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TextileMission: Initiative gegen Mikroplastik in der Umwelt

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MIKROPLASTIK
ullstein bild via Getty Images
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Ein Gro├čteil unserer Bekleidung besteht aus Synthesefasern, die w├Ąhrend des Waschvorgangs Mikroplastikpartikel freisetzen. Fleece-Materialien sind hiervon besonders betroffen. Die Partikel mit einem Durchmesser von unter 5 mm werden von heutigen Kl├Ąranlagen nur teilweise herausgefiltert und gelangen ├╝ber das Abwasser in Fl├╝sse, Seen und Meere, wo sie sich in der Nahrungskette anreichern.

In Form von Plastikpartikeln haben Forscher beispielsweise Polyethylen und Nylon in den Meeren gefunden - sogar in Speisefischen und Meeresfr├╝chten. In Nord- und Ostsee wird Mikroplastik auch von Speisefischen und Meeresschnecken gefressen. K├╝rzlich haben Biologen prognostiziert, dass bald 99 Prozent aller Seev├Âgel mit ihrer Nahrung Plastikreste verschlucken werden. Vielen dieser Tiere droht der Tod durch zu viel Plastik im Bauch (Quelle: Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum f├╝r Polar- und Meeresforschung).

Derzeit treiben rund f├╝nf Billionen Kunststoffpartikel in den Weltmeeren, j├Ąhrlich kommen acht Millionen Tonnen Plastikm├╝ll hinzu. Er verrottet nicht, sondern verwittert nur langsam. Folglich wird das Plastik, das ├╝ber lange Zeitr├Ąume im Wasser bleibt, durch Sonnenlicht, Wind und Wellen in immer kleinere Teilchen zersetzt.

Diese Umweltbelastung zu reduzieren, ist das Ziel des vom Bundesministerium f├╝r Bildung und Forschung gef├Ârderten Verbundprojektes ÔÇ×TextileMission". Der Startschuss daf├╝r fiel am 1. September 2017. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Belastung der Umwelt durch Mikroplastikpartikel zu reduzieren, die Textilien aus Synthesefasern bei der Haushaltsw├Ąsche freisetzen.

Das Projekt l├Ąuft ├╝ber einen Zeitraum von drei Jahren und wird vom BMBF im Rahmen des F├Ârderschwerpunktes ÔÇ×Plastik in der Umwelt - Quellen, Senken, L├Âsungsans├Ątze" mit rund 1,7 Millionen Euro gef├Ârdert. Projektpartner sind acht Organisationen aus der Sportartikel-Industrie, der Wasch-maschinen- und der Waschmittelbranche, der Forschung und dem Umweltschutz: die adidas AG, der Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI) als Projektkoordinator, die Henkel AG & Co. KG aA, die Hochschule Niederrhein, die Miele & Cie. KG, Polartec LLC, die TU Dresden, die VAUDE Sport GmbH & Co. KG und der WWF Deutschland.

Es wird ein interdisziplin├Ąrer Forschungsansatz verfolgt, der zwei L├Âsungswege besonders in den Fokus r├╝ckt. Es sollen durch textiltechnische Forschung und die Optimierung von Produktionsprozessen Textilien und Kleidungsst├╝cke entwickelt werden, die im Vergleich zu heute auf dem Markt verf├╝gbaren Produkten einen deutlich geringeren Mikropartikelaussto├č aufweisen. Dabei testen die Textilforscher gemeinsam mit den beteiligten Sportbekleidungsherstellern auch biologisch abbaubare Fasern als umweltschonende Alternative.

Zudem wollen die Projektpartner zur Optimierung der Kl├Ąranlagentechnologie beitragen. Praxistaugliche Innovationen h├Ątten den Vorteil, dass sie auch zur Reduktion des Mikroplastikeintrags aus nicht-textilen Quellen beitragen w├╝rden. Daneben werden mittels Wasch- und Laborkl├Ąranlagentests systematisch Daten zum Ausma├č und der Reichweite des Mikropartikelaussto├čes unterschiedlicher Textilien erhoben, um ein verbessertes Verst├Ąndnis von Stoffstr├Âmen und dem Verbleib von textiler Mikroplastik in der Umwelt zu erhalten und so eine Forschungsl├╝cke zu schlie├čen.

Weitere Informationen:

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Gut zu wissen... wie es grüner geht: Die wichtigsten Tipps für ein bewusstes Leben von Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.