BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Allie Braun Headshot

Die rastlose Generation: Warum wir einfach nicht sesshaft werden wollen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
HAPPY PEOPLE TRAVELING
gradyreese via Getty Images
Drucken

Wir sind eine verrückte Generation. Wir selbst wissen das, die älteren Generationen nennen uns verrückt und die jüngeren versuchen wahrscheinlich, noch etwas verrückter zu sein.

Und vielleicht wird jede kommende Generation dasselbe über sich selbst denken oder sogar eines Tages von einem von uns als verrückt bezeichnet werden - aber darum soll es hier nicht gehen.

Worüber ich hier sprechen will, ist die Tatsache, dass wir eine der ersten Generationen sind, die versteht, dass "sesshaft werden" nicht das Einzige - und nicht unbedingt das Beste - ist, das man mit seinem Leben anstellen kann.

Alle haben uns nämlich gesagt, dass wir nicht sesshaft werden sollen. Wir wurden ermutigt, nach den Sternen zu greifen und dann eine Rakete zu bauen, um dorthin zu gelangen. Uns wurde gesagt, dass die Schwachen sich mit einem guten, sicheren Leben zufrieden geben, statt nach einem rundum glücklichen zu streben.

Wir sehen nur Einschränkungen

Uns wurde gesagt, immer nach dem Besten zu suchen und etwas nur dann zu akzeptieren, wenn wir wissen, dass es das Beste für uns ist. Die ältere Generation hat uns das gelehrt - und jetzt nennen sie uns verrückt, weil wir diese Dinge glauben.

Mehr zum Thema: 4 Dinge, die die Generation Z von der Generation Y lernen kann

Wir erforschen. Wir reisen. Wir treffen neue Menschen. Wir bilden Familien mit Menschen, mit denen wir nicht verwandt sind. Wir blicken auf die weiß umzäunten Häuser, in denen wir sesshaft werden sollen, und sehen darin nur Einschränkungen.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

Sich niederlassen, das bedeutet für uns nur, mit einem mittelmäßigen Leben zufrieden zu sein.

Es gibt doch noch eine ganze Welt zu entdecken. Imperien müssen geschaffen werden. Träume müssen erreicht werden. Es gibt noch Orte, die man bereisen, Menschen, die man noch treffen, Erinnerungen, die man noch erschaffen muss.

Und ein Haus in der Vorstadt zu kaufen, würde dem nur im Weg stehen. Wir wissen nämlich, dass wir kein Haus brauchen, um zuhause zu sein. Für uns sind Erfahrungen und Verbindungen wertvoller als materielle Investitionen wie große Häuser.

Wir dürfen nicht an einem Ort bleiben

Das heißt nicht, dass wir nicht irgendwann heiraten und Familien gründen. Es heißt bloß, dass sie nicht so aussehen werden wie die, in denen wir aufgewachsen sind.

Wir bekommen Kinder, reisen mit ihnen. Wir heiraten, wen wir mögen und schauen uns dann gemeinsam die Welt an. Wir arbeiten in den Berufen, die wir uns aussuchen und entscheiden, wo. Wir schaffen immer noch Leben, es sieht nur anders aus als bisher gewohnt.

Wir sind der Ansicht, dass wir das Leben nicht nur an einem Ort verbringen dürfen. Wir leben heute in einer so globalisierten Welt. Wir reisen so weit wir können und so lange wir können und dann erwägen wir vielleicht, irgendwo zu bleiben.

Mehr zum Thema: 5 Dinge, die ich bei Männern falsch gemacht habe - macht nicht dieselben Fehler

Vielleicht macht uns das zu einer verrückten Generation. Vielleicht macht uns das unbeständig. Oder vielleicht heißt es nur, dass wir versuchen, jeden kleinsten Tropfen aus diesem Leben auszuquetschen, das uns gegeben wurde. Und dass wir alles so machen, wie wir es wollen.

Vielleicht verstehen wir einfach, dass Veränderung nichts Schlechtes ist und dass das Leben mit uns und ohne uns vergeht. Die Dinge verändern sich die ganze Zeit, wieso sollten also nicht wir anfangen, sie zu verändern?

Der Beitrag erschien zuerst bei unwritten.com und wurde von Franziska Kiefl aus dem Englischen übersetzt.

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.

(lk)