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Veränderungzeiten - Verlangen nach einem veränderten Bewusstsein

09/11/2015 09:56 CET | Aktualisiert 09/11/2016 11:12 CET
thinkstock

Kaum einer mag es noch hören, dass wir in einer Veränderungszeit, in bewegten Zeiten leben. Es klingt schon wie „... und täglich grüßt das Murmeltier". Nun kann man auch sagen - ach, das war doch schon immer so. Vielleicht lohnt ein etwas genauerer Blick auf das, was sich zurzeit zeigt.

Warum tun sich viele von mit dem Verstehen der aktuellen Lage so schwer? Warum gibt es eine so starke Polarisierung? Warum werden politische FührerInnen von ihresgleichen als FrühstücksdirektorInnen, als Handlanger eines sterbenden Systems bezeichnet, der Handlungsunfähigkeit, der Taktiererei und der Unfähigkeit geziehen? Warum schwappt Ende 2015 alles mit einer derartigen Wucht über uns zusammen und gibt uns das Gefühl eines Tsunami?

Wird ein kaputtes System zu Tode repariert - im schönen Schein einer vorgeblichen Alternativlosigkeit? Wo sind die Angebote und Alternativen? Ist alles zu einer Diktatur der Neoliberalen und ihrer Epigonen verkommen? Leben wir in einer Apokalypse? In welcher Parallelwelt leben wir? Wie viele

Parallelwelten gibt es?

Fragen über Fragen, jedoch kaum Antworten, die weiterhelfen. Gleichwohl - Fragen sind der erste Schritt in die Veränderung, sind sie doch Ausdruck von Bewusstsein.

Wo stehen wir?

Seit einigen Jahren - die zeitliche Festlegung ist ziemlich willkürlich und auch nicht wirklich erheblich - haben sich - sehr allgemein und nicht neu - die Bedingungen im Leben geändert. Sie äußern sich in einer wahrgenommenen Beschleunigung von Entwicklungen, in einer deutlichen und nachhaltigen Erhöhung von Komplexität in den Kombinationen und Ergebnissen und im Phänomen der Globalisierung, das sich in einer erhöhten Verbundenheit zeigt.

Alles andere ist unverändert; das ist die gute Nachricht. Die veränderten Bedingungen im Leben sind in ihrem Zusammenspiel und den daraus resultierenden Verschränkungen, Abschwächungen und Aufschaukelungen ein durchaus explosives Gemisch, wie sich täglich zeigt; das ist die Nachricht zur Veränderung und zeigt ganz gut, wo wir stehen.

Kann es unter großem Druck überhaupt Alternativen geben?

Ist der Druck besonders groß und vielfältig und die scheinbare Sicherheit der letzten Jahrzehnte bricht mal lauter, mal leiser weg, dann haben Geschichtenerzähler ihre beste Zeit. Immerhin - sie füttern den Verstand und bringen die Gefühle mit einer täglichen Dosis in ein Durcheinander. Gurus, Egoschmeichler, Jasager, Wegducker haben Hochkonjunktur. Und wenn gar nichts hilft, dann gibt es sicherlich eine passende App.

Die esoterische Trickkiste mit elektronischer Verbrämung ist bekanntermaßen vielfältig. Die Fluchtmöglichkeiten sind nahezu unendlich. Und dann ist eine Ausfahrtsstraße das digitale Burn-out vom vielen ins Smartphone hineinklicken. Dieses Bild, das ohne Anspruch auf Vollständigkeit ist, begleitet uns seit Monaten. Was sich pointiert und vielleicht etwas übertrieben liest, soll sensibilisieren, jede Antwort auch zu hinterfragen - ohne sie zu zerreden und als Alibi fürs Nichthandeln herzunehmen.

Was ist zu tun?

Es geht darum, sich seiner selbst und dem, was einen umgibt, bewusst zu werden. Dabei ist jeder Einzelne, jeder eigenverantwortlich Agierende, gefragt, seinen Verstand zu überschreiten und ins Bewusstsein zu kommen. Bewusstsein ist schlicht, das was wir sind - jeder einzelne. Es ist das, was unsere Existenz ermöglich. Hier wird es für viele schon eng, denn Eigenverantwortung verursacht Muskelkater und es gibt niemanden, auf den „man" sich ausreden kann.

Eine bewusste, freiwillige Änderung in der inneren Haltung zu jenen Themen, die einen täglich beschäftigen, ist der wesentliche erste Schritt in die Bewegung. Ferner ist es in komplexen Lagen ein probates Mittel, einfache Zugänge zu wählen. Anderenfalls ist das Chaos vor programmiert. Ferner zahlt sich Ehrlichkeit aus. Die ist nicht immer angenehm, jedoch hilfreich, denn es wurde viel zu lange vorgegaukelt und gezockt und herumgedoktort. Auch das Zugeständnis, dass es im Moment keine Lösung gibt, man jedoch in kleinen Schritten versucht, etwas zu bewegen, gehört zur Ehrlichkeit.

Wo dürfen wir mit Veränderung ansetzen?

Es geht - sehr vereinfacht - um die Harmonisierung der drei Ebenen der Gedanken, der Worte und der Taten. Hinter allem stecken eine Form von Schwingung und Frequenz. Je höher man es schafft, zu schwingen, umso eher ist man bereit sich zu verändern und in Bewegung zu gelangen. Das braucht Übung, die jedenfalls lohnt. Es geht dabei nicht um richtig oder falsch, sondern um eine Herzensentscheidung, die aus der Erkenntnis heraus getroffen wird. Der dafür bestgeeignete Zeitpunkt ist jetzt, nicht morgen und auch nicht übermorgen.

Gibt es dafür eine Gebrauchsanleitung?

Nein - wir haben zurzeit keine Gebrauchsanleitung. Wir dürfen aufhören, auf Scheinsicherheit zu pochen und in ein ehrliches Spiel eintauchen. ... Denn Goethe meinte schon sehr treffend - Es ist nicht genug zu wissen - man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen - man muss auch tun.

Das Eintauchen bedeutet, dass man ausprobiert und den königlichen Weg der Erkenntnis geht. Dabei gibt es keinen Anspruch auf richtig oder falsch. Es passt für den Einzelnen in der jetzigen Situation - oder aber es passt nicht und man lernt aus der Erfahrung macht es nächstes Mal anders. Zu warten, dass es für einen getan wird, ist die bewusste und unbewusste Delegation von Eigenverantwortung. Dies ist jedoch nicht mehr möglich.

Ja - dann, und was kommt dann?

Dann geschieht Bewegung, dann öffnen sich ungeahnte Türen und Möglichkeiten. Dann ist Veränderung ein natürlicher und kein erzwungener Bestandteil unseres Seins. Jeder hat es in der Hand, wenn er begreift, wie das Spiel von Veränderung funktioniert. ... man muss es auch tun. Erst dann wird man wissen, wie es für einen funktioniert. Vorher hat man bestenfalls Vorurteile, jedoch keine Erfahrungen und vor allem keine Erkenntnisse. Machen Sie sich auf - auf diesen Königsweg der Erkenntnis - in die Bewegung und die selbstgeschaffene Veränderung.

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