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Wie nachhaltige Bildung zum Verständnis von komplexen Zusammenhängen führt

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SUSTAINABILITY AFRICA
subman via Getty Images
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Bildung ist ein nachhaltiger Hebel für Veränderung. Sie setzt entschlossenes Denken und Handeln voraus, zeigt das Warum, um das Wie zu erleichtern.

Für Reiner Meutsch, dem ehemaligen Geschäftsführenden Gesellschafter des Reisedirektanbieters Berge & Meer Touristik GmbH, der im Zusammenhang mit seiner Weltumrundung im Jahr 2009 die „Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP" gründete, bilden Lernen, Wissen und Können eine Einheit.

Nachhaltige Bildung führt zum Verständnis von komplexen Zusammenhängen - das ermöglicht ein „Denken auf Vorrat" und ist eine der wichtigsten Ressourcen der Zukunft.

Wer richtig gut sein will in dem, was er tut, muss auch bereit sein, den nötigen Einsatz dafür zu leisten und dranzubleiben. Wer etwas meistern will, muss rausgehen und es einfach machen. So war es auch bei Reiner Meutsch.

Seine Stiftung errichtet hauptsächlich neue Schulen in Entwicklungsländern. Bis heute konnten bereits knapp 200 Projekte rund um den Globus mit Spendengeldern umgesetzt werden.

2014 wurde er für seine Verdienste mit dem Columbus-Ehrenpreis der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erfüllte sich ein weiterer großer Traum: Er hatte eine Privataudienz beim Dalai Lama in Nordindien. 2017 erhielt er den Ehrenpreis „Goldene Sonne" für sein Lebenswerk.

Namibia ist überall

Die Stiftung FLY & HELP hat im Norden Namibias bereits fünf Schulen für Stammeskinder gebaut. Reiner Meutsch reiste im Oktober 2017 in das Kaokoveld, um die gerade fertiggestellte Schule in Otjikojo persönlich einzuweihen.

Das Kaokoveld ist eine abgelegene Region im Nordwesten Namibias, ca. 900 Kilometer von Windhoek entfernt. Hier ist eines der letzten frei und traditionell lebenden Völker unserer Erde angesiedelt: die Ovahimba, die zu den Herero gehört.

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© Priska Kuntz-Belleville

Auch bei den Ovahimba besteht zunehmend der Wunsch, ihre Kinder in eine Schule gehen zu lassen, um ihnen eine nachhaltige Zukunft zu ermöglichen. Insgesamt wurden mit Unterstützung der Stiftung bereits knapp 200 Schulen errichtet - fünf davon im Kaokoveld.

Namibia besteht zum großen Teil aus Farmflächen und Naturparks. „Es ist deshalb nicht einfach, flächendeckend für genügend Schulen zu sorgen. Die Schulen im Kaokoveld haben teilweise ein Einzugsgebiet von 50 Kilometern.

Die meisten Kinder schlafen deshalb auch bei der Schule, weil die Fußwege dorthin so lang sind", sagt Silanca Weihmann von der Reiner Meutsch Stiftung.

Das Dorf Otjikojo befindet sich in den Bergen ca. 160 km hinter Opuwo. Die dortige Buschschule wurde 2002 gegründet und wird von 140 Kindern besucht. „Bisher mussten sie auch dort auf dem nackten Erdboden schlafen - zugedeckt mit Lumpen.

Das bedeutet, dass sie im Sommer sämtlichen Gefahren wie Schlangen, Skorpionen und Ungeziefer ausgesetzt sind. Im Winter herrschen Temperaturen zwischen plus fünf und Minusgraden. Und während der Regenzeit werden sie nass", so Weihmann.

FLY & HELP hat für die Kinder in Otjikojo zwei neue Klassenräume, eine Küche mit Speisesaal, ein Hostel für alle 140 Kinder und Lehrerunterkünfte gebaut. Zur Einweihung reiste Reiner Meutsch mit einigen Delegierten des Spenders Mary Kay in das Kaokoveld. Die beschwerliche Anreise in diese abgelegene Region dauerte einen ganzen Tag inklusive einiger Reifenpannen. In Otjikojo erwarteten Reiner Meutsch 140 dankbare Kinder und ihre Eltern, die traditionelle Tänze und Gesänge vorführten.

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Foto: FLY & HELP<

In der Schule werden den Kindern die wichtigsten Grundkenntnisse im Rechnen, Schreiben und Lesen in ihrer Muttersprache Otjiherero und Englisch vermittelt. Sie dürfen dort ihre traditionelle Kleidung tragen und keine Schuluniform wie im Rest des Landes.

Sie lernen auch ihre traditionellen Tänze und Lieder und Hintergründe zu ihrer eigenen Kultur. Da das Volk stark unter Dürrekatastrophen und den daraus resultierenden Hungersnöten leidet, werden die Kinder in der Schule auch in praktischen Dingen wie dem Anbau von Lebensmitteln unterrichtet.

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„Wir werden gemeinsam mit unserem dortigen Projektpartner Kaokoland e.V. versuchen, den Kindern zu helfen, einen guten Konsens zwischen Tradition und Moderne zu finden und dabei ihre Wurzeln und Traditionen unbedingt zu bewahren", sagt Reiner Meutsch. Alle Spenden kommen 1:1 in den Projekten an, da er alle Kosten der Stiftung privat trägt oder diese von Sponsoren übernommen werden.

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Foto: FLY & HELP

Weiterführende Informationen:

Reiner Meutsch: Abenteuer Weltumrundung. PRIME PROMOTION GmbH, Kroppach 2011.

Alexandra Hildebrandt und Werner Neumüller: FLY & HELP: Wie sich sinnstiftende Unternehmer von anderen abheben. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2016.

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