Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Andreas Enrico Brell  Headshot

Die Qual der Wahl

Veröffentlicht: Aktualisiert:
VOTE
Nastco via Getty Images
Drucken

Sie stehen vor Ihrem Kühlschrank. Sie überlegen mal wieder, ob Sie Butter oder doch besser Magerquark auf Ihr Brötchen nehmen sollen. In Mikrosekunden sucht Ihr Gehirn nach Begründungen, was für das eine oder das andere spricht, bis Sie schließlich zugreifen.

Ob es banale Entscheidungen oder weitreichende Entschlüsse sind, wir treffen jeden Tag unendlich viele Entscheidungen. Die meisten davon laufen mittlerweile unbewusst ab, weil eine Automatik eingetreten ist. Sie haben eine Angewohnheit entwickelt. Genau so, wie Sie sich auch wieder etwas abgewöhnen können, wenn Sie es nur richtig wollen.

Die REWE Gruppe zum Beispiel hat sich gerade gegen Plastiktüten entschieden. Es gibt dort nur noch Papiertüten, ein halbes Jahr nach einer Sendung über die Plastiktüten in der Welt. Im Ma hat auch der WDR über das Ende der Plastiktüten berichtet.

Das wunderbare an Entscheidungen ist, dass in dem Moment, in dem Sie sich für etwas entscheiden, Sie sich gleichzeitig auch gegen etwas anderes entscheiden. Eine weit verbreitete Form der Entscheidung ist es, nichts zu entscheiden, also nichts zu tun. Nicht wählen ist auch eine Form der Wahl. Viele Menschen treffen tatsächlich täglich diese Art der Nicht-Entscheidung.

Anderen die Schuld für das Ergebnis geben

Ich kann mich an eine Teilnehmerin einer Castingshow erinnern, die alle Zuschauer aufgrund ihrer unglaublichen Stimme bereits im Finale gesehen haben, und offenbar waren alle fest überzeugt, sie würde ganz sicher mehr als genug Stimmen des Publikums bekommen. So haben viele Menschen weniger talentierten Teilnehmern ihre Stimme gegeben.

Oder sie haben nichts getan und gar nicht angerufen, weil sie meinten, „die anderen" würden das schon erledigen. Das Ergebnis war zu erwarten: Die beste Stimme der Sendung kam nicht in die nächste Runde. Diese Menschen hatten an diesem Abend eindeutig die falsche Wahl getroffen!

Warum tun wir so oft nichts, kommen zu keiner Entscheidung? Das ist ganz einfach: Wenn wir nichts tun, wenn wir nicht wählen, hast das einen Riesenvorteil: Dann können wir in aller Seelenruhe anderen die Schuld für das Ergebnis geben.

Das ist die „man"- Gesellschaft, die anonyme Masse, die immer den anderen die Verantwortung für ihr eigenes Versagen und ungewünschte Lebenssituationen geben kann, weil das viel einfacher ist, als sich grade zu machen und zu sagen: Mein Leben ist meine Sache!

Hören Sie auf damit und fangen Sie an, zu entscheiden

Wenn Sie nicht entscheiden können, ob sie die 11 mit Salami oder die 19 mit extra Käse nehmen sollen, wie soll es denn werden, wenn Sie mal etwas wirklich Wichtiges vor sich haben? Etwas Unangenehmes nicht länger zu akzeptieren zum Beispiel, oder die OP machen zu lassen oder eben nicht.

In den USA stellt sich gerade die Frage, welcher der beiden Präsidentschafts-Kandidaten das Land in den nächsten Jahren führen wird. Zum jetzigen Zeitpunkt ist völlig offen, ob dies Hillary Clinton oder Donald Trump sein wird, nur die Prozesse sind immer gleich: Die Gedanken scheinen zu sagen: so wie sich der Trump verhält, wird der nie Präsident, jetzt beleidigt er auch noch die Kanzlerin, die sagt „wir schaffen das".

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Und die Stimme im Ohr sagt „hoffentlich wählen die Wähler - und dann bitte die richtige Person", weil die Ängste mitschwingen, dass durch das Abstürzen von Aktienkursen im Dow Jones die heimische Altersvorsorge mitleidet oder endgültig hin ist. Auch in diesem Fall muss jeder Amerikaner für sich diese wichtige Entscheidung treffen und darf sich nicht „auf die anderen" verlassen.

Denken Sie also ab morgen vielleicht einmal darüber nach, was Sie so alles entscheiden im Laufe eines Tages, einer Woche, eines Lebens - und ob diese Wahlen immer die richtigen waren.

Fangen Sie klein an. Entscheiden Sie sich klar und eindeutig für die Butter. Oder für die Margarine. Auch wenn Sie mit der Wahl von Margarine statt Butter nicht den DAX beeinflussen - Sie fangen damit an, bewusster zu entscheiden und kommen zu einer neuen Entspanntheit in Ihrem Leben. Ob Sie sich dieses Ziel setzen, DAS können Sie gleich jetzt entscheiden.

Und wie immer, vergessen Sie niemals: Wenn Geld Ihr Problem ist, ist Geld nicht Ihr Problem!

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: