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Was es bedeutet, mit dem Kosmos im Einklang zu leben: Das Café am Rande des Universums

02/12/2017 16:53 CET | Aktualisiert 02/12/2017 16:53 CET
Jens Ufer

Interview mit dem Astrologen Thomas Otto Schneider

Thomas Otto Schneider, Jahrgang 1958, arbeitete viel Jahre als Texter und Konzeptioner für internationale Werbeagenturen und als Autor und Co-Moderator für RTL („Guten Morgen Deutschland") und RTL Plus. 1984 begann er eine 7-jährige Ausbildung an der Münchner Schule für Astrologie (Wolfgang Döbereiner) und eröffnete Ende der 1980er Jahre eine astrologische Praxis in Köln. Hier berät er seither Klienten aus dem In-und Ausland. Bekannt geworden ist Schneider durch die astrobasierte Gestaltung des bis heute gültigen Titelschriftzugs des Frauenmagazins EMMA.

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Was verstehen Sie darunter, mit dem Kosmos im Einklang zu leben?

Das Besondere an der Sprache ist, dass wir etwas mit Worten ausdrücken können, das für unsere Vorstellung nur schwer begreifbar ist. Wenn wir also von „Kosmos" sprechen, umfasst der Begriff etwas, wovon unsere Wissenschaft trotz Hubble & Co. offenbar bislang nur unzureichendes Wissen hat. Wir wissen, dass wir nichts wissen. Als etwas Wesentliches im Kosmos tritt uns aus Sicht der Astrologie der Rhythmus, das Rhythmische entgegen: Der Kosmos tanzt gewissermaßen. Und hier rückt dann besonders unser Sonnensystem mit der dazugehörigen und uns sehr vertrauten Erde und natürlich auch den anderen Planeten in den Fokus.

Alle diese Himmelskörper folgen einem unerklärlichen und wundervollen Rhythmus. Dieses rhythmische Geschehen, das sich im Großen durch die unterschiedlichen, aber jeweils regelmäßigen Umläufe der einzelnen Planeten um die Sonne ergibt, ist ein Phänomen, weil sich ja unserem begrenzten menschlichen Hirn die Frage aufdrängt: Wer hat dieses kosmische Uhr- und Räderwerk erfunden? Die Schweizer waren es jedenfalls nicht ... Bei dem Versuch, mit dem Kosmos im Einklang zu leben, geht es, das sagt ja schon das Wort Ein-klang, um Stimmigkeit, um eine Harmonie mit Ganzen, damit es wie eins klinge.

Dazu braucht man die Astrologie nicht unbedingt...

... aber sie kann gerade im Alltag sehr hilfreich sein, z.B. wenn man mal gerade den Faden verloren hat. So blicke ich zum Beispiel jeden Morgen in den Mondkalender, um zu sehen, in welchem Tierkreiszeichen der Mond gerade steht. Das wechselt alle zwei bis drei Tage. Dann ist es für mich eine Art astrologische Einklang-Übung, die Charakteristik dieses Tierkreiszeichens in die Tagesgestaltung mit einzubeziehen, oder schöpferisch ausgelegt: mich davon inspirieren zu lassen.

Und was bedeutet das konkret?

Das können ganz einfache Dinge sein: Steht der Mond beispielsweise im Widder, geht's bei mir allgemein etwas sportlicher zu, und ich versuche an solchen Tagen keine langatmigen Sachen zu tun, während ich beim Mond in den Fischen alles etwas gemütlicher angehen lasse: Kommst du heut nicht, kommst du morgen. Zum Friseur gehe ich, wenn es passt, beim Mond im Löwen. Das kräftigt erfahrungsgemäß die Haare.

Das alles sind natürlich Übungen, die ich spielerisch angehe. Es soll ja kein Zwang werden, sondern im optimalen Fall eine entspannte und tiefere Lebensfreude bereiten. Manchmal mache ich das auch wochenlang nicht. Wenn ich dann mal merke: Huch, heute bin ich aber besonders auseinandersetzungsfreudig und dann in den Mondkalender blicke, wo ich einen Widderstand des Mondes ablese, dann merke ich, wie stark wir doch mit diesen sich rhythmisch wechselnden kosmischen Energien ohnehin verbunden sind. Wir können ihnen nicht entkommen. Also verbünden wir uns doch einfach mit ihnen!

Wo lässt sich sonst noch der Einfluss der Astrologie auf den Alltag feststellen?

Es gibt zum Beispiel mittlerweile eine Vielzahl von Anbietern, die Produkte bei Vollmond herstellen, und die behaupten, dass dies zu einer besseren Qualität führt als bei Lebensmitteln, die unabhängig vom Mondgeschehen hergestellt werden. Auf dem Markt sind mittlerweile neben Wasser auch Vollmond-Käse, Vollmond-Brot, Vollmond-Bier und Vollmond-Kaffee erhältlich. Da aber Vollmond astrologisch gesehen nicht gleich Vollmond ist und sich die Produzenten keine wirklich guten Astrologen leisten wollen, ist das Ergebnis in der Regel mehr als dürftig und mehr ein Marketing-Versprechen, das kaum eingelöst wird. Ich habe jahrelang ein bestimmtes Quellwasser, eine Vollmondabfüllung, für teures Geld konsumiert und so gut wie keinen Unterschied zu herkömmlichen Quellwässern bemerkt. Obwohl ich meine höchste Achtsamkeit darauf gerichtet hatte und wie eine Katze vor dem Mauseloch darauf gelauert habe.

Da scheint bei den Herstellern wohl auch die Anrufung des heiligen Leonards nicht viel geholfen zu haben, aber der ist ja auch als Schutzpatron für Vieh und Pferde beschäftigt und kann sich offenbar nicht auch noch ums Wasser kümmern.

Aber Sie arbeiten doch selbst an einem Vollmondprodukt!

Das ist richtig, wir bringen einen Kaffee auf den Markt, der bei Vollmond geröstet wird und bei dem nicht nur der Vollmondtag zum Einsatz kommt - das kann jeder, der steht im Kalender - sondern, bei dem auch noch unter einem ganz bestimmten Aszendentengrad geröstet wird. Das ist dann höhere Astrologie und die beherrschen weltweit nur wenige Experten.

Wie kam es dazu?

Das Ganze hat der venezuelanische Künstler Luis Negrón van Grieken initiiert. Es geht um Kaffee aus Kolumbien. Hier lebt seit ewigen Zeiten das indigene Volk der Kogi, bestehend mittlerweile aus rund 20.000 Menschen. Die Kogi haben aufgrund ihres spirituell entwickelten Bewusstseins eine Botschaft an die Welt - eine Mission. Ihren Lebensunterhalt bestreiten sie als Kleinstbauern im Einklang mit der Natur. Mit dem Ernten des wild wachsenden Kaffees haben sie ein Projekt gestartet, um Land und insbesondere heilige Stätten zurückzukaufen. Wachstum, Ernte und Verarbeitung werden von all ihrer Liebe und unter Einbeziehung von Ritualen und spirituellen Gesängen und Tänzen begleitet.

Was bedeutet das für die Qualität des Kaffees?

Er ist sehr besonders: Menschen, die keinen Kaffee vertragen oder auch eingefleischte Teetrinker, genießen den Kogi-Kaffee mit Freude. Der Kölner Oliver Driver ist weltweit der einzige ausländische Vertraute und Partner der Kogi und gewissermaßen ein Missionar für das wunderbare Anliegen der Kogi. Er betreibt das kleine „Café Kogi" - ich sage immer spaßeshalber „das Café am Rande des Universums"- im Schatten des Kölner Doms. Er erhält den Rohkaffee von den Kogis und röstet ihn für den europäischen Markt in Luxemburg. Anfang 2018 präsentieren wir nun in Kooperation die erste Vollmondröstung des Kogi-Kaffees.

Was soll eine Vollmondröstung, wenn der Kaffee ohnehin durch indigene Schamanen besungen und spirituell „aufgeladen" wurde. Reicht das Ihnen denn nicht schon auch so aus?

Auch schon der normal geröstete Indianer-Kaffee hat unbestreitbarere Vorzüge. Doch Kenner wissen, wie wichtig die Röstung in der Produktionskette des Kaffees ist. Im Zweifelsfall kann sie die Qualität des Rohkaffees empfindlich mindern. Hier aber wird die Vollmondröstung mit ihrem sorgsam ausgearbeiteten Elektionshoroskop bei Vollmond für die Vollendung des spirituell und qualitativ hochwertigen Kaffees sorgen.

Das hört sich jetzt für manche Ohren ziemlich abgedreht an...

Ich weiß, aber ich kann nur sagen: Augen schließen und genießen! Dann brauchen wir nicht mehr reden.

Also, Vollmond ist nicht gleich Vollmond? Einige Frisörgeschäfte haben ja auch Mondtarife und schneiden an bestimmten Tagen die Haare. Was ist da dran? Welche Beispiele fallen Ihnen noch ein?

Ein Waagevollmond hat prinzipiell eine andere Qualität als ein Skorpion-Vollmond. Nicht in jeder Vollmondnacht können wir schlecht schlafen. Das mit den Haaren kann ich bestätigen. Wenn der Mond im Widder steht, neigt der Frisör dazu, die Haare kürzer zu schneiden als bestellt. Also Obacht! Haarfarbe, heißt es, hält beim Fischemond nicht so gut, weil die Fische in der Astrologie für das Echte stehen und Falsches nur schwer ertragen. Ich hatte sogar mal einen hochsensiblen Fische-Frisör, der behauptete, er könne an der Haarstruktur seiner schwangeren Kundinnen fühlen, welches Geschlecht das Kind hat. Man hört so einiges als Astrologe. Und natürlich ist da noch das ganze astrologische Erfahrungswissen aus der Gärtnerei und der Landwirtschaft. Man müsste eigentlich fragen: Welcher alltägliche Lebensbereich korrespondiert nicht mit der Astrologie? Antwort: Keiner! Alles Leben auf unserem Planeten ist den kosmischen Rhythmen unterworfen.

Wie ist es möglich, dass den materiellen Dingen unseres Alltags etwas Geistiges „anhaftet"?

Schon die Alten wussten: Geist prägt die Materie. Das erklärt eigentlich alles. Aus Sicht der Astrologie hat die Zeit Qualität. Zeitqualität! So ist z.B. auch der biblische Begriff von den sieben fetten und sieben mageren Jahren eine zeitqualitative Aussage. Das Horoskop ist ein Diagnoseinstrument für Zeitqualität und für denjenigen, der dieses Instrument abzulesen vermag, ist es eine himmlische Offenbarung.

Vielen Dank für das Gespräch.

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