Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Dr. Andreas Etges Headshot

Wir dürfen charismatische Demagogen nicht unterschätzen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
TRUMP WITH FANS
Jonathan Ernst / Reuters
Drucken

Donald Trump wird der nächste US-Präsident - und die ganze Welt fragt sich: Was hat er vor? Sicher ist, dass das transatlantische Klima, das ja schon jetzt nicht mehr das Beste ist, in Zukunft noch rauer werden wird - inhaltlich und im Umgangston.

Trump will außerdem Handelsdefizite abbauen. Da wird er sicherlich auch Deutschland in den Blick nehmen. Zudem wird Trump noch weit mehr als seine Vorgänger amerikanische Interessen voranstellen.

Er wird sich nicht an internationalen Umweltabkommen beteiligen, wird größere Verteidigungshaushalte und -anstrengungen von den Verbündeten fordern.

Protestwahlen sind ein globaler Trend

Ob die Brexit-Abstimmung in Großbritannien oder auch der Erfolg der AfD in Deutschland: Protestwahlen sind ein globaler Trend. Das haben wir jetzt auch in den USA gesehen.

Was man angesichts des Wahlsieges der Republikaner nicht vergessen sollte ist, dass Trumps erster großer Sieg bereits die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei war. Schon damals hatte er sich gegen das Establishment durchgesetzt.

HuffPost-Tarif

Europa-Flat, Daten-Flat: Einer der günstigsten Handy-Tarife auf dem Markt

Mit der Spar-Aktion der Huffington Post in Zusammenarbeit mit Chip und Tarifhaus bucht ihr einen Smartphone-Tarif, der preislich kaum zu schlagen ist und eine Vielzahl an Vorteilen bietet.
Mehr Infos findet ihr hier.

Diesen Sieg hat er nun national und gegen Hillary Clinton wiederholt. Mit seinen populistischen Thesen und als "Außenseiter" hat er einer breiten Unzufriedenheit mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in den USA eine (problematische) Stimme gegeben.

Trump hat so auch Teile eines enttäuschten demokratischen Stammwählerpotentials gewonnen und Nichtwähler mobilisiert.

Von links war dies zuvor auch Bernie Sanders gelungen, der Clinton im Vorwahlkampf der Demokraten das Leben schwer gemacht hat. Diese große Unzufriedenheit und Enttäuschung beschränkt sich also nicht auf die Trump-Wähler.

Man sollte charismatische Demagogen nicht unterschätzen

Die US-Wahl zeigt, wie gefährlich es sein kann, einen charismatischen Demagogen wie Trump zu unterschätzen.

Zudem hat Trump auch deshalb den politischen Durchmarsch geschafft, weil die Republikaner mit ihrer Verweigerungs- und Blockadepolitik, mit ihrem lokal und national geschürten Hass auf Obama, seine Krankenversicherungsreform und auf "Washington" generell den Boden für seinen Wahlsieg bereitet haben.

Auch bei uns wächst der Frust über "das politische System" und wachsende soziale Ungleichheit Darauf müssen echte politische Antworten gefunden werden, denn die Anti-Brüssler- und Anti-Europa-Populisten sind nicht nur in Großbritannien erfolgreich.

Diesen Populisten nachzueifern, in der Hoffnung, so die Wähler zurückzugewinnen ist sicherlich genauso falsch wie zu glauben, dass man sich mit kleinen Reformen weiter durchwurschteln kann.

Auch auf HuffPost:

Obama beruhigt: "Egal was passiert, die Sonne wird aufgehen"

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.