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Was ich allen erschöpften Müttern sagen möchte

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MOTHER
Getty Images
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Ich verstehe dich. An den meisten Tagen geht es mir nämlich ganz genauso wie dir.

Ich bete, dass die Kleinen wenigstens bis 6:00 Uhr morgens durchschlafen. Vormittags um 11:00 Uhr habe ich bereits meine dritte Tasse Kaffee in der Hand. Um 19:00 Uhr wäre ich eigentlich reif fürs Bett, doch sobald die Kinder schlafen gegangen sind, muss ich mich erst einmal um all die Dinge kümmern, die ich tagsüber nicht erledigen konnte.

Mutter zu sein ist anstrengend

Es ist sogar extrem anstrengend. Wir machen uns Tag und Nacht Sorgen um sie, und dabei ist es völlig egal, ob sie nun 8 Tage oder 18 Jahre alt sind.

Wir rennen ihnen hinterher.

Wir wollen gar niemandem mehr erzählen, wie oft am Tag wir 'Nein' sagen müssen.

Wir machen die Wäsche. Und immer noch mehr Wäsche. Und sobald wir den Wäscheberg beseitigt haben, bekommt plötzlich eines von ihnen die Magen-Darm-Grippe.

Wir sind ihre Chauffeurinnen.

Wir schlichten Geschwisterstreitigkeiten.

Wir sind ihre Chefköchinnen und ihre Chef-Tellerwäscherinnen.

Geht es dir auch so, dass du bereits beim Lesen dieser Zeilen müde wirst? Sorry, aber ich muss jetzt mal ein kleines Nickerchen machen.

An manchen Tagen kommt uns alles furchtbar eintönig vor

Während meiner Schwangerschaft habe ich permanent recherchiert: Welches Kinderbett ist das beste? Wie oft am Tag soll mein Kind essen? Doch niemand hat mir gesagt, dass es klüger gewesen wäre, mich in dieser Zeit einfach nur auszuruhen.

Seit dieser Woche schläft mein Kind endlich durch. Er ist jetzt 14 Monate alt. Das Absurde daran ist jedoch, dass ich nach wie vor mindestens einmal pro Nacht aufstehe, um nach ihm zu sehen.

Irgendwie ironisch, oder? An manchen Tagen kommt uns alles so unglaublich eintönig vor. Ich weiß, wovon ich spreche, denn es ging mir erst letzte Woche so.

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Vergangenen Donnerstag spürte ich, dass eine Migräne auf mich zurollte. Ich versuchte alles, um sie aufzuhalten. Doch am Freitagmorgen traf sie mich mit voller Wucht. Die schlimmste Migräne seit zehn Jahren.

Mir wurde schon übel, wenn ich nur versuchte, aufrecht dazusitzen. Ich konnte nicht einmal einen Schluck Wasser in mir behalten. Ich musste meinen Mann anrufen und ihn bitten, von der Arbeit nach Hause zu kommen, weil es mir so schlecht ging. Das hatte ich noch nie getan.

Ich hatte die Kerze von beiden Seiten abgebrannt

Es war schrecklich. Ich hatte die Kerze von beiden Seiten abgebrannt, denn ich war abends immer lange aufgeblieben und morgens wieder früh aufgestanden. Ich hatte versucht, alles hinzubekommen: Ich wollte meinen Vollzeitjob zuhause erledigen, die Wäsche machen und dann auch noch Feinschmecker-Menüs zubereiten. Das rächte sich jetzt bitter und nun bekam ich die Quittung.

Als mein Mann nach Hause kam, legte ich mich sofort ins Bett. Dort blieb ich dann bis zum Mittag des nächsten Tages. Ich wechselte dazwischen bei unserem Einjährigen nicht eine einzige Windel.

Ich stand nachts nicht einmal auf. Ich badete ihn nicht. Gott sei Dank kümmerte sich mein wundervoller Ehemann um all diese Dinge, während ich "weg" war. Mein Mann arbeitet ohnehin sehr hart und er übernimmt zudem noch ziemlich viele Aufgaben im Haus. Doch letzte Woche musste er auch noch meinen Anteil erledigen.

Während meiner "kleinen Auszeit" ist mir so einiges klargeworden. Und zwar Dinge, die mein Mann und meine Mutter mir schon seit Monaten sagen.

Ich kann nicht immer alles schaffen. Und das erwartet auch gar keiner von mir (außer mir selbst).

Wenn ich mich nicht richtig um mich selbst kümmere, kann ich mich auch nicht um meine Lieben kümmern, die mich dringend brauchen.

Es ist vollkommen in Ordnung "Nein" zu sagen

Es ist vollkommen in Ordnung "Nein" zu sagen. Ganz egal ob es darum geht, das Abendessen zu kochen, die Wäsche zusammenzulegen, abends auszugehen oder mich ehrenamtlich zu betätigen.

Ich darf selbst dann um Hilfe bitten, wenn ich nicht gerade schwanger bin oder mich von einer Schwangerschaft erhole.

Wir Mütter fühlen uns aus irgendeinem Grund immer wie Verliererinnen, wenn wir es nicht jeden einzelnen Tag schaffen, Superwoman zu sein.

Wir Mamas machen uns selbst unglaublich viele Schuldgefühle, die überhaupt nicht nötig wären.

Das, was wir tun, reicht vollkommen aus

Wir verausgaben uns, indem wir wie die Hühner völlig kopflos herumrennen und versuchen, alles unter einen Hut zu bringen, anstatt einfach mal eine Sache ordentlich zu erledigen.

Wir müssen uns bewusst machen, dass das, was wir tun, bereits vollkommen ausreicht.

Unsere Kinder haben kein Problem damit, wenn sie ab und zu etwas von McDonald's zum Abendessen bekommen (höchstwahrscheinlich freuen sie sich sogar darüber).

Unseren Männern ist es egal, dass sie nach Hause kommen und einen (oder mehrere) Haufen noch nicht zusammengelegter Wäsche vorfinden.

Sie sind froh, dass sie uns haben. Sie bekommen etwas zu essen, sie werden geliebt und sie haben uns... eine erschöpfte Mami, die ihr Bestes gibt und die sie über alles in der Welt liebt.

Ruh dich ein bisschen aus, liebe Mami. Du hast es verdient.

Dieser Post erschien ursprünglich auf dem Familien-Lifestyle-Blog Loving Living Lancaster und bei der Huffington Post USA. Er wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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(ame)