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Schau an! Kein Spiel: Making-of mit Valerie Niehaus

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Die Macht der Empathie

Wenn in diesen Tagen der aktuelle TV-Film "Verdammt verliebt auf Mallorca" mit Valerie Niehaus, Stephan Luca und Uwe Ochsenknecht ausgestrahlt wird und der Sommer auf dem Bildschirm in die Verlängerung geht, gibt es noch weitere erwärmende Lichtblicke, die allerdings leicht übersehen werden, weil sie nicht auf dem Bildschirm zu sehen sind, sondern im richtigen Leben.

Fast zeitgleich zur TV-Premiere wird auf der Facebook-Seite der von Valerie Niehaus, ihrer Schauspielkollegin Christina Hecke und der Fotografin Steffi Henn gegründeten Gemeinschaftsinitiative AUF EIN WORT ein berührendes Video gezeigt, in dem Kinder und Lehrer der Biesalski-Schule, ein Förderzentrum, eine Grundschule und eine Sek I-Schule für SchülerInnen mit den Förderschwerpunkten „Körperlich-motorische Entwicklung" im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf zu Wort kommen:

Making-of AUF EIN WORT in School
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Es ist ein Film über gelebte Integration, über die Kraft des Kleinen und das Engagement des Einzelnen. Auch eine Fotoserie von Steffi Henn ist integriert. Die Aufnahmen wurden im Juni im Rahmen des jährlichen Biesalski-Cups gemacht, über den hier berichtet wurde:

Warum Gemeinschaftsinitiativen zum Thema Vielfalt Schule machen

Die Gründerinnen von AUF EIN WORT waren, wie auch im Making-of zu sehen ist, beim Shooting anwesend. Ebenso Ruth Spiller, die das Video gedreht hat.

Es war für alle ein selbstverständliches ehrenamtliches Engagement, das mit dem Shooting prominenter MitstreiterInnen wie Anja Reschke, Milan Peschel, Heiko Maas, Matthias Koeberlin, Christine Urspruch, Maria Ehrich, Walter Sittler, Tyron Ricketts, Hubertus Meyer-Burckhardt, Simone Thomalla, Emilia Schüle, Katharina Wackernagel, Samuel Koch & Sarah Elena Timpe, Michael Brandner, Johann von Bülow, Harald Krassnitzer, Katy Karrenbauer, Hannes Jaennicke, Roberta Bieling, Jochen Schropp, Steffi Nierius, Noah Levi, Kilian Kerner und Monika Grütters begann.

Sie alle haben als Prominente Gestaltungsmacht und nutzen sie, „um Gutes zu tun und der Gesellschaft auf nachhaltige Weise" zu dienen, wie es auch der Psychologieprofessor der University of California, Dacher Keltner, in seinem aktuellen Buch „Das Macht-Paradox" beschreibt:

Macht gedeiht dort, wo Solidarität und Begeisterung spürbar sind, wo positive Einflussnahme durch Freundlichkeit, Gemeinsinn und Gerechtigkeit wächst. Sie ist das Ergebnis kleiner Handlungen und des persönlichen Engagements.

Das gängige Bild der Macht, die mit Zwang und Gewalt verbunden ist, lässt sich heute nicht mehr halten. Macht ist für Keltner im positiven Sinne die Fähigkeit, etwas in der Welt nachhaltig zu verändern. Sie ist für ihn das Mittel, „durch das wir uns aufeinander beziehen":

• Dauerhafte Macht erwächst aus Empathie.
• Dauerhafte Macht beruht auf Geben statt Nehmen.
• Dauerhafte Macht beruht darauf, Dankbarkeit zu zeigen.
• Dauerhafte Macht beruht darauf, Geschichten zu erzählen, die zusammenführen.

Dass sich Valerie Niehaus für das Wort Empathie im Rahmen ihrer Gemeinschaftsinitiative entschied, ist deshalb kein Zufall. Denn Empathie ist eine wichtige Triebkraft für Kooperation und Gemeinschaftlichkeit.

Ihr Denken und Handeln macht Valerie Niehaus zu einer Optimistin, die sich wie alle UnterstützerInnen ihrer Gemeinschaftsinitiative nicht verschließt, die negativen Seiten der Gesellschaft zur Kenntnis zu nehmen, sondern sich lediglich weigert, sich ihnen zu unterwerfen.

Wer denken will, muss fühlen

Empathie ist für Valerie Niehaus der Schlüssel zum Denken. Für das deutsche Standardwerk „CSR und Digitalisierung", das Anfang 2017 im Fachverlag SpringerGabler erscheint, hat sie eines der Vorworte geschrieben. Ihr Text ist eine innere Schau, kein Spiel:

So beschreibt sie die Aufgabe des Schauspielers, fremde Verhaltensweisen zu begreifen, nach Motivationen zu suchen, die ihnen gegensätzlich sind:

„Wir übernehmen Verantwortung für unsere Figuren, wir sind die Vertreter ihrer Schicksale, und sie sind auf unser Verständnis angewiesen - auf die Empathie, die im gesunden Denken wachsen kann."
Zum kraftvollen Denken braucht es ihrer Ansicht nach Persönlichkeit, die wiederum auf Tugenden basiert:

„Denken muss geprüft werden auf Werte, Haltungen und Vorurteile. Jeder Einzelne muss hier ausmisten, neu sortieren, mit starker Hand weitest möglich eigene Entscheidungen treffen."

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Zur Person:

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Copyright: Steffi Henn

Valerie Niehaus wurde 1974 im nordrhein-westfälischen Emsdetten geboren und zog später mit ihrer Familie nach München. Bereits als Schülerin spielte sie eine kleine Rolle in Klaus Emmerichs Ruhrpott-Saga "Rote Erde". Nach ihrem Abitur folgte die Hauptrolle der Julia in der ARD-Soap "Verbotene Liebe", womit sie zum TV-Star wurde.

Nach zwei Jahren stieg Valerie Niehaus dann aus der Serie aus, um in New York am renommierten Lee Strasberg Theatre Institute zu studieren, und seit ihrer Rückkehr nach Deutschland 2001 war die Schauspielerin in mehr als 70 TV-Produktionen zu sehen. So spielte sie unter anderem in Sönke Wortmanns "St. Pauli Nacht", im ZDF-Zweiteiler "Die Gustloff" unter der Regie von Joseph Vilsmaier, in Dieter Wedels Mediziner-Komödie „Mein alter Freund Fritz" und in Roland Suso Richters mehrfach ausgezeichnetem Fernsehdrama "Mogadischu" mit. Außerdem war sie die Titelheldin der ZDF-Familienserie "Alles über Anna". Sie spielte auch im Sat.1 Actionfilm „Die Pilotin - Entscheidung in den Wolken" oder im mehrfach ausgezeichneten ARD Biopic „Der Mann mit dem Fagott" von Miguel Alexandre, welcher sowohl den Deutschen Fernsehpreis als Bester Mehrteiler sowie die österreichische Romy als Bester Fernsehfilm erhielt.

Ihr komödiantisches Talent stellte Valerie Niehaus u.a. in Titus Selges Beziehungskomödie „Überleben an der Wickelfront" unter Beweis, an der Seite von Uwe Ochsenknecht als überfordertes Ehepaar, der später die Fortsetzung „Überleben an der Scheidungsfront" folgte, sowie zur Sat1-Reihe „Frauenherzen", angelehnt an die erfolgreichen „Männerherzen"-Filme von Simon Verhoeven.

2013 war Valerie Niehaus in dem historischen ARD Eventmovie „Die schöne Spionin" zu sehen. In „Der Rücktritt", einem Film, dessen Geschichte auf dem Rückzug des damaligen deutschen Bundespräsident Christian Wulff basierte, spielte sie anschließend neben Kaj Wiesinger und Anja Kling, und in den TV-Komödien „Drunter und Brüder" und „Zwei Familien auf der Palme" bewies sie 2014 erneut ihr komödiantisches Talent.

Weitere Filme folgten mit „Mordshunger - Wilder Westen", „Der Staatsanwalt - Tödlicher Trab" und der internationalen Produktion "Crossing Lines", sowie mit "Sketch History", die gegenwärtig im ZDF zu sehen ist. 2016 war außerdem das Jahr „Der Spezialisten - Im Namen der Opfer", einer neuen ZDF-Krimiserie um alte Fälle, die neu aufgerollt werden, in denen sie die Hauptrolle der Pathologin Dr. Katrin Stoll spielte, und sie drehte die SAT1-Komödie „Verdammt verliebt auf Malle" (Ausstrahlung: 13. September 2016).

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