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"Fremdheit ist keine Eigenschaft, sondern eine Konstruktion"

04/02/2016 12:20 CET | Aktualisiert 04/02/2017 11:12 CET
SAKIS MITROLIDIS via Getty Images

In Zeiten von globaler Mobilität, Migration und Vernetzung sind Begegnungen und auch Konfrontationen mit dem Anderen, dem Fremden, alltägliche Praxis und Normalität. So wird Fremdheit angesichts von zunehmendem Pluralismus und Multikulturalismus zur „Grunderfahrung des Lebens in der postmodernen Gesellschaft" (Rommelspacher 2002, 11).

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Das, was früher - meist auf Grundlage nationalstaatlicher Territorien - im Außen verortet wurde, findet sich immer mehr im Inneren der Gesellschaft und im „Kern des Eigenen" (Waldenfels 1997a, 17). Hierdurch werden Vorstellungen von vermeintlich eindeutigen Grenzen zwischen Eigenem und Fremden, die zueinander in binärer Opposition stehen, nachhaltig verstört.

Vor diesem Hintergrund geraten jedoch auch bisherige Ansichten von Fremdheit als „natürlicher" Gegebenheit, die auf eben jener vermeintlich eindeutigen Abgrenzung bzw. Trennung zwischen Eigenem und Fremdem basieren, ins Wanken.

Dies ist Ausgangspunkt meiner Reflexionen über die Konstruktion von Fremdheit: Ich möchte auf den Konstruktionscharakter von Fremdheit fokussieren und den Blick auf die wechselseitige Verflechtung von Eigenem und Fremdem sowie auf die konstitutive Bedeutung des Fremden für das Eigene richten.

Wir brauchen ein neues Verständnis von Fremdheit


Denn aus meiner Sicht bedarf es angesichts der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse und der damit einhergehenden Herausforderungen eines veränderten Verständnisses von Fremdheit:

Ein Verständnis von Fremdheit, das diese nicht als „natürliche" Eigenschaft eines Anderen, einer anderen Person, Gruppe oder Kultur, versteht, sondern als eine Konstruktion von Beobachtern, die im Rahmen kultureller, historischer und sozialer Kontexte, Bedeutungszusammenhänge und Machtverhältnisse verhandelt wird.

Für ein solches Verständnis von Fremdheit möchte ich den Weg ebnen, indem ich zunächst einige ausgewählte theoretische Perspektiven im Hinblick auf das in ihnen implizit enthaltene und das teilweise auch explizit formulierte Verständnis von Fremdheit betrachte und einige Aspekte herausgreife, die aus meiner Sicht relevant für ein Verständnis von Fremdheit als Konstruktion sein können.

Exemplarisch beziehe ich mich an dieser Stelle auf die Cultural Studies, die phänomenologische Perspektive von Bernhard Waldenfels, den Existenzialismus Jean-Paul Sartres sowie die Perspektive von Giorgio Agamben.

[...]

Auf dieser Basis werden anschließend von mir Dimensionen benannt, in denen die Re-/De-/ Konstruktionen von Fremdheit erfolgen, zirkulieren und wirken.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem neuen Buch von Dr. Andrea Wilden "Reflexionen zur Konstruktion von Fremdheit (Epubli 2015)":

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ISBN: 9783737566551

epubli-Verlag

Preis: 10,50 €

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden sich im Buch "Die Konstruktion von Fremdheit" (Waxmann 2013):

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ISBN 978-3-8309-2851-5

Waxmann-Verlag

Preis 34,90 €

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