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10 Maßnahmen zur Rettung der so wichtigen Bienen

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BIENE
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Albert Einstein prĂ€gte den folgenden Satz: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine BestĂ€ubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr."

Ich weiß nicht, ob der Mensch tatsĂ€chlich nur noch vier Jahre nach der Ausrottung der Biene zu leben hĂ€tte, Vermutlich wĂ€re die Wissenschaft und die Gesellschaft so weit, dass wir dann im Labor gezĂŒchtete und gentechnisch manipulierte Lebensmittel nicht mehr kategorisch ablehnen wĂŒrden.

TatsĂ€chlich ist das Bienensterben alarmierend, und der Mensch sucht jetzt schon nach Möglichkeiten, dem Super-GAU fĂŒr die Menschheit entgegenzuwirken. Denn stirbt die Biene, stirbt der Mensch!

So wird beispielsweise in China erforscht, ob der Mensch die so wichtige BestĂ€ubung von Pflanzen durch Bienen selbst ĂŒbernehmen kann. Ergebnis: Er kann es nicht. Zumindest nicht in der EffektivitĂ€t und Perfektion der Nektarsammler.

Wie könnte er auch. Die Biene ist ein gottgeschaffenes Wunder der Tierwelt. Mit der effizienten Raumausnutzung beim Wabenbau ist sie eine eindrucksvolle Bauingenieurin unter den Tieren. Mit ihrem unfehlbaren Orientierungssinn, das perfekte Navigationssystem, das mit seinem SchwĂ€nzeltanz zudem sein Wissen ĂŒber FutterplĂ€tze auch noch prĂ€zise weitergeben kann.

WĂŒrde die Biene aussterben, gĂ€be es keine Äpfel, Birnen, Mandeln, Kirschen oder Aprikosen mehr. Die tortenliebende deutsche Bevölkerung mĂŒsste auf ihren Bienenstich, ihre SchwarzwĂ€lder Kirsch- oder ihre Sachertorte verzichten. Es gĂ€be viel weniger Obst, GemĂŒse und Nussarten auf dieser Welt - Lebensmittel, aus denen der Mensch lebenswichtige Vitamine bezieht.

Die Gesundheit des Menschen hÀngt also unmittelbar von der Gesundheit und dem Fortbestehen der Bienen ab. Leider sind die Bienen durch Menschenverschulden massiv gefÀhrdet. Schon jetzt gibt es Regionen, in denen 80% der Bienenvölker ausgestorben sind.

Der Grund dafĂŒr ist die Profitgier der Menschen: immer kĂŒrzere BlĂŒhzeiten der Pflanzen, die Vernichtung der Hecken und StrĂ€ucher, das zu frĂŒhe MĂ€hen der Wiesen. Außerdem die immer stĂ€rkere Verbreitung von Pestiziden und Insektiziden, die den Bienen das Leben schwer machen.

Der Kapitalismus gibt einem vor, immer weiter zu wachsenen. Wachstum steht an erster Stelle. Erst danach kommt die Natur und offenbar auch erst die Gesundheit der Menschen.

Aber auch zwei Parasiten bedrohen das Überleben der Biene und sorgen regelmĂ€ĂŸig fĂŒr toten Nachwuchs: Die Varroa-Milbe und der Kaschmir-Virus. Der erste - von leichtsinnigen Forschern zu Forschungszwecken aus Asien importiert - verstĂŒmmelt die FlĂŒgel erwachsener Bienen und verkrĂŒppelt die Brut. Der zweite - zur BekĂ€mpfung der Milbe eingefĂŒhrt - ist auch, ein gefĂ€hrlicher Parasit fĂŒr die Biene. Parasiten, genverĂ€ndertes Saatgut, Pestizide, ÜberdĂŒngung. Sie alle bedrohen nicht nur die Biene und ihre Nahrungsquellen,sie bedrohen auch unsere Lebensmittel. FĂŒr die, die fĂŒr unsere Gesundheit zustĂ€ndig sind, ist die Sache klar: Die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln muss gewĂ€hrleistet werden. Koste es was es wolle.

So ist das Freihandelsabkommen mit den USA, mit dem ChlorhĂŒhnchen und genmanipuliertes GemĂŒse in unseren SupermĂ€rkten landet, immer noch nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Es wird höchstwahrscheinlich zum Wachstum der Wirtschaft (eine PrĂ€misse des Kapitalismus) unterzeichnet. Und niemand lehnt sich dagegen auf.

Frage: Wie wĂŒrden Sie reagieren, wenn ich Gift in Ihren Garten streuen wĂŒrde? WĂŒrden Sie auch dann tatenlos zusehen?

Setzt sich die Gentechnik einmal durch, werden neue Lebensmittel wie der Golden Rice auf unseren Tischen landen. Reich an Vitamin A, jedoch ist sein Saatgut in der Hand großer Monopolisten. Bauern können dieses nicht selbst reproduzieren und geraten damit in AbhĂ€ngigkeit. Das bedeutet wiederum weniger Artenvielfalt, weniger Nektar fĂŒr die Bienen, weniger Pollentransport und damit weniger gesunde Lebensmittel fĂŒr den Menschen.

Was können wir tun?

Noch ist es nicht zu spÀt. Wir alle können etwas gegen das Aussterben der Bienen tun:

1. KlĂ€ren Sie andere Menschen und vor allem Ihre Kinder ĂŒber die Bedeutung der Biene auf! Stirbt sie aus, hat dies erhebliche Auswirkungen nicht nur auf die Gesundheit des Menschen, sondern auch fĂŒr unser Fortbestehen ĂŒberhaupt.

2. Überlegen Sie zweimal, bevor Sie das nĂ€chste Mal die Zeitung nach einer Biene schwingen! Jede von ihnen ist sehr wichtig.

3. Verzichten Sie in Ihrem Garten vollstĂ€ndig auf Pestizide! Greifen Sie auf natĂŒrliche SchĂ€dlingsbekĂ€mpfer (wie andere Insekten) zurĂŒck!

4. Pflanzen Sie mehr Wildblumen in Ihrem Garten (z.B. Borretsch, Ringelblume, Buchweizen, Kornblume) oder streuen Sie Wildblumensaat auf Wiesen und Weiden!

5. MĂ€hen Sie ihren heimischen Rasen nicht zu frĂŒh! Dieser sollte lĂ€nger als drei Wochen wachsen. Denn auch er bietet Bienen der Umgebung Nahrung.

6. Pflanzen Sie Hecken und StrÀucher an und entfernen Sie keine!

7. Reduzieren Sie Ihren Honigkonsum! So bleibt mehr fĂŒr die Bienen ĂŒbrig, und der ÜberzĂŒchtungswahn nimmt ein Ende.

8. Bevorzugen Sie Lebensmittel aus biologischem Anbau! Nicht nur, dass sie fĂŒr Ihre Gesundheit besser sind. Sie fördern damit auch eine pestizidfreie Landwirtschaft.

9. Gehen Sie Bienenpatenschaften ein! Es gibt mittlerweile verschiedene Initiativen, die mit Ihrer Spende all das tun, was oben aufgezÀhlt wird.

10. Respektieren Sie die Biene!

Erstveröffentlichung auf DAS MILIEU