BLOG

Warum Circular Economy das Wirtschaftsmodell der Zukunft ist

30/07/2017 17:51 CEST | Aktualisiert 30/07/2017 17:51 CEST
phongphan5922 via Getty Images

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen fordert die Staatengemeinschaft auf, nachhaltige Produktions- und Konsummuster zu gewährleisten und den Ressourcenbedarf erheblich zu verringern. Eine Möglichkeit, um dieser Herausforderung zu begegnen, sind Konzepte einer amitionierten Kreislaufwirtschaft.

Die Circular Economy gilt als Wirtschaftsmodell der Zukunft, weil sie

• die Umwelt schont

• die eingesetzten Rohstoffe länger und häufiger nutzt als dies bislang der Fall ist

• neue Geschäftsmodelle und Einkommensquellen erschließt.

Das geht aus einer Studie des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hervor, die Ende Juni 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Accenture Strategy hat unter Mitwirkung der Ökopol GmbH für den RNE die Studie „Chancen der Kreislaufwirtschaft für Deutschland - Analyse von Potenzialen und Ansatzpunkten für die IKT-, Automobil- und Baustoffindustrie" zu diesem Thema erarbeitet.

Am Beispiel von drei Stoffströmen wird gezeigt, dass eine ambitionierte Kreislaufwirtschaft auch unter den heutigen Rahmenbedingungen möglich ist. Exemplarisch werden die Internet- und Kommunikationsbranche (IKT-Branche), die Automobilindustrie und die Baubranche an den Produkt-Beispielen Internet-Router, Traktionsbatterie und Gips betrachtet.

Leider wird das Potenzial der Kreislaufwirtschaft derzeit noch nicht voll ausgeschöpft: „Eingesetzte Rohstoffe gelangen über den Lebenszyklus eines Produktes hinaus nicht wieder in den Produktionsprozess zurück. Im Wesentlichen haben wir immer noch eine Linearwirtschaft, keine Kreislaufwirtschaft", schreiben Günther Bachmann, Generalsekretär des RNE, und Alexander Holst, Managing Director bei Accenture Strategy Sustainability im Vorwort der Studie. Das sei „ökologisch fatal, ökonomisch leichtfertig und sozial wenig intelligent".

2017-07-23-1500833626-3203653-DerHuffPostWhatsAppNewsletter6.png

Die wichtigsten News des Tages direkt aufs Handy - meldet euch hier an.

Der französisch-spanische Dokumentarfilm „Kaufen für die Müllhalde" (2010) von der Regisseurin Cosima Dannoritzer zeigt die verheerenden globalen Auswirkungen der linearen Herstellungsprozesse der Konsum- und Wegwerfgesellschaft: Allein rund 5,7 Millionen Tonnen Kunststoffmüll erzeugen wir jährlich in Deutschland. Etwa 42 Prozent davon werden verwertet, ca. 60 Prozent des Mülls dient als Industriebrennstoff oder kommt in den Müllofen. Dabei wird schädliches CO2 freigesetzt.

Wiederaufbereitung, Zweitnutzung und Recycling der Produkte müssen von Beginn an zusammen gedacht werden. Zudem spielen Design und Produktentwicklung eine Schlüsselrolle. So verfolgt das Cradle to Cradle®-Designkonzept das Ziel, ein Produkt oder eine Produktionsweise so zu gestalten, dass alle Inhaltsstoffe zu fast 100 % zurückgewonnen werden können und diese nicht als Abfall zu deponieren, zu verbrennen oder geringwertiger zu recyceln. Anstatt die linearen Stoffströme heutiger Produkte und Produktionsweisen zu verringern, sieht es deren Umgestaltung in zyklische Nährstoffkreisläufe vor, so dass einmal geschöpfte Werte für Mensch und Umwelt erhalten bleiben.

Wenn Kreislaufwirtschaft das Modell der Zukunft werden soll, müssen Politik und Wirtschaft einen entsprechenden Beitrag leisten, um marktfähige Lösungen zu entwickeln und nachhaltig voranzutreiben. Die 2010 gegründete Ellen MacArthur-Stiftung versucht beispielsweise gemeinsam mit Unternehmen, Wissenschaft und Politik ein Rahmenwerk für eine regenerative Art der Wirtschaft zu entwickeln.

Weitere Informationen:

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Circular Thinking 21.0: Wie wir die Welt wieder rund machen von Amazon Media EU S.à r.l.

2017-07-24-1500907412-3292553-Cover.PNG

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Them

a?

Die HuffPost ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.

MEHR:blogs

Sponsored by Trentino