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Woran sich meine Tochter erinnern soll, wenn sie später an mich zurückdenkt

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Erinnert ihr euch?

Erinnert ihr euch daran, wie eure Mutter war, als ihr Kind wart? Ich schon.

kind

Ich erinnere mich an sie, wie sie mich jeden einzelnen Abend ins Bett brachte und mir einen Gute-Nacht-Kuss gab.

Ich erinnere mich an sie, wie sie mir bei den Hausaufgaben half.

Ich erinnere mich an sie, wie sie mit mir weinte, als mein Herz gebrochen wurde.

Ich erinnere mich an sie, wie sie mit mir lachte, wenn wir etwas zu feiern hatten.

Ich erinnere mich an sie, wie sie ein kühles Tuch auf meine Stirn legte, wenn ich krank war.

Ich erinnere mich an sie, wie sie immer an meiner Seite war.

Doch vor allem erinnere ich mich an SIE.

Wir können ganz schön hart sein uns selbst gegenüber, findet ihr nicht auch?

Wir fragen uns, ob wir genug tun, genug helfen, genug malen und basteln, genug aufräumen, genug Mama sind.

Wir zweifeln an uns selbst, oder?

Sind wir gut genug als Mamas? Machen wir unseren Job zufriedenstellend? Verpassen unsere Kinder etwas? Müssen unsere Kinder zu viel leisten? Ist das Haus sauber genug? Ist der Abwasch gemacht? Haben wir uns schon Gedanken über den nächsten Urlaub gemacht? Die Liste geht noch weiter.

mutter tochter

Warum tun wir uns selbst das an?

Woran werden sich unsere Kinder erinnern?

Ich hoffe, dass sich meine Tochter, wenn sie zurückblickt, an den Mensch erinnert, der ich war. Ich hoffe, sie denkt mit einem Lächeln an die Erinnerungen, die wir zusammen aufgebaut haben. Ich wünsche mir, dass sie sich an die wertvollen, alltäglichen Momente zurückerinnert, die unsere Beziehung besonders gemacht haben.

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Am Ende des Tages machen die "Dinge" nicht den Unterschied. Ich will nicht, dass sich meine Tochter an diese "Dinge" erinnert - ich will, dass sie sich an mich erinnert. Mein Herz, meine Seele und die Liebe, die ich für sie empfinde. Das ist das, woran sie sich erinnern soll.

Wenn sie sich an ihre Kindheit zurückerinnert, wird sie nicht an den Wäscheberg auf dem Sofa denken, sondern nur daran, wie sie es liebte, sich lachend hineinzuwerfen. Sie wird sich nicht daran erinnern, dass das Spülbecken voll mit schmutzigem Geschirr war, sondern an die gemeinsamen Abendessen mit ihrer Familie.

Sie wird sich nicht daran erinnern, ob Sallys Mutter selbstgemachte, glutenfreie, Bio-Cupcakes mitbrachte und ihre eigene Mutter eine Tüte mit Cookies aus dem Laden. Sie wird sich daran erinnern, dass ich da war, um sie abzuholen und ihr zuzuhören, als sie detailliert über ihren Tag berichtete.

Warum tun wir uns das an? Uns selbst fertig zu machen? Uns zwingen zu wollen, die perfekte Pinterest-Mama zu sein?

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Es ist doch so: Niemand von uns ist perfekt - und ganz ehrlich, würden wir das überhaupt sein wollen? All die Unordnung und das Chaos? So ist Mamasein eben. So ist es eben, eine Familie zu haben. Es geht um die Erinnerungen mit unseren Kindern, an die sie zurückdenken werden.
Unsere Kinder lieben uns. Bedingungslos.

Sie lieben uns, wenn wir Großes vollbringen, aber sie lieben uns genauso, wenn wir es mal nicht so großartig sind. Es ist ihnen egal, ob wir erschöpft und zerzaust aussehen. Sie sehen zu uns hoch und sagen "Ich sehe genauso aus wie du, Mama." Das. Daran werden sie sich erinnern.

Wenn ihr euch also das nächste Mal dafür fertig macht, weil ihr dieses "Ding" auf eurer Liste nicht geschafft habt, zählt die Umarmungen, die Küsse, die Momente und die zahllosen Male "Ich hab dich lieb".

Das ist die Liste, an die wir uns immer erinnern sollten. Weil das die Liste ist, an die sich unsere Kinder erinnern werden.

Dieser Blog erschien ursprünglich in der Huffington Post Kanada und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt.

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(ame)