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Zukunft, das sind wir alle!

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FUTURE YOUNG
Ethan Welty via Getty Images
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Nie zuvor hatten wir so viele Möglichkeiten, Zukunft zu gestalten. Mehr als fĂŒr die Vergangenheit hatte sich schon Albert Einstein fĂŒr sie interessiert, denn in ihr gedachte er zu leben. GemĂ€ĂŸ dem Motto „Zukunft, das sind wir alle und Zukunft gestalten, das können wir alle" haben Prof. Dr. Rolf Kreibich, einer der fĂŒhrenden Zukunftsforscher Deutschlands sowie Mitglied des Weltzukunftsrats, und Fritz Lietsch, Wegbereiter der Green Economy, das Buch „Zukunft gewinnen!" herausgegeben.

Sie wurden inspiriert vom Publizisten, Zukunftsforscher und VisionĂ€r Robert Jungk, dem ihr Buch gewidmet ist. Er und seine Wegbegleiter haben in vielen Bereichen dazu beigetragen, dass wir heute so leben können, wie sie es damals initiiert haben: vom Ausstieg aus der Atomenergie ĂŒber Biolandwirtschaft, Solarenergie bis zu Partizipation, nachhaltlicher Entwicklung und demokratischer Gestaltung.

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Enthalten sind BeitrÀge prominenter Autoren und Wegbegleiter wie Horst W. Opaschowski, Ernst Ulrich von WeizsÀcker und Sarah Wiener, die ermutigen, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

All diese Verflechtungen gesellschaftlicher Texturen gehören auch zum Lebensgewebe von Fritz Lietsch, der sich sicher ist, dass die Zukunft der Gemeinschaft, der Kooperation, dem Respekt und der Liebe zum Leben gehört.

Deshalb ist das Buch zugleich auch der bleibende Rahmen eines sinnerfĂŒllten Lebensbildes:

Lietsch studierte Betriebswirtschaft sowie Markt- und Werbepsychologie als RĂŒstzeug fĂŒr die Gestaltung einer neuen Wirtschaft, einer „Alternativwirtschaft". In einem speziell dafĂŒr gegrĂŒndeten Verlag förderte er mit einem jungen Team alternative Produkte und Dienstleistungen durch Kommunikationsprojekte wie das Alternative Branchenbuch, das Öko-Partner-Haus, die Bionale, Radio GrĂŒnstreifen.

Heute vernetzt er Zukunftsgestalter durch Magazine und Internetportale wie forum Nachhaltig Wirtschaften und ECO-World.

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Foto: Fritz Lietsch

Noch wĂ€hrend der LektĂŒre des Buches spĂŒrte ich, wie Themen, die mich seit Jahren in diesem HuffBlog beschĂ€ftigen, mit denen des Herausgeberbandes verschmolzen. Der Blog hat viel mit meiner Suche nach einer zusammenfassenden Denkweise zu tun, die sich jedoch erst in ErgĂ€nzung mit den Inhalten dieses Buches wirklich offenbart.

Doch wie kann es gelingen, ein Konzentrat daraus zu „gewinnen", und wie kann es in Beziehung gesetzt werden zu dem, was im Blog bereits vorhanden ist? Wie wird aus all den Einzelteilen ein lebendiges Ganzes?

Wie so oft scheint mir auch hier der alphabetische Ansatz sinnvoll, weil er einerseits einem nachvollziehbaren Ordnungsprinzip entspricht, andererseits aber keine strenge thematische Priorisierung vornimmt und zeigt, dass alles mit allem zusammenhĂ€ngt: Kleines und Großes, Wort und Tat, Wirklichkeit und Möglichkeit.

Die thematisch zugeordneten HuffBlog-BeitrÀge sind jeweils am Anfang der erlÀuterten Begriffe verlinkt. Die Auswahl ist von meinen persönlichen Interessen und Schwerpunkten geprÀgt. Aber so soll es auch sein, denn Nachhaltigkeit ist nur lebendig, wenn sie im Persönlichen verwurzelt ist.

Zukunft gestalten von A bis Z

AuthentizitÀt

Peter Spiegel verweist in seinem Beitrag darauf, dass Robert Jung oft den Verlust an Echtheit, an AuthentizitÀt beklagte.

BauchgefĂŒhl

Sarah Wiener plĂ€diert im Zusammenhang mit einer ökologischen Lebensweise: „Verlassen wir uns auf unseren Hausverstand und unser BauchgefĂŒhl."

Boden

FĂŒr Sarah Wiener ist unsere Zukunft der gesunde Boden, auf dem 95 Prozent unserer Lebensmittel wachsen. Sie verweist darauf, dass Monokulturen mit Totalherbiziden und KunstdĂŒnger am Überleben gehalten werden und die Böden auslaugen.

Denken

Das Buch ist ein PlĂ€doyer fĂŒr eine neue Denkkultur, die dadurch geprĂ€gt ist, dass unterschiedlichste AnsĂ€tze und Dinge in Beziehung gesetzt und dem „Dazwischen" mehr Beachtung geschenkt wird.

Nach Ansicht von Michael F. Jischa ist heute vor allem mehr AnschlussfÀhigkeit gefordert, um problemadÀquat reagieren zu können.

Elite

Mathias Greffrath widmet sich der Besonderheit des Jungkschen Journalismus, der dem gesunden Menschenverstand nÀher stand als der elitÀren Wissenschaft.

Empathie

Es wird in jedem Beitrag die ausgeprÀgte Empathie von Robert Jungk hervorgehoben.

Engagement

Die Saat des nachhaltigen Engagements der vergangenen Jahrzehnte ist aufgegangen, sagt Fritz Lietsch: So seien viele erfolgreiche Unternehmen entstanden, die auf ihre Weise die konventionelle Wirtschaft beeinflusst und bewiesen haben, dass es auch umweltbewusst und fair geht.

Entscheiden

Unser Entscheiden reicht weiter als unser Erkennen. Der Beitrag von Michael F. Jischa widmet sich der Frage, wie wir mit Nichtwissen in Entscheidungsprozessen umgehen sollten.

Evolution

Werner Mittelstaedt weist nach, dass kleine Schritte die großen Schritte in der Evolution bedingen.

Abgeleitet aus der Evolutionstheorie sei die einzige realistische Perspektive, dass „Oasen der Nachhaltigkeit" entstehen: mit einzelnen Menschen, kleinen Orten, Regionen und zunĂ€chst einigen wenigen LĂ€ndern: „Sie werden Vorbilder fĂŒr andere sein und die große Transformation wird folgen."

GĂ€rtner

Fritz Lietsch verweist auf die Geduld des GĂ€rtners: Nach dem SĂ€en gilt es zu warten bis der Samen aufgeht - „dann will das kleine PflĂ€nzchen gepflegt werden und es braucht seine Zeit um zu wachsen. Ernten kann man erst, wenn die Zeit reif ist".

Gemeinschaft

FĂŒr Sarah Wiener bedeutet eine nachhaltige Lebensweise: „Essen wir wieder bewusster.
Gemeinsam an einem Tisch, mit Freunden und der Familie. Essen wir nur das, was auch unsere Großeltern als essbar erkannt hĂ€tten, und verzichten wir auf Produkte, deren Etikett wir nicht verstehen oder dessen Intransparenz uns nicht sagt, woher die GewĂŒrze, das Salz, die Inhaltsstoffe, die Eier, das Fleisch und anderes kommen."

Gemeinwohlökonomie

Das Thema Gemeinwohlökonomie, das gerade bei engagierten und dynamischen Unternehmen und Regionen immer mehr AnhÀnger findet, ist ein wichtiger inhaltlicher Bestandteil des Buches.

Klein

Werner Mittelstaedt widmet sich dem Leitbild von „big, bigger, biggest", das einem „small, smaller, smallest" weicht.

KomplexitÀt

Michael F. Jischa fragt: Wodurch sind dynamische Systeme charakterisiert? Welche Probleme können bei der Steuerung von komplexen Systemen auftreten? Einfache Rezepte beim Umgang mit KomplexitÀt wird es seiner Ansicht nach nicht geben.

Können

Peter Spiegel nimmt in seinem Beitrag Bezug auf Gerald HĂŒther, der bestĂ€tigt, dass es heute weit mehr darauf ankomme, was man kann, als was man weiß. Weitsichtige Unternehmen und Organisationen entwickeln deshalb auf das Können ausgerichtete Leistungserkennungskonzepte.

Krise

Rolf Kreibich verweist darauf, dass die Zukunftsforschung schon vor ĂŒber einem Jahrzehnt die Krise und den Zusammenbruch des weltweiten Finanzsystems sowie die damit verbundenen negativen Folgen vorhergesagt und grundlegende Reformen gefordert hat.

KĂŒhe

Sarah Wiener kritisiert in ihrem Beitrag auch die maximale Milchausbeute einer „Turbo-Kuh" sowie die gegenwĂ€rtige Art von industrieller Landwirtschaft, die wir uns schlicht nicht mehr leisten können!

Landwirtschaft

Mathias Greffrath beschreibt die Rationalisierung der Landwirtschaft.

Machen

„Nein"-Sagen und Protest reichen laut Fritz Lietsch alleine nicht aus. Gefragt sind heute „ein Ja-Sagen und konkrete Alternativen". Sie fĂŒr Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln verlangt „echtes Zupacken" und Unternehmergeist, „denn etwas unternehmen ist das Gegenteil von unterlassen".

Öko-Pioniere

Anhand zahlreicher Beispiele weist Fritz Lietsch nach, dass heute viele der „verrĂŒckten Ökos" von damals erfolgreiche Unternehmer sind.

Optimismus

Jungk war zeitlebens vom lebensbejahenden, großzĂŒgigen und tatkrĂ€ftigen Optimismus seines familiĂ€ren Umfelds geprĂ€gt.

Spiele

Der Kybernetiker Frederic Vester stehen im Mittelunkt des Beitrags von Michael F. Jischa. Im Fokus steht das von ihm entwickelte Spiel „Ökolopoly" (als Brettspiel und als Simulationsspiel in einer PC-Version erschienen, in einer spĂ€teren Fassung „Ecopolicy" genannt).

Transformation

Ernst Ulrich von WeizsĂ€cker widmet sich der Großen Transformation und ihren Gefahren. Hans Holzinger berichtet ĂŒber das Gelingen der Großen Transformation: Es geht um den Übergang von verbrauchsintensiven Konsumgesellschaften hin zu verbrauchsarmen Nachhaltigkeitsgesellschaften.

Überraschungen

Da die wahrnehmbare Welt von NichtlinearitĂ€ten geprĂ€gt ist, neigt sie auch im Zeitalter der Algorithmen zu Überraschungen. Dieser Thematik widmet sich ausfĂŒhrlich Michael F. Jischa.

Visionen

Zukunft gewinnen können wir nur durch Visionen und Gestaltung (Rolf Kreibich).

Wachstum

Jungk hat schon frĂŒh vor den Gefahren unkontrollierter Technik und zĂŒgellosem Wachstum gewarnt.

Zahlen

Hans Holzinger verweist darauf, dass wir mit brisanten Zahlen hofften, den Umschwung auch bei denen herbeizuzwingen, die nur an Zahlen glauben, allerdings verĂ€ndern Zahlen keine Menschen. Sie allein vermögen „nicht den Impuls zur VerĂ€nderung anzustoßen".

Zukunft

Zukunft sollte nach Jungk von möglichst vielen Menschen, besonders von der Jugend, mitgestaltet werden.

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