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Zukunftskampagne von ProjectTogether: „Demokratie machen nicht die anderen, sondern wir!"

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BUNDESTAG
chrupka via Getty Images
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Am 24. September 2017 ist Bundestagswahl. An diesem Tag bestimmen wir mit unserem Kreuz auf dem Wahlzettel, wo es in Deutschland hingehen soll. Allerdings kann es nicht darum gehen, die Zukunft nur alle vier Jahre zu gestalten. Sie braucht uns immer, jeden Tag, jetzt. „Demokratie machen nicht die anderen, sondern Demokratie machen wir", heißt es in der Zukunftskampagne von ProjectTogether. Hier werden junge Menschen darin unterstützt, soziale Projekte zu entwickeln und umzusetzen, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und sich den wichtigsten Herausforderungen der Zukunft zu widmen.

Das gemeinnützige Unternehmen begeistert seit 2013 etwa 300 junge Menschen im Alter von 15-29 Jahren, ihre eigenen Ideen umzusetzen. Dabei werden sie von 100 erfahrenen Coaches telefonisch begleitet. Durch das Coaching gewinnen die jungen Macher in besonderem Maß an Selbstvertrauen, eigene Lösungen zu gesellschaftlichen Problemen zu entwickeln und gemeinsam zu realisieren.

Im folgenden Interview spricht Philipp von der Wippel über die neue Kampagne von ProjectTogether, die jeden dazu aufruft, seine Idee für die Zukunft einzureichen.

Herr von der Wippel, was steckt hinter der Kampagne "Zukunft. Jetzt."?

Am 1. September hat Project Together gemeinsam mit einem Konsortium an Partnern die Zukunftskampagne anlässlich der Bundestagswahl ins Leben gerufen. Sie läuft bis 24. September - ganz im Sinne von: "Wahl ist heute. Demokratie ist immer." Wir wollen Zukunft, jetzt. Dabei stellen wir vier dringende Fragen:

• Was ist die Zukunft der Arbeit?
• Was ist der gesellschaftliche Zusammenhalt von morgen?
• Welche Chancen entstehen aus einer alternden Gesellschaft?
• Wie können wir Klimawandel aufhalten?

Warum ist es jetzt Zeit für Antworten?

Jetzt können wir, die junge Generation, die Zukunft gestalten. Wir wollen 40 Ideen für das Deutschland der Zukunft. Wir geben Initiatoren von Projektideen alles, was sie brauchen, um aus ihren Ideen ein erfolgreiches Projekt zu machen: Coaching, finanzielle Unterstützung, Netzwerk, Reichweite, Team.

Warum hat dies gerade ProjectTogether ins Leben gerufen?

Jeden Tag erleben wir, wie viel Innovationskraft in unserer Generation steckt. Wir merken, dass jetzt die Zeit für junge Macher ist. Wir brauchen mehr Initiativen mit dem Mut, die größten Herausforderungen anzugehen. Wir können nicht länger zugucken. Denn wenn wir zuschauen, verlieren wir die Kontrolle über unsere eigene Zukunft. Wir haben alles an Wissen, Mitteln und Technologien, die es braucht, diese Herausforderungen zu meistern. Unser Jahrhundert kann das schönste aller Zeiten werden, wenn wir nur den Mut haben. Genau dafür haben wir die Zukunftskampagne ins Leben gerufen.

Wie kann das Engagement junge Menschen heute gestärkt werden?

Die Bedürfnisse von vielen jungen Menschen befinden sich hinsichtlich ihres Engagements im Wandel. Zunehmend weniger junge Menschen fühlen sich von den bestehenden Engagementstrukturen angesprochen und finden daher oftmals nicht den passenden Zugang, sich in die Gesellschaft einzubringen. Stattdessen ist es attraktiv, eine eigene Initiative zu starten.

Welche Gründe gibt es dafür?

1. Thematische Tiefe: In einer eigenen Initiative kann man voll und ganz in dem Thema aufgehen, für das man brennt. 2. Zeitliche Flexibilität: Während Ämter in Verbänden und Parteien langfristig sind, erfordern Initiativen eher punktuelles und intensives Engagement. In Zeiten sich schnell ändernder Lebensumstände ist es attraktiv, in kurzer Zeit viel zu bewegen, ohne langfristige Pflichten einzugehen. 3. Selbstwirksamkeit: Innerhalb von Verbänden und Parteien ist die Wirkung des einzelnen schwer zu identifizieren. Zumindest die subjektive Wahrnehmung ist oft, dass der eigene Einsatz im großen System keine entscheidende Rolle spielt - "Ohne mich würde es auch ganz gut klappen!". Im Kontrast dazu stehen eigene Initiativen. Denn wenn man etwas selbst in die Hand nimmt, dann hängt alles vom eigenen Handeln ab - man kann die Veränderung im Tun direkt spüren.

Was braucht es, um die Stärken von Verbänden und die Stärken von Eigeninitiativen besser zusammen zu bringen?

Dafür braucht es von beiden Seiten die Bereitschaft, Neugierde und Offenheit. Erste erfolgreiche Pilotprojekte zeigen, wie viel mehr bewirkt werden kann, wenn junge Macher unter dem Dach großer Organisationen eigene Initiativen starten. Mitglied in einem Verband zu sein und dort eigene Initiativen einzubringen kann ein neues Erfolgskonzept werden. Genau dafür setzt sich ProjectTogether verstärkt ein.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person:

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Philipp von der Wippel (Foto: Christina Pirker)

Philipp von der Wippel ist Gründer des Sozialunternehmens ProjectTogether. Seine Schwerpunkte liegen in der Gestaltung der Zivilgesellschaft und in der zukünftigen Entwicklung des europäischen Projekts. Nach seinem Abitur in München arbeitete er für die BMW Stiftung Herbert Quandt in Berlin. Seit 2015 studiert er Philosophie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft an der Universität Oxford. Dort ist er nebenbei engagiert als Vize-Präsident der Oxford German Society.

Weiterführende Informationen:

Zukunft. Jetzt.

Philipp von der Wippel: Ist der digitale Wandel die Chance für eine europäische Zivilgesellschaft? In: CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer. SpringerGabler, Heidelberg Berlin 2017, S. 61-66.

Alexandra Hildebrandt: Kleine Handlungen, große Wirkung. Ganz nah! Wo die Kraft der Gemeinschaft am besten gedeiht. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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