akademikerverlag (16. November 2013), ISBN-13: 978-3639490480
  • Aus dem Leben eines Teufels: Die Prüfung, Bod; Auflage: 1 (23. Dezember 2015), ISBN-13: 978-3739221014

Mehr über ihn können Sie auf seiner Online- oder seiner Facebook-Präsenz erfahren.

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