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Von Schubladen, Suppentöpfen ... und dem Leben

17/06/2017 08:50 CEST | Aktualisiert 17/06/2017 08:50 CEST

Das, was man heute so elegant als Spiritualität bezeichnet, ist seit Jahrzehnten Teil meines Lebens. Es ist so selbstverständlich, dass ich darüber weder spreche noch großartig nachdenke. Es ist. Es ist auch integraler Bestandteil meiner literarischen und meiner intellektuellen Arbeit. Und sie ist organisch-natürlicher Bestandteil meines Lebens - vom Anbeginn an, übrigens.

Um dies klarer zu machen, wie einfach, wie selbstverständlich es, ein paar Gedanken dazu.

Spiritualität als Zeitgeisterscheinung?

Ich erwähne es, weil die sogenannte Spiritualität mittlerweile auch in der Masse Einzug hält. Sie wird in ihrer ungeheuren Vielfalt - es gibt ja nichts, was es nicht gibt - als etwas Besonderes hervor gestrichen. Was die Systemischen Aufstellungen der 2000er Jahre waren, sind heute Yogakurse in einer ungeahnten Vielfalt, die einen nie gekannten Boom erleben. Es gibt kein Yoga, das es nicht gibt ... und die zweite Gruppe sind die Empathen, die Hochsensiblen, die momentan im Zentrum der Aufmerksamkeit der Branche stehen. Ob es denen, die tatsächlich hochsensibel sind und nicht nur sich dafür halten, tatsächlich dient? Indigokinder, Kristallkinder, Merkaba, Blume des Lebens, Blaupausen unseres Seins ... alles spirituelle Schlagworte der vergangenen Jahre. Und es gibt viel, viel mehr. Alleine mir fehlt der Platz dafür.

Die Sozialen Medien sind voll von spirituellen Zitaten, so voll, dass ich mittlerweile das Gefühl wie von zu viel Sachertorte habe. Jede/r, der etwas auf sich hält, gibt mit diesen Gedanken an und zeigt so ... hallo - auch ich habe ein wenig von der Welle abbekommen, ich bin Teil des Zeitgeistes.

Ich frage mal ganz dezent:

Lebt Ihr die klugen Gedanken auch? Was wollt Ihr mir mitgeben und zeigen, wenn Ihr das postet? Ich will damit keiner/m zu nahe treten. Ich frage nur ... so ganz dezent.

Gleich ob KünstlerInnen - die können das offenbar sehr ungeniert machen, da man dieser Gruppe sowieso mehr - an was? - zubilligt als beispielsweise jemanden in der Politik und der Wirtschaft, oder ob so manche/r Intellektuelle - die machen es versteckt, wegen der Behauptung, Geist und Spiritualität vertragen einander nicht (was für ein Unsinn - schlag nach bei Einstein, Plank, Aristoteles, etc. pp.) - es ist hipp und schick, zu räuchern, zu pendeln, sich astrologisch beraten zu lassen, zur Kartenlegerin zu gehen, Yogakurse zu besuchen.

Reiki und Bachblüten sind im Moment weniger in (wegen Scientology und so); Gurus sind auch nicht mehr so schick (die wollen oft mehr als nur Spirituelles). Coaches sind ein Auslaufmodell. Es gibt schlichtweg zu viele davon und man kennt sich nicht mehr aus, wer was macht und wie seriös das Angebot ist. Gleiches gilt für Berater aller Art. Wer gerade keinen Job hat und hochqualifiziert ist, macht in Beratung ... aller Art.

Auch in der Spiritualität und der oft in einem Atemzug genannten Esoterik - die Grenzen in diesen zahlreichen Grenzbereichen sind schwimmend - gibt es so etwas wie einen Schweinebauchzyklus. Wem das neu ist, einfach googeln.

Ja - Spiritualität ist mittlerweile zu einem Zeitgeistphänomen verkommen. Nein - ich behaupte nicht, etwas Besseres zu sein. Nein, ich behaupte nicht, es besser zu wissen als die Masse der EsologInnen und der TransformationtouristInnen, also jene, die sich aus Lust am anderen, am neuen ein bisschen mit etwas beschäftigen und meinen, nach zwei Kursen sind sie bereits MeisterInnen und können sich in die Beratung werfen. Sie vergessen dabei, dass sie mit ihrem Rat in das Leben anderer Menschen, die noch ratloser als sind, eingreifen und damit ein hohes Maß an Verantwortung haben. Die wird nämlich in den meisten Kursen weder thematisiert noch mitgegeben.

Und nein - gehöre auch nicht zu den mit diesem Amalgam in einem Atemzug genannten VerschwörungstheoretikerInnen, die die Spiritualität zur Welterklärung nutzen und hinter jedem Anschlag eine false flag sehen (bitte wieder gegebenenfalls googeln). Dazu habe ich einfach viel zu viel in der realen Welt von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfahren, eine breite intellektuelle Ausbildung und dazu bin ich nach wie vor zu sehr in diesen Bereichen gedanklich verankert. Dazu schätze ich mein intellektuelles Fundament zu sehr. Es hilft mir in der kritischen Auseinandersetzung mit dem, was man versucht, an mich heranzutragen und es gibt mir mein Unterscheidungsvermögen, ein Instrument von unschätzbarem Wert in diesem "spirituellen Kraut-und-Rüben-Laden".

Ich frage schlicht: Warum wird etwas wie Spiritualität so derart in den Vordergrund gestellt, was seit Anbeginn des Menschseins organisch-natürlich zum Menschsein gehört?

Muss man sich für Spiritualität schämen?

Ich frage schlicht: Warum geben viele noch immer verschwurbelten Antworten, wenn sie danach gefragt werden, ob sie an etwas über ihnen glauben? Alleine die Bezeichnung „über ihnen" ist schon absurd, denn es gibt kein „über ihnen", höchstens ein „in ihnen". Doch da wird es schon kompliziert. Und das lässt im Boulevard nicht verkaufen. Denken ist nicht so angesagt ... könnte mühsam sein ... also weiter "über ihnen" ... weiter außerhalb vom Menschen ... weiter in der Trennung ... weiter außerhalb vom Leben ... ist ja so bequem. Willkommen beim Büro des Transformationstourismus. Womit kann ich Ihnen dienen? Wir haben alles und bieten nichts ...

Gemeinhin wird über Spiritualität, die oft mit der viel gescholtenen und abfällig bezeichneten Esoterik vermischt wird, verschämt gesprochen, wenn überhaupt. Warum? Wohl weil es sich um etwas zutiefst Selbstverständliches handelt, über das man nur schwer sprechen kann. Wenn man darüber spricht, dann verliert es seinen Zauber, seine Magie.

Und Spiritualität hat viel mit Zauber und Magie zutun. Nein, nicht mit Hexerei und Harry Potter. Es geht um jene Welten, die sich unseren fünf Sinnen entziehen und die mit dem Verstand nicht erklärbar sind, ja oft mit Worten, die ja dem Verstand entspringen, nicht umschreibbar sind und die sich auch dem sechsten Sinn oft entziehen.

Und doch - sie existieren - anders, als sich viele das vorstellen - anders, als vielen bekannt.

Wenn ich etwas nicht kenne und nicht umschreiben kann, dann existiert es nicht. Das ist ein altbekannter Zusammenhang. Ich frage: ist dieser Zusammenhang zwingend oder ist er nur für mich gegeben?

Diese Frage ist aus meiner Sicht eine Schlüsselfrage, denn sie bestimmt das menschliche Sein und das menschliche Zusammenleben ganz entscheidend.

Sie ist vielleicht noch wichtiger als die Frage nach dem Sinn des menschlichen Seins.

Spiritualität war immer, ist eine der Grundlagen des menschlichen Seins und wird auch immer diese Grundlage bleiben.

Warum also so viele spirituelle Angebote boomen, liegt auch darin begründet, dass sich eine Menge Menschen offenbar nach dem Sinn ihres Daseins fragen und sich auf die Suche begeben haben, weil die Antworten im außen und aus dem außen als unzulänglich und unbefriedigend empfunden werden. Es gab immer Menschen, die auf dieser Suche waren. Seit einigen Jahren sind es ein paar mehr, weil sich die Rahmenbedingungen verändert haben und nun dieser Suchprozess schlicht begünstigt ist. Erklärungen gibt es dafür viele. Das Internet bietet dafür zahlreiche Quellen, die kritisch betrachtet, einiges liefern, jedoch auch nicht den großen Wurf, den es offenbar nicht gibt. Es ist eine Kunst, eine Erklärbarkeitslücke als solche stehen zu lassen.

Die Esologenfalle

Wie immer, wenn sich Marktlücken auftun, dann gibt es auch in der Esologie (=der Mischmaschbereich aus allem Bekannten an esoterischen Angebot; der Jahrmarkt an spirituellen Eitelkeiten und Besonderheiten) Geschäftstüchtige. Und derer gibt es zahlreiche.

Ich finde diese Entwicklung ganz natürlich im Sinne der Marktgesetze und des menschlichen Seins, denn seit einigen Jahren dreht sich die scheinbar bestens bekannte Welt von oben nach unten und von unten nach ob. Nichts ist fix. Alles ist möglich. Die Unsicherheit ist daher drastisch angestiegen und die Orientierungslosigkeit in einer konsumüberfütterten, stark nach außen orientierten, materialistisch geprägten Welt ebenfalls. Das alt Bekannte fällt mehr und mehr in sich zusammen. Das Neue ist noch nicht da. Wir leben in einer Art "Spalte", in einer Leere.

Also - auf zur Suche nach Alternativen. Irgendwo muss es sie doch geben ... und hier kommen die diversen Esologen ins Spiel. Sie sind begnadete WelterklärerInnen, die auf alles und jedes eine Antwort haben ... und sei sie noch so absurd. Solange die Münze klingt, passt es und darf es sein.

Das Kollektiv verhält sich wie die Einbrennsuppe im großen Topf, wenn man ihn schwungvoll vom Herd nimmt und sich gleichzeitig die Finger am heißen Topf verbrennt. Sie schwappt herum, gelegentlich auch über und pendelt von einem Extrem ins andere - ein Ausdruck dafür, dass es noch mehr geben muss, als man im außen wahrnehmen kann. In unserem Fall - außerhalb des Suppentopfes unseres Seins.

In vielen spirituellen Gedankenwelten ist dies eine natürliche Entwicklung - die Sinnsuche (nicht der Vergleich mit dem Suppentopf).

Der Mensch muss beide Pole erfahren, um sich entscheiden zu können, zu wählen und zu gestalten. Viele machen es umgekehrt. Sie wollen gestalten - im außen. Und sie haben keine Ahnung von den Polen und allem, was dieser Erkenntnis folgt. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die Menschheit ist seit Jahrhunderten vom äußeren Schein bestimmt und getrieben.

Ich will hier ausdrücklich nicht schreiben, dass nur das Innere zählt. Auch das ist ein Extrem, eben jenes Extrem und jene Illusion, der so viele Esologen seit einiger Zeit gnadenlos aufsitzen und messiashaft verbreiten. Nein, es ist nicht nur der vielzitierte Herzensweg. Nein, es ist nicht ausschließlich die verwaschen darstellbare innere Stimme, die zählt. Das wäre ja viel zu einfach. Es ist wieder "nur" einer der Pole, die es zu erfahren gilt. Und da ihn viele noch nicht oder nur unzulänglich erfahren haben, findet zur Zeit der "Herzensstimmenerfahrungsboom" statt. Bitte nicht stehen bleiben. Auf geht's. Weiter geht's.

Ja, um das eine zu verlassen, muss man das andere kennen. Um Entscheidungen treffen zu können, muss man mindestens zwei Möglichkeiten kennen, sie erfahren und dann wählen. So läuft es, oft unbewusst, doch so läuft es. Alternativlosigkeit ist für die meisten von uns unbefriedigend und lässt einen schalen Nachgeschmack zurück.

Worum geht es?

Es geht schlich darum, das Leben und auch das, was man als „die Welt" bezeichnet, als Ganzes zu begreifen. Und da wird es spannend, weil vieles mit bekannten Instrumenten nicht erklärbar. Ja - es ist sogar so, dass viele der über Jahre bestens bewährten spirituellen Instrumente nicht mehr taugen. Nun wird es doppelt spannend. Was kommt denn dann?

Zuerst ein paar Fakten, die wissenschaftlich erwiesen sind und denen man durchaus vertrauen darf.

Es geht vorerst darum, zu erkennen, dass wir zu ca. 90 % aus unserem Unterbewusstsein heraus veranlasst denken, sprechen und handeln. Dieses Unterbewusstsein wird zu ebenfalls ca. 90 % bis etwa zum siebenten Lebensjahr geprägt. Ergänzend - unser Unterbewusstsein wird über Bilder, über Gerüche und Geräusche mehrheitlich gesteuert. Wir denken pro Tag etwa 60.000 Gedanken. Wir nehmen maximal 5 % dessen wahr, was sich für unsere Sinne und für unsere Gehirnleistung enthüllt. Das menschliche Gehirn nimmt die Welt, so wir sie uns vorstellen, nicht wahr. Vielmehr ist es ein Fantasiebild, das genau durch das, was wir bis zum siebten Lebensjahr uns einprägen, ergänzt wird. Das Gehirn bemüht sich redlich, ein möglichst schlüssiges Modell unserer oft sehr kleinen Welt einer Guckkastenbühne zu liefern. Was nicht passt, wird von ihm - wie von Zauberhand passend gemacht. Das Gehirn ist also ein begnadeter Lückenfüller. Zudem rechnet es wie ein Weltmeister - auch ohne unser bewusstes Zutun im vorauseilenden Gehorsam aus, was denn für jede/n in der Zukunft zu erwarten ist.

Es ist also, ohne in die Neurowissenschaften abzugleiten und kompliziert zu werden, eine Kombination aus vielem, das unsere Wahrnehmung prägt. Den Großteil davon können wir im Moment gar nicht mit dem Verstand erklären. Es würde unseren Verstand auch schlicht überfordern. Kopfschmerzen wären nur eine Folge davon. Ver-rückt zu werden eine andere.

Das sind nur Eckdaten, zur Orientierung.

So frage ich: Wie klein ist da im Vergleich der Verstand, das sogenannte gesicherte Wissen? Wie klein ist da der Ausschnitt dessen, was wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen? Vorschlag: innehalte und auf sich wirken lassen.

Es geht also - nach dieser Lesepause - darum, zu erkennen, dass es viel mehr gibt, als das, was vor unserer Nasenspitze und unserer Haustüre sich ereignet, was Platz in den Medien findet und worüber „man" spricht.

Wissen und Gewissheit

Um eines klar zu stellen - die folgenden Zeilen sind ein Plädoyer für Offenheit, die unter die touristische Oberflächlichkeit esologischen Wissens geht.

Beschäftigt man sich ernsthaft mit Spiritualität, dann ist das eine lebenslange Angelegenheit. Man ist nie fertig. Man entwickelt seine Instrumente laufend weiter, denn sie haben keinen Ewigkeitsanspruch an Gültigkeit. Das merken gerade jene, die seit vielen Jahren ernsthaft spirituell arbeiten. Die alten Instrumente sind vor allem in den vergangenen zwei Jahren stumpf geworden. Dieser Prozess ging schleichend, bis man feststellen konnte - es passt nicht mehr. Und es gab und gibt keine Schuldigen. Es passte einfach nicht mehr. Die Instrumente sind nur so gut wie es das Umfeld zulässt. Das hatte sich gravierend verändert. Man konnte es an der immer stärker werdenden Wirkungslosigkeit des Alten erkennen. Wer also nicht weiterentwickelt hatte, der verblieb - wo? In einer Leere. Es ist diese Phase der Leere, die es mit neuen, veränderten Instrumenten zu befüllen gilt. Nix mehr mit runterbeten von Bekanntem. Nix mehr mit copy and paste von Bücherwissen, Seminaren, Kursen etc. pp.

Es gibt also auch bei bereits spirituell lebenden Menschen schlicht keinen Abschluss im Sinne von - ab sofort lebt man in der problemfreien Zone. Das ist menschliches Wunschdenken. Darf natürlich sein. Ist jedoch Unsinn und geht an der Lage völlig vorbei. Noch besser: dann hört Menschsein auf, denn Menschsein bedeutet schlicht Erfahrungen machen und sich weiter zu entwickeln und auszuweiten. Ob diese als gut oder schlecht, schön oder hässlich bewertet wird, ist eine andere Sache. Erfahrungen sind schlicht Erfahrungen.

Spirituell ist die Art und Weise, wie man auf Erfahrungen reagiert. Und da wird es spannend, denn hier geht es um die konkrete Anwendung dessen, was Frau/Mann in dem überbordenden Angebot an Kursen, Seminaren, Workshops, Retreats, YouTubevideos und Büchern lernen kann. Und da trennen sich wiederum Spreu und Weizen.

Nun wird klar, dass sich die Instrumente auch laufend verändern und anpassen MÜSSEN. Leben ist Veränderung. Der Mensch verändert sich laufend. Das Umfeld, in dem er lebt, verändert sich laufend. Alles steht miteinander in einer vielschichtigen Kommunikation, in Austausch - und daher in Beeinflussung. Das lässt sich nicht nur quantentheoretisch belegen. Der Alltag gibt Tausende Beispiele dafür. Machen Sie doch ein Experiment und testen sie meine Behauptung. Da gibt es ausnahmsweise einmal eine Gelinggarantie.

Daher ist laufend Veränderung und Weiterentwicklung angesagt. Das ist gar nicht anders möglich, weil ansonsten keine Gestaltung und keine Ausweitung mehr möglich sind und man hinter der Lage herumstolpert, unkritisch und unbewusst ist. Autopilot ist nicht im Spirituellen. Ja - es ist sogar ein No-Go.

Der Anteil jener, die sich für spirituell halten, ist mittlerweile gewaltig. Der Anteil jener, die Spiritualität tatsächlich leben und sie als integralen Teil ihres Lebens betrachten, der ist verschwindend gering.

Nein - ich will nicht schreiben, dass der zweite Teil der gute, der schöne, der besser Teil ist. Darum geht es nicht. Ich will schreiben, dass es schlicht nichts Besonderes ist, Spiritualität als integralen Bestandteil des Lebens zu leben.

Wer die Besonderheit der Spiritualität hervorstreicht, lebt gegen diese. Er trennt weiter. Er vertieft die Trennung von Spiritualität und Alltagsleben. Nein - Leben spielt sich nicht in den tollen Veranstaltungen ab. Das ist die Ausnahme. Leben spielt sich im Alltag ab.

Die Schlüsselfrage lautet doch: Wie verbindet man Spirituelles mit dem Lebensalltag, sodass es ein natürlicher Teil desselben ist?

Die Antwort ist ziemlich einfach, vielleicht fast banal: Spiritualität ist der Lebensalltag. Es sind die zahllosen kleinen Tätigkeiten, die Selbstverständlichkeiten, die es zu erkennen gilt und bewusst zu tun gilt. Es ist die Selbstbeobachtung und das Weg vom Autopilot. Es ist die vielzitierte Achtsamkeit. Und es ist vieles mehr.

Das magische Wort, so es so etwas überhaupt gibt, vielleicht besser als „Anker oder Schlüssel" zu bezeichnen, also der Zutrittscode lautet „Bewusstsein".

Zutrittscode gefunden ...

Das bewusste Sein, also das Beisichsein, das Zentriertsein, das Insichsein - alles Begriffe für ein und dasselbe, ist der Zutrittscode.

Dafür gehen Menschen in die diversen Veranstaltungen. Um endlich wieder bei sich zu sein, bei sich anzukommen, sich zu finden, sich selbst zu erkennen und sich ihrer selbst gewahr zu sein. Ein Großteil hat sich im außen verloren, ja schlicht verloren. Das musste sein, denn das Außen ist der eine Pole. Der Weg nach Innen ist der andere Pol.

Bewusstsein spielt sich jedoch ausschließlich im Innen ab. So geht es immer von innen nach außen. Das ist eine ewige Bewegung.

Nun geht es darum, nicht, ausdrücklich nicht im Innen zu verbleiben, sondern innen und außen balanciert zu verbinden, zu integrieren.

Die hohe Kunst, die Kunst des Lebens, ist, innen und außen zu verbinden und zu integrieren, d.h. auf eine höhere Ebene zu heben - jenseits von esologischen Schubladen, jenseits von OM, jenseits, von all dem esoterische Geklingel - schlicht Leben. Darüber kann man sich gerne weitere Gedanken machen und auch immer wieder ausprobieren.

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