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Lieber Rewe, mit dieser Aktion habt ihr mich als Kunden endgültig verloren

Veröffentlicht: Aktualisiert:
REWE
Fabrizio Bensch / Reuters
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Lieber Rewe,

ihr hattet schon wirklich gute Ideen, um die Umwelt zu schützen. Zum Beispiel habt ihr euch zum Ziel gesetzt, eure Klimabilanz massiv zu verbessern, ihr habt Plastiktüten aus Eurem Sortiment verbannt und Ihr unterstützt den Nabu mit großzügigen Spenden. Das machte Euch sympathisch. Ich habe gerne bei Euch eingekauft. Bis jetzt.

Denn nun bietet Ihr ein Produkt an, das mich wirklich zweifeln lässt, ob Ihr das mit dem Umweltschutz ernst meint. Weinflaschen mit Plastikbecher!

Was zur Hölle soll das?

Meint ihr, der Durchschnittskäufer will seinen Wein nicht zuhause aus dem Glas trinken, weil er zu faul zum Spülen ist? Meint ihr, Eure Kunden finden es umweltschonender und noch dazu ungemein stilvoll, ihren Wein unterwegs aus einem Plastik-Becher zu trinken? Meint ihr, Eure Kunden wollen Wein auf dem Beifahrersitz trinken, um den Becher dann gleich auf die Autobahn zu schmeißen?

Ich habe noch eine Frage an Euch: Wisst ihr eigentlich, was Plastik weltweit anrichtet?

Nicht nur besteht es zu großen Teilen aus Öl, das die Umwelt schädigt. Nein, Plastik verschmutzt auch unsere Meere massiv. In den Bäuchen von Fischen finden Forscher regelmäßig Plastikreste.

Aber wem erzähl ich das. Auch ihr lest ja Nachrichten.

Schon in der Vergangenheit hattet ihr seltsame Ideen

Und wenn ich mich jetzt noch einmal genauer in Euren Märkten umschaue, überrascht mich euer Angebot auch gar nicht mehr. Schließlich habt ihr schon in der Vergangenheit mit anderen Produkten eure "Umweltfreundlichkeit" bewiesen, die mich nachdenklich gemacht haben.

Mit euren Bio-Gurken in Plastikfolie zum Beispiel. Enorm praktisch, weil die Gurke an sich ja noch keine eigene Verpackung hat. Das wäre wohl zu viel von der Natur verlangt.

Besser gleich drei Tütchen als eine Flasche Dressing kaufen

Die gerupften Salatblätter in der Plastiktüte sind ebenfalls eine sehr gute Idee. Man stelle sich nur vor, man müsste sich extra einen Salatkopf kaufen und die Blätter selbst abreißen.

Über Eure aufwendig verpackten Salatblättern kann man sich dann das Mini-Dressing aus der Plastiktüte gießen. Sicherheitshalber sollte man lieber gleich zwei oder drei Tütchen kaufen, weil so wenig drinnen ist.

Die Liste ließe sich fortsetzen. Aber ich habe meine Entscheidung schon getroffen. Ich will in einem Supermarkt einkaufen, der es ernst meint mit dem Umweltschutz.

Das tut ihr offensichtlich nicht. Damit habt ihr mich als Kunden verloren.

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Werdet zum Umwelthelfer

Keine Frage: Das Umweltbewusstsein in unserem Land hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch gewandelt. Viele fragen sich allerdings: Wie kann ich wirklich effektiv helfen?

Das ist gar nicht schwer. Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org stellt die Huffington Post Projekte vor, die jeder von Euch unterstützen kann.

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. zum Beispiel setzt sich mit einem Projekt in Kenia für den Schutz und die Aufzucht von Elefantenbabys ein.

Denn noch immer werden ausgewachsene Elefanten wegen ihrer kostbaren Stoßzähne gejagt und getötet. Zurück bleiben verstörte Jungtiere, die auf sich allein gestellt sind und nicht überleben würden.

Die Elefantenbabys benötigen teure tierärztliche Versorgung und Verpflegung über mehrere Jahre, um schließlich wieder in die Wildnis entlassen werden zu können. Nach ihrem Aufenthalt im Waisenhaus sind die ausgewachsenen Tiere in der Lage, sich in bestehende Elefantenherden zu integrieren.

Unterstütze jetzt die Aktionsgemeinschaft Artenschutz bei ihrer Arbeit im Waisenhaus für Elefantenbabys auf betterplace.org.

Willst auch Du Spenden für Dein soziales gemeinnütziges Projekt sammeln? Dann registriere Dich und Dein Projekt jetzt auf betterplace.org.

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