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Wenn der Kreis sich schließt: Darum brauchen wir nachhaltige „Machschaften"!

01/05/2017 15:58 CEST | Aktualisiert 01/05/2017 15:58 CEST
Petar Chernaev via Getty Images

Mit fortschreitender Globalisierung werden Handlungsketten von transnationalen Unternehmen intransparenter und unethischer. So durchläuft eine Jeans mehr als ein Dutzend Stationen: "angefangen von usbekischen Kinderarbeitern, die zur Baumwollernte gezwungen werden, über die Färbung in Bangladesch, die Flüsse vergiftet, bis hin zu jungen unterbezahlten Näherinnen in Vietnam", schreiben Annette Jensen und Ute Scheub in ihrem Buch „Glücksökonomie", in dem sie nachweisen, dass, wer teilt, mehr vom Leben hat.

Das gilt auch für das Jeans-Thema: MUD Jeans steht für coole, vegane Jeans ohne Lederpatch. Im Online-Shop kann man die fair produzierten Kleidungsstücke nicht nur kaufen, sondern auch für 7,50 Euro im Monat leihen. Nach einem Jahr kann man die Jeans entweder behalten, zurückgeben oder gegen eine neue eintauschen. Die zurückgegebenen Hosen werden im Sinne der Kreislaufwirtschaft recycelt und zu neuer Kleidung verarbeitet.

Das ist greifbare Circular Economy: Statt auf der Deponie zu landen, werden alte Materialien gesammelt, recycelt und wieder in die Produktionsstätten zurückgeführt. Es entsteht ein geschlossenes Kreislaufsystem, bei dem alte Materialien ein zweites Leben in neuen Produkten erhalten.

Circular Economy wird immer mehr zu einem Business Case für Unternehmen, denn der Bedarf an Rohstoffen nimmt weltweit zu. Die Wiederverwertung von Materialien ist für sie nicht nur wirtschaftlich rentabel - auch negative Umwelteinflüsse können drastisch minimiert werden.

Um den Bedarf für alle neuen Produkte zu decken, muss das Material wieder in die Produktionsstätten gelangen. Hier kommen die Kunden ins Spiel: Indem sie ihre gebrauchte Ware wieder an den Hersteller zurückgeben, werden sie selbst - wie sich am Beispiel der Jeans zeigt - zu Zulieferern der benötigten Rohstoffe.

Auch beim Einkauf kann die Öko-Bilanz des Online-Shoppings optimiert und damit Umwelt und Ressourcen geschützt werden. Der BUND Naturschutz gibt ein 10 Tipps für Einkäufe im Netz:

1. Kaufen Sie nichts online, was Sie auch in Ihrer Nähe bekommen.

2. Bündeln Sie ähnliche Produkte und bestellen Sie bei möglichst wenigen verschiedenen Händlern.

3. Verteilen Sie Einkäufe nicht wegen minimaler Preisvorteile auf mehrere Anbieter.

4. Nutzen Sie für Ökoprodukte regionale Lieferdienste wie die Ökokiste".

5. Kaufen Sie Waren mit hoher Rücksendequote wie Schuhe oder Hosen nur im Laden.

6. Vermeiden Sie vergebliche Lieferversuche durch Terminabsprache oder Anwesenheit.

7. Umweltschädlich und unfair ist es, im Laden zu probieren und im Web zu ordern.

8. Achtung bei Onlineportalen: Sie bestellen nur scheinbar bei einem Händler.

9. Geben Sie Lieferdiensten mit Pfandkisten oder Recyclingkartons den Vorzug.

10. Bilden Sie Einkaufsgemeinschaften, etwa für Ökolebensmittel.

Die Relokalisierung unserer Wirtschaft ist eine enorme Chance, denn wenn lokal wieder selbst genäht wird, wenn Räder repariert und Lebensmittel erzeugt werden, vermindert dies die Ausbeutung von Mensch und Natur, schafft Transparenz und Jobs, spart Ressourcen und Transporte - und belebt den lokalen Geist von Gemeinden und Gemeinschaften. Aus Nachbarschaften werden „Machbarschaften", sind Annette Jensen und Ute Scheub überzeugt.

Weiterführende Literatur:

Annette Jensen, Ute Scheub: Glücksökonomie. Wer teilt, hat mehr vom Leben. oekom verlag München 2014.

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Circular Thinking 21.0: Wie wir die Welt wieder rund machen. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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