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Personalverantwortung 21.0: Tun statt reden

26/02/2017 18:04 CET | Aktualisiert 27/02/2017 13:59 CET
franz wamhof

Warum wir ein demografieorientiertes Personalmanagement brauchen

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt radikal. Neue Anforderungen wie Agilität, Flexibilität und digitales Denken sind erforderlich, um in einer demografisch herausfordernden Welt mitzuhalten und sich an die Dynamik der Märkte anzupassen. Vor allem die Personalabteilungen stehen vor schwierigen Aufgaben, die mit bisher gängigen Instrumentarien kaum mehr zu bewältigen sind. Hinzu kommt das sich ständig wandelnde Anforderungsprofil an Mitarbeiter- und Führungskräfte.

Telekom-Chef Timotheus Höttges hat in seinem Konzern das Führungsprinzip „Empower to perform" eingeführt, durch das Mitarbeitern mehr Freiheit gewährt werden soll. Er erhofft sich, damit mehr kreatives Potenzial freizusetzen. Dieser Ansatz bestätigt, dass sich die Innovationskraft eines Unternehmens auch aus dem Personalmanagement ergibt.

„Engpässe bei der Versorgung mit hochqualifizierten Arbeitnehmern im Rahmen der demografischen Entwicklung - die Prognosen einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung beinhaltend - beeinflussen schließlich konkret die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens", sagte die Innovationsforscherin Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl bereits 2012 im Rahmen der Baden-Badener Unternehmer Gespräche, eine der wichtigsten und traditionsreichsten Institutionen für die Entwicklung des obersten Führungsnachwuchses.

Sie leitet das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI. Daneben ist sie Inhaberin des Lehrstuhls Innovations- und TechnologieManagement am Institut für Entrepreneurship, Technologie-Management und Innovation (ENTECHNON) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Sie arbeitet zu Entstehungsbedingungen von Innovationen und deren Auswirkungen. Schwerpunkte ihrer Forschung bilden dabei das Management von Innovationen und Technologien, Roadmapping, die strategische Technologie-Vorausschau und -Planung, Unternehmensnetzwerke sowie Wissensmanagement.

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Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl (Copyright: Franz Wamhof)

Ein demografieorientiertes Personalmanagement hebt sich nach Ansicht der Innovationsforscherin von der Konkurrenz ab und berücksichtigt die Auswirkungen der demografischen Entwicklung für das eigene Unternehmen: „Der Einsatz entsprechender Maßnahmen ist positiv damit verknüpft, erfolgreich neue Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. Für diesen Modus von Innovationen sind das Wissen und die Kompetenzen von älteren Beschäftigten, die zudem mit dem aktuellen Stand ihres Fachgebietes vertraut sind, von ebenso hoher Relevanz wie die Nachwuchsförderung."

Selbst Handelnder sein statt Behandelter

Damit die Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung gelingt, braucht es vor allem Übersetzer, die komplexe Sachverhalte in einzelne Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenfügen und das Ganze mit eigenen Beobachtungen anreichern.

Ein solcher „Dolmetscher" ist Dipl.-Ing. (FH) Werner Neumüller, dessen vielfach ausgezeichnete Unternehmungen mehr als 300 Mitarbeiter/innen an fünf Standorten beschäftigen. Kerngeschäft ist die Rekrutierungsunterstützung über die Personaldienstleistung vor allem im akademischen Umfeld und bezüglich Ingenieurqualifikationen.

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Werner Neumüller (Copyright: Neumüller Unternehmungen)

Mit ihm entstand die Kindle Edition „Tun statt reden: Personalverantwortung 21.0 von A bis Z", die zahlreiche Themen dieses HuffBlogs aufnimmt und in aktuelle Zusammenhänge stellt. Es wird gezeigt, dass in der Arbeits- und Lebenswelt des 21. Jahrhunderts TUN mit drei Begriffen in Beziehung steht: Verbinden, Vernetzen und Sich-Verhalten.

Das bedeutet beispielsweise auch, ein zeitgemäßes Handwerk wie Programmieren zu lernen und Prozesse ganzheitlich zu verstehen, damit niemand zum Manipulierten („Behandelten") wird, sondern selbst „Handelnder" ist, um Zukunft mitzugestalten - allerdings nicht nur mit den Fingerspitzen (die auf Tasten drücken), sondern mit der ganzen Hand.

Das ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels besonders wichtig, denn er wird Unternehmen und Organisationen in den nächsten Jahren hart treffen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen haben zunehmend Probleme, benötigte Fachkräfte zu rekrutieren.

Anhand zahlreicher Beispiele und Erfahrungsberichte wird gezeigt, was es braucht, um Organisationen zukunftsfähig zu machen und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit sich Menschen nachhaltig entwickeln können. Dabei kann Rekrutierungsunterstützung über die Personaldienstleistung oder Arbeitnehmerüberlassung mit Übernahmeoption hilfreich und ergänzend zielführend sein.

Die Auswahl bietet einen Gesamtüberblick von A bis Z über die wichtigsten Personalthemen in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts. Die alphabetische Zusammenstellung ist gewählt worden, weil weiche und harte Themen auf diese Weise miteinander verschmelzen können. Zudem werden gesellschaftliche Entwicklungen, aktuelle Debatten, Sichtweisen und Interessenslagen zusammengeführt:

Wie gelingt die nachhaltige Besetzung von FÜHRUNGSPOSITIONEN?

Mit welchen Arbeitsmitteln können die richtigen KANDIDATEN gefunden werden?

Wie werden die Veränderungen in der Altersstruktur bei der Planung betrieblicher KARRIEREWEGE berücksichtigt?

Auf welche KOMPETENZEN kommt es künftig an?

Warum ist Wissen ohne KÖNNEN wertlos?

Wie sehen künftig die betrieblichen Abläufe und ORGANISATIONSSTRUKTUREN aus? Wie können sie schon professionalisiert werden?

Was gehört zu den neuen Aufgaben der PERSONALBERATER?

Weshalb gewinnt das PERSONALRESSORT in vielen Unternehmen heute an strategischer Relevanz? Welche Themen stehen auf der aktuellen Agenda der Personalabteilungen?

Was ist richtiges RECRUITING?

Welche ZUKUNFTSKONZEPTE sollten Unternehmen haben? Wie beeinflussen sie Entscheidungen der Gegenwart?

Dieses Buch soll und will Antworten darauf geben. Der Titel „Tun statt reden" verweist auf die Bedeutung des Könnens und Tuns im digitalen Zeitalter, in dem Hand und Hirn zusammengehören: Ohne anpackende Menschen, die klug und pragmatisch die Welt gestalten, kann sich eine Gesellschaft nicht nachhaltig entwickeln und innovativ sein.

Weiterführende Informationen:

Marion A. Weisssenberger-Eibl: Herausforderungen und Chancen des strategischen Innovationsmanagements in der Praxis (26.4.2012). Baden-Badener Unternehmer Gespräche.

Werner Neumüller und Alexandra Hildebrandt: Tun statt reden: Personalverantwortung 21.0 von A bis Z. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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