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Marathon oder kein Marathon? - Das ist keine Frage!

02/02/2016 17:15 CET | Aktualisiert 02/02/2017 11:12 CET
Juanmonino via Getty Images

Nicht ganz, für Micha Klotzbier stellt sich diese Frage durchaus. In seinem Blog und auf Spiegel online lässt der 35-Jährige seine Leser daran teilhaben, wie er vom 160-Kilogramm-Schwergewicht zu einem schlanken und fitten Marathon-Läufer wird. Jüngst stellte er sich die Frage, ob er die Teilnahme am Berlin-Marathon dieses Jahr im September wagen soll.

Für mich persönlich ist das keine Frage: Marathon, ja oder nein? Selbstverständlich sollten Läufer den Marathon anpeilen! Für jeden, der diese Distanz geschafft hat, ist das der ultimative Kick. Von Endorphinen beseelt durchs Brandenburger Tor laufen. Bejubelt von tausenden Zuschauern.

42,195 Kilometer sind eine echt starke Leistung - ganz unabhängig von der Geschwindigkeit, in der ich die Strecke zurücklege. Das schafft niemand mal eben so oder nebenbei. Da ist „Dabei sein ist alles" nicht nur eine hohle Floskel, sondern ein Prinzip. Der Traum, sich einmal zu überwinden und selbst Finisher zu sein, motiviert obendrein zu Höchstleistungen.

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Sei ehrgeizig!

Am Anfang steht das ambitionierte Ziel. Alles, was man aus dem Stand und ohne Anstrengung erreicht, hat es in meinen Augen sowieso nicht verdient, „Ziel" genannt zu werden. Sie sollen vor Freude in die Luft springen, wenn Sie es erreicht haben. Auf dieses Glücksgefühl müssen Sie verzichten, wenn Ihre größte Anstrengung darin besteht, sich morgens aus dem Bett zu wälzen.

Da bleibt nur der schale Geschmack von „Ach ja, das schafft man mit links." Klar übertreibe ich ein bisschen. Aber seien Sie mal ehrlich. Welche Vorsätze haben Sie in der letzten Zeit gefasst, die Sie wirklich fordern? Und? Ist ihr Ziel so hoch gesteckt, dass Sie es mit einem guten Plan gerade noch erreichen können? Müssen Sie wirklich daran arbeiten? Oder schlurfen Sie lieber im Alltag vor sich hin und nehmen einfach nur mit, was so vorbeikommt?

Wenn Sie Begeisterung wollen, dann erfüllen Sie sich einen Traum, für den es sich zu kämpfen lohnt. Ein Marathon ist definitiv eine Vision; mit Disziplin, Fleiß und einem ausgefuchsten Trainingsplan auf jeden Fall zu meistern, auch wenn es nicht leicht wird. Mehr Lebensfreude, Kondition und ein gestärktes Immunsystem gibt's sogar gratis on Top.

Die Zeit bis zum Marathon kann jedoch ganz schön lang werden. Wer gesund ins Ziel stürmen möchte, braucht mindestens ein Jahr konsequenter Vorbereitung. Informieren Sie sich, welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, damit Sie es schaffen und die Medaille in Empfang nehmen können.

Im Fall des Marathons natürlich: Dauerlaufen, Tempotraining, Athletiktraining, Lauftechnik und so weiter. Machen Sie es konkret. Bis wann wollen Sie wo sein? Wie wollen Sie das erreichen? Visualisieren Sie zwischendurch immer wieder Ihren Erfolg. Das hält bei Laune. Die Vorstellung vom Zieleinlauf spornt so enorm an, dass Sie gar nicht anders können, als die drei bis vier nötigen Trainingseinheiten pro Woche durchzuziehen.

Bleib realistisch!

Ich muss allerdings einräumen: Es ist gut, bei aller Träumerei, auf dem Teppich zu bleiben. Sie haben nämlich auch nichts davon, wenn Sie einem Luftschloss hinterherhecheln. Dieser Schuss geht schnell nach hinten los. Der Wunsch, sich in acht Monaten vom Nicht-Läufer zum Marathon-Athleten zu mausern, führt fix zum Ende einer Shakespeare-Tragödie.

Zumindest wird das sehr wahrscheinlich in Frust und womöglich in ernsthaften Verletzungen oder in der Notaufnahme enden. Schnell überfordert sich der übermotivierte Enthusiast, erschöpft oder verletzt sich. Dann liegt der Traum vom Marathon erstmal für unbestimmte Zeit auf Eis. Wer wirklich über 42 Kilometer schaffen möchte, sollte sich viel Zeit fürs Training nehmen. Und die Sache vor allem schlau angehen.

Sie haben noch keinen guten Vorsatz fürs neue Jahr? Oder sind Sie kurz davor ihn wieder über Bord zu werfen oder ins dunkle Verlies der Vergessenheit zu sperren? Dann machen Sie sich selbst zu Ihres Schicksals Schmied - nehmen Sie Ihr Leben in die Hand: Statt „Ich möchte 2016 fitter werden und regelmäßig laufen" sagen Sie sich: „Ich nehme in 21 Wochen am 10-km-Lauf in xy teil" oder „Ich trainiere die nächsten 14 Wochen für meine persönliche Bestzeit beim Fünf-Kilometer-Lauf in xy".

Erstellen Sie sich einen detaillierten Trainingsplan, der Ihnen sagt, wann Sie wie lange in welchem Tempo laufen und wie viele Gehpausen Sie zu Beginn einplanen. Oder besser noch, lassen Sie sich von einem Trainer einen Plan auf Ihren Leib schneidern. Das sind spezifische, messbare und realistische Ziele. Natürlich muss jeder für sich entscheiden, ob das attraktiv genug ist, um dranzubleiben.

Wenn es der Marathon sein soll, gratuliere ich Ihnen. Eine gute Entscheidung. Suchen Sie sich einen aus, den Sie immer schon laufen wollten - Köln, Berlin oder sogar New York. Am besten eine Veranstaltung mit ausreichend Vorbereitungszeit, im Herbst 2016 oder auch im Frühjahr 2017. Damit die Zeit bis dahin nicht zu lang wird, planen Sie Etappenziele ein. Sehen Sie den Zehnkilometer-Lauf oder Halbmarathon als Meilensteine auf ihrem Weg zur Volldistanz und sammeln Sie bei den kleinen Volksläufen Erfahrungen, die Sie Ihrem großen Traum näher bringen.

Ich laufe meinen nächsten Marathon am 02.10.2016 in Köln. Sehen wir uns im Startblock? Ich würde mich freuen.

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