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Schönes neues Geld - wie Sie Paypal & Co. finanzieren

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CHRISTMAS SMALL BUSINESS
kemalbas via Getty Images
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„Das neue Geld" - so bezeichnet sich PayPal in seiner aktuellen Kampagne auf seiner Homepage. „Neues Geld macht Spaß" - „Neues Geld schenkt dir Zeit" - „Neues Geld ist einfacher": Die hochtrabenden Versprechen reißen nicht ab.

„Prima, das muss ich haben!", sagen Sie jetzt vielleicht und denken daran, wie einfach der Online-Bezahlvorgang ist: Ein Klick und fertig. Was Bezahldienste wie PayPal, Klarna, Billpay & Co. Ihnen jedoch mit der einen Hand in die Tasche stecken, holen sie mit der anderen wieder heraus. Was ist also dran am „neuen Geld"?

Neues Geld macht mĂ€ĂŸig Spaß

Wenn Sie bei einem Online-Bezahldienstleister aufs Kaufen-Knöpfchen drĂŒcken, ist zunĂ€chst einmal alles superkomfortabel. Bei den meisten Anbietern ist der Kauf ja gebĂŒhrenfrei. Die Abwicklung lĂ€uft schnell und ohne großen Aufwand. Soweit, so gut.

Der VerkĂ€ufer jedoch muss zum Beispiel bei PayPal eine GebĂŒhr bezahlen. Nun sind die Margen - also die Möglichkeiten fĂŒr VerkĂ€ufer, einen Gewinn zu machen - im Onlinehandel gewöhnlich Ă€ußerst gering. Die VerkĂ€ufer haben also nichts zu verschenken. Ihnen bleibt nichts anderes ĂŒbrig, als die GebĂŒhren fĂŒr die Nutzung des Bezahldienstes auf den Kaufpreis aufzuschlagen. Und so bezahlen am Ende - ganz genau - doch wieder Sie.

Der Spaß am digitalen Bezahlen dĂŒrfte VerkĂ€ufern wie KĂ€ufern hier also schon mal vergangen sein ...

Zeit und Nerven adé

Der Spaßfaktor sinkt weiter, wenn Sie mal an den Ernstfall denken. Online-Bezahldienste werden nĂ€mlich ganz schnell anstrengend, wenn Ihnen mal ein Fehler unterlĂ€uft. Ein falscher Betrag, ein falscher EmpfĂ€nger, zu schnell auf den Kaufen-Button geklickt - und herzlichen GlĂŒckwunsch, Sie haben gerade einen Haufen Zeit verloren!

In dem Fall können Sie davon ausgehen, dass Sie die nĂ€chsten Stunden mit umstĂ€ndlicher Fehlersuche in Hilfeforen oder in Warteschleifen verbringen - wenn es ĂŒberhaupt eine deutschsprachige Telefonhotline gibt. Zudem haben etliche Bezahldienste ihren Sitz im Ausland. Was glauben Sie, wie viel Zeit und Nerven es kostet, in Irland oder Belgien Ihr verlorenes Geld einzuklagen?

Wenn Sie mit dem guten „alten Geld" bezahlen - in bar also, per Überweisung oder auch mit der Kreditkarte - können natĂŒrlich ebenso Fehler passieren. Der Unterschied ist, dass Sie die Kontrolle behalten. Falsches RĂŒckgeld? Ja, dann haken Sie eben nach. IrrtĂŒmlich von Ihrem Konto abgebucht? Dann informieren Sie Ihre Bank. Falsche Zahlung veranlasst? Dann stornieren Sie den Vorgang. Eins ist Ihnen dabei immer sicher: ein direkter Ansprechpartner bei Ihrer Hausbank.

Neues Geld ist einfach ... komplizierter

Ähnlich sieht es mit dem Versprechen „Einfachheit" aus. Beim Onlinedienst Klarna können Sie beispielsweise „ganz einfach" Ihren Einkauf in einen Ratenkauf umwandeln - zu horrenden GebĂŒhren natĂŒrlich. Und einen Ratenkaufvertrag mit viel Kleingedrucktem bekommen Sie nachtrĂ€glich auch noch zugeschickt. Klar, beim Offline-Ratenkauf ist das nicht viel anders. Allerdings sind Sie dort nicht so schnell verleitet, auf „Akzeptieren" zu drĂŒcken und einen unbequemen Ratenkauf zu starten, stimmt's? Dort setzen Sie bewusst Ihre Unterschrift unter den Vertrag, nachdem der Finanzberater Sie nach den persönlichen Daten gefragt hat.

Da lobe ich mir doch immer wieder das „olle" Bargeld und die kleinen Plastikkarten im Geldbeutel: Entweder ist Ihr Konto gedeckt und Sie können sich ein Produkt leisten oder eben nicht. Und selbst wenn Sie mit der Kreditkarte ein wenig grĂ¶ĂŸenwahnsinnig umgehen, kommt die Erinnerung prompt einen Monat spĂ€ter. DAS ist einfach!

Auf Ihre Sparsocke und Ihre Geldkarte haben Sie ja auch immer Zugriff. Da kommt kein Dienstleister und verbietet Ihnen, sie unter dem Kopfkissen hervorzuholen. Ganz anders im Internet: Wann und warum ein Bezahldienst Ihnen den Zugriff auf Ihr Konto sperrt, lĂ€sst sich in vielen FĂ€llen kaum nachvollziehen. Und die Hotline hat natĂŒrlich keine Ahnung und kann Sie auch nicht zur Sachbearbeitung durchstellen - Pech gehabt!

Also ich weiß nicht ... DafĂŒr, dass digitales Bezahlen angeblich einfacher ist, ist der Absatz ganz schön lang geworden.

Topmoderne Schönheit

Aus den Werbeversprechen „Spaß", „mehr Zeit" und „einfacher" können also ganz schnell „Frust", „Zeitaufwand" und „kompliziert" werden. Aber das ist noch nicht alles. PayPal und seine Kollegen sind auch Ă€ußerst geschwĂ€tzig. Der Dienst gibt Ihre persönlichen Daten an eine Vielzahl anderer Firmen weiter. Widersprechen hilft nicht - wer das Angebot nutzt, stimmt der Datenweitergabe stillschweigend zu.

Also, das Bargeld macht so etwas nicht mit Ihnen. Und Ihre Bank auch nicht. Die wĂŒrde nach den hiesigen Datenschutzregeln in Teufels KĂŒche kommen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber im Vergleich dazu scheint mir das hochgelobte „neue Geld" eine echte Diva zu sein - nur oberflĂ€chlich schön, kompliziert und zickig. Warum schlagen Sie dieser Exzentrikerin nicht ein Schnippchen? Es geht schließlich ganz leicht - mit ein bisschen praktischem Bargeld im Geldbeutel, einer klassischen Überweisung, der Kreditkarte oder einem traditionellen Bankeinzug. Und wenn Sie gar nicht anders können, nutzen Sie die Bezahldienste der deutschen Banken - dann können Sie wenigstens jemanden am Schlafittchen packen, wenn es Probleme gibt.

Manchmal ist alt eben doch modern, denn das „alte Geld" ist transparent, verlĂ€sslich und einfach - finden Sie nicht auch?

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