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Warum sich das kreative Unternehmertum auf dem Land neu erfindet

13/08/2017 14:40 CEST | Aktualisiert 13/08/2017 14:40 CEST
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„Macher sind für uns Menschen, die für eine Vision brennen, Dinge anpacken und die durch die Verwirklichung ihrer Potentiale Gesellschaft aktiv mitgestalten. Machertum begreifen wir als eine Haltung." (Kreatives Unternehmertum)

Kreatives Unternehmertum (KU) ist eine junge und gemeinnützige Bildungsorganisation, die sich mit ihren Partnern und Impulsgebern der Vision eines Unternehmertums der Zukunft und des „Gesellschaftsgestaltertums" verschrieben hat.

Gedankengut und Haltung von Sozialunternehmertum ist dabei Teil ihrer Vision. Ausgehend von ihren Überzeugungen, wie ein Unternehmertum der Zukunft aussehen sollte, haben sie ein vielbeachtetes Manifest verfasst, mit dem sich Unternehmer und führenden Köpfe aus Wissenschaft, Kultur und Kunst beim diesjährigen Kongress „Eine Neuerfindung auf dem Land" am 14. und 15. September 2017 auf dem Hammerhof bei Nürnberg auseinandersetzen.

Ziel ist es, den Ort in eine Anregungsarena für zukunftsfähige Bildungskonzepte zwischen Unternehmertum, Wissenschaft und Handwerk zu verwandeln und der aussterbenden Kommune Dorf eine nachhaltige Zukunftsperspektive zu eröffnen.

Seit 2010 leisten auch die nicht-kommerziellen Burgthanner Dialoge einen wichtigen Beitrag für die Kommunalpolitik, denn gerade unter den Bedingungen der Globalisierung und Digitalisierung kommt dem Regionalen die Aufgabe einer soziokulturellen Stabilisierung zu. Schirmherr ist Heinz Meyer, 1. Bürgermeister der Gemeinde Burgthann im Nürnberger Land.

Auch hier geht es um nachhaltiges Unternehmertum, um Zukunftsstrategien, um die Lebensqualität vor Ort und die Frage, wie es gelingen kann, Unmittelbarkeit, Nähe und Ursprung in unübersichtlichen Zeiten zu bewahren und eigenverantwortlich handlungsfähig zu bleiben.

Jährlich kommen im Herbst Interessierte und Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um gemeinsam Antworten auf den umfassenden Wertewandel und zukunftsentscheidende Fragen zu finden. Ehrengäste waren u.a. Uschi Glas, Jutta Speidel, Michael Herberger, Tobias Wrzesinski, Waldemar Hartmann und Tim Leberecht aus dem Silicon Valley.

Der Lebenshintergrund der Referenten ist so verschieden wie ihre Themen, die jedoch ein wichtiges Wertefundament verbindet: die drei Buchstaben des Erfolges (TUN), die Kraft der Gemeinschaft sowie Hoffnung, Optimismus, Pragmatismus, Können und Meisterschaft.

Am 20. Oktober 2017 sind zur Veranstaltung „Richtungswechsel. Warum wir immer wieder umdenken müssen" Mutmacher in Bewegung - Reiner Ferling (1. Vorsitzender des Michael-Schumacher Fan-Club Kerpen e.V.), Viola Klein (Geschäftsführerin Saxonia Systems Holding und Mitglied im Kuratorium der Deutschen AIDS Stiftung) und Werner Neumüller (Geschäftsführer der Neumüller Ingenieurbüro GmbH & Neumüller Personalberatung) - zu Gast.

Ihre Beispiele zeigen, warum wir keine Angst vor Veränderungen haben müssen, wie wir besser mit Krisen umgehen und mit einem vorurteilsfreien Blick eingefahrene Wege verlassen können.

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Copyright: Gemeinde Burgthann

Wo Humus, Können und Wissen am besten gedeihen können

Humus, Können und Wissen gedeihen dort am besten, wo ein gutes Leben möglich ist. Mit diesem Thema beschäftigt sich auch Ralf Otterpohl in seinem Buch „Das neue Dorf", mit dem er Interessierte zur Gründung von Minifarmen und Neuen Dörfern anstiften möchte.

Damit verbunden ist die Rückkehr zu lokaler Produktion, die persönliche Handlungsoptionen und Freiheit schafft. Er ist sich sicher: „Ein gutes Leben auf dem Land als Produzent ist global für viele Milliarden Menschen möglich und dringend nötig. Landflucht und Migration wegen Bodenzerstörung können damit umgekehrt werden." Wenn Humus und Lokalwirtschaft von vielen Menschen aufgebaut und nachhaltig gepflegt werden, kann es seiner Meinung nach sogar für die Städte eine gute Zukunft geben.

Im Neuen Dorf soll es zusätzlich viele weitere Kleinbetriebe, Werkstätten, Gemeinschaftsbüros, Kitas und Schulen, Läden, Cafés, häusliche Altenpflege geben. Das berufliche Wissen und Können von vielen Menschen kann hier weiter vermittelt werden. Auch Teilzeitarbeit in Werkstätten und Gemeinschaftsbüros ist leicht „machbar".

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Wesentliches Ziel eines Neuen Dorfes ist das gute Leben als „kreativer (!) Bestandteil einer immer vielfältigeren und produktiven Natur". Auf dem Land lässt sich produzieren und gestalten - und ein gutes Leben aufbauen: „Und man kann ja einfach ab und zu in die Stadt fahren, das Neue Dorf ist nicht in der Pampa."

Weiterführende Informationen:

Ralf Otterpohl: Das neue Dorf. Vielfalt leben, lokal produzieren, mit Natur und Nachbarn kooperieren. Oekom Verlag, München 2017.

Elke Leser, Heinz Meyer, Alexandra Hildebrandt: Burgthanner Dialoge. Eine fränkische Gemeinde im Gespräch und Spiegel der Gemeinschaft. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

Alexandra Hildebrandt: Kleine Handlungen, große Wirkung. Ganz nah! Wo die Kraft der Gemeinschaft am besten gedeiht. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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