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Von A nach B: Warum klassische Logistik heute aufs Abstellgleis führt

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ABSTELLGLEIS
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Wer heute auf klassische Logistik setzt und die Güter von A nach B transportiert, fährt direkt aufs Abstellgleis. Nur wer das Ganze im Blick hat und als Unternehmen die gesamte Welt als Markt betrachtet, wird die Zukunft sehen, verstehen und gestalten können.

Autos, Flugzeuge, Schiffe und Züge transportieren immer größere Warenströme rund um den Globus. Globalisierung und Digitalisierung sind ohne moderne Logistik nicht möglich: Umfang, Frequenz und Distanz der Warenflüsse haben heute eine völlig neue Dimension erreicht, die auch den Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) e.V., die Bundesvereinigungen Logistik (BVL), das EffizienzCluster LogistikRuhr und den Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW e.V. beschäftigen.

Logistik ist das Fundament des weltweiten Warenaustauschs und des digitalen Einkaufens - sie bedeutet mehr als nur Lagern, Umschlagen oder Transportieren. Allerdings muss sich die Logistik selbst digitalen Transformationsprozessen stellen, denn ein effizienter Warenaustausch ist nur mit digital gesteuerter Logistik möglich. Die „nachhaltige" Verbindung zwischen IT und Logistik birgt ein enormes Potenzial für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland.

Der Verweis auf Nachhaltigkeit ist hier deshalb von Bedeutung, weil wir es entlang der gesamten Wertschöpfungskette immer auch mit einer „Schadschöpfungskette" zu tun haben: „Durch den intelligenten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien gilt es, diese Schadschöpfung zu minimieren", sagt Roland Pfennig, Professor für Wirtschaftsinformatik im Fachbereich Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik (VB). Bereits heute werden durch Big Data-Anwendungen Ereignisse in der Zukunft relativ sicher vorhergesagt, „so dass z.B. Kundenbedarfe und Maschinenwartungen mehr im Vorfeld ressourcenoptimiert bearbeitet werden können. Die Vernetzung aller Betriebsmittel und Anlagen sorgt dafür, dass alle Mitglieder eines Netzwerkes quasi in Echtzeit die beste Lösung finden."

Es gibt etliche gute Beispiele für die Umsetzung unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten: Am 8.Mai 2017 wurde zum zehnten Mal der Eco Performance Award (EPA) an Unternehmen verliehen, die aufgrund ihrer nachhaltigen Ausrichtung und Handlungsweisen eine Vorreiterrolle einnehmen. Stifter des unabhängigen Gütesiegels waren DKV Euro Service und dessen Premiumpartnern Knorr Bremse und PTV Group. Wissenschaftlich begleitet wurde der Award vom Lehrstuhl für Logistikmanagement der Universität St.Gallen.

In der Kategorie „kleine und mittelständische Unternehmen" wurde die auf bundesweite Lebensmitteltransporte spezialisierte BODAN Großhandel für Naturkost GmbH ausgezeichnet: Bis 2020 möchte das Unternehmen die Treibhausgas-Emissionen des Fuhrparks auf 0 % reduzieren. Dazu soll der für die Transportkühlung und den Fahrzeugantrieb erforderliche Diesel durch einen Diesel-Ersatz-Stoff ersetzt werden. Als Brückentechnologie setzt das Unternehmen Hybrid- und Erdgas-Lkw ein, die teilweise mit Biogas aus Lebensmittelabfällen betrieben werden. Um die Auslastung der LKWs zu erhöhen, werden Auslieferverkehr, Beschaffungsverkehr und Güterkraftverkehr als Dienstleistung für Dritte kombiniert - so lassen sich der CO₂-Ausstoß und die Kosten pro Transporteinheit senken.

In der neu geschaffenen Kategorie Startups setzte sich die InstaFreight GmbH durch, die auf Track and Trace/Visibility (Sendungsverfolgung) und Flottendisposition bzw. Einsatzsteuerung von Fahrzeugen spezialisiert ist: Kunden können über die InstaFreight-Plattform Transporte sofort digital buchen. Das System verbessert die Fahrerperformance und Auslastung (bis zu 15 Prozent). Zudem reduziert es die CO₂-Emissionen, weil es auf bestehende Telematik-Geräte aufbaut und diese nicht ausgetauscht werden müssen. Zudem wird das Umfeld des Fahrers (z.B. Disposition) mit berücksichtigt, sodass die Lösung auch einen sozialen Aspekt aufweist.

Neben den Gewinnern wurden die Alpensped GmbH Internationale Logistik, die Saloodo! GmbH, die Fercam AG, die Caffrey International Ltd. Irland und die LOSTnFOUND AG als Nominierte ausgezeichnet.

Die wichtigsten Fragen zu Transport und Logistik von A bis Z

Welche ANFORDERUNGEN werden Kunden künftig an Logistik stellen?

Warum hat sich der ELEKTROANTRIEB bei den Fernverkehr-Lkws noch nicht durchgesetzt?

Wie kann die engere Verzahnung von Auto und Infrastruktur bei zunehmender Durchsetzung von ELEKTROMOBILITÄT gelingen?

Welche INNOVATIONSPOTENZIALE prägen die Logistik Zukunft?

Wie arbeitet die Logistikbranche gegen das schlechte Image KRAFTFAHRERBERUFS an?

Wie können LOGISTIK und Mobilität der Zukunft als Treiber einer nachhaltigen Wirtschafte in die Entwicklungen eingebunden werden?

Wie kann Industrie 4.0 dazu beitragen, LOGISTIKPROZESSE hinsichtlich der Ressourceneffizienz zu optimieren?

Was macht eine qualitativ hochwertige und nachhaltige MOBILITÄTSDIENSTLEISTUNG in Kombination mit wirtschaftlichem Handeln aus?

Welche Ansprüche werden an intelligente MOBILITÄTSSYSTEME der Zukunft gestellt?

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit die MOBILITÄTSWENDE gelingen kann?

Werden in der digitalen STADT von morgen die Verkehrs- und Energieflüsse lastabhängig gesteuert?

Wie lassen sich Automobil-, Informations- und Telekommunikationsbranche zur Entwicklung von SYSTEMLÖSUNGEN besser verzahnen?

Weshalb gilt der Einsatz innovativer und digitaler TECHNOLOGIEN als Schlüsselfaktor innerhalb der komplexen Logistikprozesse?

Wie kann Technik dabei helfen, Umwelt und Kraftfahrer zu entlasten, sowie dazu beitragen, den VERKEHR sicherer zu machen?

Wie lässt sich das wachsende VERKEHSAUFKOMMEN effizienter und nachhaltiger organisieren?

Welche VERKEHRSKONZEPTE sind zukunftsfähig?

Wie lassen sich ZUKUNFTSMÄRKTE für urbane Infrastruktur und Logistik erschließen?

Fragen im Unternehmenskontext

Wie weit fortgeschritten ist die Einführung eines Transportmanagementsystems?

Welche aktuellen Projekte laufen zur Optimierung der Unternehmenslogistik? Inwieweit sind sie ökologisch relevant?

Wird dieses System unternehmensweit einheitlich zur Anwendung kommen?

Wie wird der ökologisch verträgliche Transport von Waren (z.B. Einsatz von Bahn und Schiff sowie optimierte LKW-Auslastung) gefördert?

Werden mehr Lkw mit geringerer Schadstoffklasse eingesetzt?

Weiterführende Informationen:

Werner Landhäußer und Alexandra Hildebrandt: Fragen zur Digitalisierung von A bis Z: Wie wir die neue Welt besser verstehen können. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

Tobias Loitsch: Impulse zur Digitalisierung von A bis Z: Fakten, Meinungen, Hinweise & Anregungen zu neuen Denken. . Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

Ulrich Wolter und Linda Saal: CSR als Wertschöpfungs- und Vernetzungsfaktor im digitalen Zeitalter am Beispiel der DKV MOBILITY SERVICES Group. In: CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer. Berlin Heidelberg, SpringerGabler Verlag 2017.

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