BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Dr. Alexandra Hildebrandt Headshot

Tätiges Leben: Betrieblicher Klimaschutz aus der Praxis für die Praxis

Veröffentlicht: Aktualisiert:
GREEN BUSINESS
Rawpixel via Getty Images
Drucken

Im Rahmen ihrer CSR- und Nachhaltigkeitsstrategien verankern deutsche Unternehmen das Thema Klimaschutz immer stärker in ihrem Kerngeschäft. Das Projekt „Klimaschutz gewinnt" fördert diese Entwicklung, indem Informationen, konkrete Handlungsfelder und -hilfen sowie Durchführungsmaßnahmen über innovative Best-Practices mit hohen CO2- und Energieeinsparungserfolgen in die Breite von Wirtschaft und Gesellschaft getragen werden.

Dies soll dazu beitragen, dass konkrete Klimaschutzprojekte in Unternehmen initiiert und Mitarbeiter motiviert werden, sich beruflich und privat klimafreundlich zu verhalten. Gefördert wird diese Initiative vom Bundesumweltministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Mit der NKI initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Vorhaben, um Energie effizienter zu nutzen und Emissionen zu mindern.

Ziel der Bundesregierung ist es, im Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen in Deutschland um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Bis 2050 sollen diese um 80 bis 95 Prozent verringert werden.

Unter dem Motto „Aus der Praxis, für die Praxis" organisiert der Klimaschutz-Unternehmen e. V. am 27. Juni 2017 in Berlin erstmals einen ganztägigen „Praxistag betrieblicher Klimaschutz". Rund 20 Mitgliedsunternehmen des Verbandes gewähren in neun verschiedenen Workshops Einblicke in ihre innovativen Klimaschutzprojekte und zeigen praxisnahe Lösungsansätze zur Verringerung der CO2-Emissionen und zur Steigerung der Energieeffizienz auf.

Es werden hier u.a. Autoren des Springer-Standardwerks „CSR und Energiewirtschaft" referieren: Matthias Dudel von der Mader GmbH & Co. KG widmet sich dem Thema „Smarte Druckluft - wie Prozessintelligenz und Digitalisierung die Energieeffizienz erhöhen". Stefanie Kästle, Leiterin Qualitäts-, Umwelt-, Energiemanagement bei Mader, stellt das Thema „Energieeffiziente Druckluft - Ermittlung und Realisierung von Einsparpotenzialen" vor. Im Mittelpunkt des Vortrags von Wolfgang Saam (Klimaschutz-Unternehmen e. V.) stehen „Mitarbeiterprojekte der Klimaschutz-Unternehmen".

Zum offiziellen Auftakt werden die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (tbc) des Bundesumweltministeriums sowie der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, sprechen.

Wann immer sich eine passende Gelegenheit ergibt, konfrontiert er sein Publikum mit drei einfachen Fragen, die jedoch erstaunlich eindeutige Reaktionen hervorrufen, wie er in seinem Buch „Selbstverbrennung" anschaulich beschreibt:

„1. Frage: Glauben Sie, dass es Ihnen heute besser geht als damals Ihren Großeltern?
Reaktion: Eine überwältigende Mehrheit im Auditorium reckt nach kurzem Zögern den Arm hoch.

2. Frage: Glauben Sie, dass es Ihren Enkeln einmal besser gehen wird als Ihnen heute?
Reaktion: Fast alle Hände bleiben unten; die wenigen, die den Arm oben haben, schauen sich verschämt oder trotzig im Saal um.

3. Frage: Finden Sie das in Ordnung?
Reaktion: Keinerlei Armbewegung, vereinzeltes verlegenes Lachen..."

Das bedeutet nach Schellnhuber, dass zumindest diejenigen, die mit offenen Augen durchs Leben gehen, wissen, dass sich das Menschheitsprojekt in die falsche Richtung bewegt. In seinem Buch und in seinem Vortrag zeigt er Möglichkeiten auf, wie durch „Fernstenliebe und Einsicht" noch umgelenkt werden kann.

Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie sind wichtige Treiber und Multiplikatoren im Bereich Klimaschutz und Energieeffizienz. Die gestiegene Erwartungshaltung im Bereich CSR und Nachhaltigkeit sind Gründe dafür, Prozesse und Systeme in Unternehmen heute ressourcenschonend zu gestalten.

Der kostenlose Praxistag der Klimaschutz-Unternehmen richtet sich an interessierte Vertreter deutscher Wirtschaftsunternehmen, die sich über vielfältige Maßnahmen zu Klimaschutz und Energieeffizienz im Unternehmen informieren und austauschen möchten.

Nachhaltigkeit ist ohne den Begriff „Praxis" nicht denkbar, denn es geht um eine ganz eigene Art des Tuns - einer besonderen Form der Praxis, die auf das zurückgeht, was die antiken griechischen Philosophen als „tätiges Leben" beschrieben haben. Im Mittelpunkt steht die Suche nach einem zielgerichteten Handeln, wie sie auch die Impulse und Maßnahmen zum Betrieblichen Klimaschutz vermitteln. Nachhaltiger Erfolg hat auch hier drei Buchstaben: TUN.

Literatur:

Hans Joachim Schellnhuber: Selbstverbrennung. Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff. C. Bertelsmann Verlag, München 2015.

CSR und Energiewirtschaft. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer. SpringerGabler Verlag. Heidelberg Berlin 2015.

____

Lesenswert:

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blog-Team unter blog@huffingtonpost.de.