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Erzieher sind wie Restmüllcontainer, wir sollen alles schlucken

16/06/2017 10:31 CEST | Aktualisiert 16/06/2017 14:59 CEST
DGLimages via Getty Images

Die Hauswirtschaftskraft ist krank (oder im Urlaub) und so kümmert sich das pädagogische Fachpersonal um die Küche - anstatt um Bildung und Erziehung!

Einige Kollegen melden sich krank und verzweifelt versuchen die Übrigen, die Öffnungszeiten abzudecken und den Betreuungsansprüchen der Eltern oder auch des Trägers gerecht zu werden ... und das fast tagtäglich und irgendwie selbstverständlich!

Wir kennen das alle! Es fehlt Personal und wir versuchen mit allen Mitteln, allen gerecht zu werden! Wir riskieren es, die Aufsichtspflicht zu verletzten, unsere Gesundheit durch Überlastung und Überforderung aufs Spiel zu setzen und verheizen uns durch den Kampf für gesündere Rahmenbedingungen, die eigentlich obligatorisch sind.

Alle fordern bessere Bildung - doch die Realität sieht anders aus

Oder sehen Sie sich in den Schulen die Lehrer an, die in der Küche stehen, um für die Kinder das Essen zuzubereiten, weil sich der Koch krank gemeldet hat, oder die Angestellten der Personalabteilung, die die Straßen säubern, weil die Kollegen des Bauhofs im Urlaub sind?

Können Sie mit ruhigem Gewissen krank sein (beziehungsweise entspannt gesund werden), wenn Sie wissen, dass der Träger Ihre Kollegen durch etwa Verringerung der Kinderzahlen und/oder Reduzierung der Öffnungszeiten entlastet?

Mehr zum Thema: "Wir arbeiten Vollzeit und können trotzdem nicht davon leben" - Appell einer Erzieherin

Lassen Eltern ihre kranken Kinder zu Hause, weil sie wissen, dass der Träger unmissverständlich hinter dem Schutz der Gesundheit steht, oder müssen Sie diese Vorfälle zum tausendsten Mal in Elterngesprächen und an Elternabenden ausfechten?

Wie groß ist die Diskrepanz zwischen der steten Forderung nach Bildung und Erziehung und dem Resultat gemäß der realen Rahmenbedingungen?

Wer ist bei den Kindern, wenn wir dokumentieren oder Vorbereitungszeit haben ... die Praktikantin?

Ich sehe tagtäglich, wie Erzieher leiden

Nehmen uns die Träger in solchen Situationen in Schutz, übernehmen Verantwortung und investieren in bessere Rahmenbedingungen?

Oder reicht dazu leider das Geld nicht, da in der Verwaltung das neue Microsoft-Office 2017 eingerichtet wird, unbefahrene Straßen saniert und an Konferenzen und Sitzung teure Getränke und exquisite Häppchen zu Tische getragen werden?

Vielleicht besucht auch der Geschäftsführer gerade eine zweitägige Fortbildung in der Schweiz zum Thema Resilienz, für schlappe 4.500 Euro.

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Ja ich bin etwas plakativ. Aber mir liegt die Revolution dieses Berufstandes sehr am Herzen, da ich tagtäglich sehe, wie Erzieher und Erzieherinnen unter diesen Voraussetzungen leiden.

Wann hören wir endlich auf damit, immer alles "möglich" zu machen, allem "gerecht" zu werden, alles "auszuhalten"?

Wir dürfen nicht mehr alles "schlucken"

Entweder investieren die Träger mehr Verantwortungsbewusstsein, Zeit und Geld in die Verbesserung der elementarpädagogischen Bildung und Erziehung oder wir passen selbst unsere Möglichkeiten an die minderwertigen Rahmenbedingungen der Träger an!

Was das bedeutet?

Mehr zum Thema: Erzieherin klagt an: Ich erlebe jeden Tag, wie wenig Kinder in diesem Land wert sind

Nun, wenn Träger nicht verantwortungsvoll, wertschätzend und respektvoll mit uns zusammenarbeiten möchten, dann setzen wir die Grenzen, die in solchen Zeiten von Nöten sind!

Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann indem wir nicht mehr alles "schlucken"!

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