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Diese eine Email würden erfolgreiche Menschen niemals verschicken

16/02/2016 14:25 CET | Aktualisiert 16/02/2017 11:12 CET
from2015 via Getty Images

Du willst im Job vorankommen? Dann mach es wie alle super-erfolgreichen Menschen und verschicke niemals lange Emails.

Steve Jobs war bekannt für seine kurzen Emails.

Die Email-Adresse des Mitgründers von Apple war während seiner Tätigkeit als Apple-CEO lange Zeit öffentlich bekannt und er beantwortete die Emails von Kunden oft selbst. Dabei war er immer sehr direkt.

Der Artikel geht nach diesen herrlichen Beispielen weiter.

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Es sollte sich eigentlich von selbst verstehen, dass man in seinem App-Namen nicht das Markenzeichen einer anderen Firma verwendet.

Am 12. April 2010 um 11:44 schrieb Chris Osmo:

Hallo,

Apple hat plötzlich seine Richtlinien zur Benennung von Apps dahingehend geändert, dass das Wort „Pad" nicht mehr in App-Namen verwendet werden darf. Diese Regelung trat in Kraft, kurz nachdem wir zwei Apps im App-Store veröffentlicht hatten, Zehntausende Dollar ins Marketing gesteckt und dafür gesorgt hatten, dass unsere Apps Medienpräsenz bekommen. Jetzt müssen wir die Namen der Apps, die wir auf den Markt gebracht haben, ändern. Andernfalls dürfen wir keine Updates mehr bereitstellen. Jetzt müssen wir also weitere Zehntausende Dollar ausgeben, um die zweineuen Namen zu vermarkten.

Durch genau solche kurzfristigen Änderungen der Richtlinien zerstört Apple sein Verhältnis zu den Entwicklern. Kleine Unternehmen wie unseres können solche finanziellen Rückschläge nicht verkraften und es lohnt sich für sie nicht überhaupt nicht mehr, weiterhin auf der iPhone-/Pod-/Pad-Plattform zu bleiben.

Danke.

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Chris Osmo

Xxxxxxx,

Genau das passiert, wenn ein MacBook Pro einen Wasserschaden erleidet. Es handelt sich hierbei um Pro-Computer und die mögen kein Wasser. Für mich hört sich das vielmehr danach an, als würden Sie einfach nur einen Schuldigen suchen, damit Sie sich nicht mehr über sich selbst ärgern müssen.

Steve

Am 27. März 2008 um 15:01 schrieb Xxxxxx Xxxx:

Lieber Steve Jobs,

ich schreibe Ihnen, weil ich in letzter Zeit Probleme mit Apple Care hatte. Diese Woche erlitt mein MacBook Pro leider einen Wasserschaden. Mir ist klar, dass das komplett meine eigene Schuld ist, ich möchte dieses Problem jedoch trotzdem gerne lösen. Nach drei oder vier Anrufen erhielt ich endlich eine konkrete Auskunft. Ich habe mich zwar gefreut, dass ich eine konkrete Auskunft bekam, doch ich bin mit der Antwort nicht zufrieden. Ich finde es nicht in Ordnung, dass ich fast 300,00 $ im Voraus bezahlen soll ohne eine Garantie dafür zu bekommen dass das Problem auch gelöst werden kann. Ich war entsetzt als ich hörte, dass es keine Möglichkeit gibt, das Problem und die Kosten einzuschätzen, sobald der komplette Schadensumfang bekannt ist. Ich stecke ungern Geld in ein Problem, das am Ende vielleicht doch größer ist als gedacht. Meine drei letzten Computer waren alle von Apple. Ich arbeite sehr gerne mit ihnen, aber ich bin mir nicht sicher, ob mein neuer Computer wieder von Apple sein wird. Ich fühle mich in dieser Situation machtlos und durch diese Erfahrung ist die Firma Apple mir unsympathischer geworden.

Mit freundlichen Grüßen

Xxxxxx Xxxx

Jeff Bezos, CEO und Gründer von Amazon, ist in seiner Firma für seine nervtötend knappen Emails bekannt. Die Email-Adresse von Bezos ist öffentlich bekannt und er erhält viele Emails von Kunden, die er mit nur einer einzigen Ergänzung an die entsprechenden Personen weiterleitet: Er fügt ein Fragezeichen hinzu.

„Wenn Amazon-Mitarbeiter eine Email mit einem Fragezeichen von Bezos bekommen, reagieren sie darauf, als hätten sie eine tickende Bombe entdeckt", schreibt Brad Stone in der Biografie von Bezos.

„Kurze Emails werden aus verschiedenen Gründen eher mit Menschen in Verbindung gebracht, die am oberen Ende der Nahrungskette stehen. Wer also auch kurze Emails verschickt, wird dadurch automatisch der Liga von Entscheidungsträgern zugeordnet", so Will Schwalbe, der zusammen mit David Shipley das Buch „Erst denken, dann senden!: Die peinlichsten E-Mail-Pannen und wie man sie vermeidet" geschrieben hat. Durch kurze Emails geht man viel „respektvoller mit der Zeit von Anderen um", sagt er.

Außerdem hat sich unser Umgang mit Emails verändert und deshalb sollten wir auch die Art ändern, wie wir Emails schreiben.

„Anfangs fand der Austausch von Emails ausschließlich über Desktop-Computer statt, doch mittlerweile verschicken wir Emails hauptsächlich über mobile Endgeräte", so Schwalbe. „Lange Emails kann man auf mobilen Endgeräten schwerer lesen, weil man dabei so viel scrollen muss."

Es gibt sogar eine Bewegung, die fordert, dass Emails aus maximal fünf Sätzen bestehen sollten. „Gehen Sie bei jeder Email-Antwort wie bei einer SMS vor und verwenden Sie pro Antwort nur eine festgelegte Anzahl an Zeichen", ist auf der Website von Five Sentences zu lesen. „Da es zu kompliziert wäre, die Zeichen zu zählen, zählen wir stattdessen die Sätze."

Wer Teil der Fünf-Sätze-Bewegung werden möchte, muss folgenden Text in seine Email-Signatur kopieren: „F: Warum besteht diese E-mail aus maximal fünf Sätzen? A: http://five.sentenc.es." Für besonders Mutige gibt es auch Bewegungen, die fordern, dass Emails maximal vier Sätze, drei Sätze oder (*schluck*) zwei Sätze enthalten sollten.

„Vor einigen Jahren lag ich mit der Bearbeitung meiner Emails so weit im Rückstand, dass ich mich mit den Gründen dafür auseinandersetzen wollte", so Mike Davidson, Designer und Gründer der Fünf-Sätze-Bewegung, im Gespräch mit der HuffPost. „Dabei fiel mir auf, dass der erforderliche Umfang von Emails oft unterschiedlich groß ist."

Es dauert nur ein paar Sekunden, eine Email mit einer noch offenen Frage zu verfassen, doch oftmals fällt die Antwort auf diese Frage sehr viel länger und komplizierter aus. Bei Telefonaten, Textmitteilungen und sogar bei Twitter müssen alle Parteien gleich viel Zeit investieren.

Davidson wollte seine Email-Kommunikation möglichst knapp halten, doch er wollte dadurch auch niemanden beleidigen.

„Wenn es einfach eine allgemeingültige Regel gibt, muss sich auch niemand angegriffen fühlen", sagt er. Dann richtete er die Website ein. Die im Jahr 2007 von Davidson online gestellte Website wird noch immer jeden Monat von 15.000 - 20.000 neuen Besuchern aufgerufen und Davidson geht davon aus, dass „mindestens zehntausend Menschen" die Fünf-Sätze-Regel anwenden und sie in ihre Email-Signatur kopiert haben. Manchmal bekommt Davidson sogar Emails von Unbekannten, die die Fünf-Sätze-Regel in ihrer Email-Signatur stehen haben und gar nicht wissen, dass er sie erfunden hat.

„Emails, die länger als ein oder zwei Absätze sind, werden oft nicht sofort gelesen und deshalb dauert es vermutlich oft länger, bis man eine Antwort darauf bekommt", schreibt Mattan Griffel, Experte für Online-Lernprogramme, in einem Blogbeitrag, in dem er erklärt, wie man vielbeschäftigte Menschen dazu bringt, die Emails auch zu lesen, die man ihnen schickt. „Es gibt nichts Nervigeres als Emails, die zwar extrem viel Informationen enthalten, aus denen jedoch nicht hervorgeht, was der Absender eigentlich will."

So, um diesen langen Artikel über das Thema mit einem Satz abzuschließen: Komm auf den Punkt.

Hier findest Du einige Tipps dafür:

1. Die Adressaten brauchen gar nicht so viele Hintergrundinformationen wie man immer denkt.

Dir mag eine bestimmte Information vielleicht wichtig erscheinen, doch in Wirklichkeit ist sie für den Empfänger der Email völlig überflüssig. Ihm ist es lieber, wenn man die Informationen kurz hält und schneller zum eigentlichen Anliegen kommt. Der Empfänger kann im Anschluss immer noch nachfragen, wenn etwas unklar geblieben ist.

2. Nutze die Betreffzeile.

Bei vielen Email-Anbietern, so auch bei Gmail, werden im Postfach des Empfängers nur die Betreffzeile und eine oder zwei Zeilen der Nachricht angezeigt. Deshalb wäre es besser, im Betreff nicht einfach nur zu schreiben: „Hi", sondern: „Abendessen am Donnerstag?" Man sollte den Empfänger wissen lassen, worum es in etwa geht und ihn neugierig genug machen, dass er die Email auch anklickt.

3. Emails müssen nicht unhöflich sein, bloß weil sie kurz sind.

„Egal wie kurz eine Email ist, man kann sie trotzdem freundlich und fröhlich klingen lassen. Und daran sollte man sich auch immer halten. Sich kurz zu halten bedeutet nicht, dass es okay ist, anderen Befehle um die Ohren zu hauen", so Schwalbe.

Die Fähigkeit, sich in Emails kurz zu fassen, ist eine Kunst für sich. „Wer es nicht schafft, seine Idee auf die Rückseite meiner Visitenkarte zu schreiben, der hat keine klare Vorstellung", soll der Regisseur David Belasco einst gesagt haben.

Wer kurze Emails schreibt, zeigt großes Vertrauen in das, was er zu sagen hat.

Dieser Blog ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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