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Mobil, global und digital: Was die Bundesliga mit der Transportbranche verbindet

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SOCCER INTERNET
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Digitalisierungsoffensiven: „Liga, bitte öffne dich"

Die Digitalisierung revolutioniert unsere Art zu denken, zu kommunizieren, zu leben und zu arbeiten.

Fast jeder Bereich ist davon heute erfasst. Das gilt für den Fußball genauso wie für die Transportbranche, in der die Entwicklung neuer Produkte und Services ebenso wichtig ist.

Einige Aspekte zum „rollenden Business" sind im Beitrag „Was die Transportbranche mit Fußball verbindet" aufgeführt.

Wenn in diesen Tagen die 54. Spielzeit der Fußball-Bundesliga beginnt, wird es um mehr gehen als um Tore und Punkte:

„Aus dem Stadionbesuch ist längst eine customer experience mit diversen touchpoints für mehr fan experience geworden", schreibt Jens Tönnesmann in DIE ZEIT (25.8.2016). „Fans sind heute Kunden, und die Spitzenvereine sind Unternehmen."

Die Digitalisierung ist für die Deutsche Fußball Liga (DFL) von enormer Bedeutung: Bereits mehr als 40 Prozent aller Fans beschäftigen sich in der virtuellen Welt mit ihrer Mannschaft - vor, während oder nach dem Spiel.

„Damit ist Fußball nicht nur in Deutschland, sondern weltweit eine treibende Kraft der Digitalisierung", bemerkt Christian Seifert, Geschäftsführer der DFL Deutsche Fußball Liga, in seinem Beitrag „Was die Digitalisierung dem Fußball bringt - und warum die analoge Kommunikation trotzdem wichtig bleibt", der Anfang 2017 im deutschen Standardwerk „CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft" (hg. Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer) im Fachverlag SpringerGabler erscheint.

Die DFL erweitert kontinuierlich ihre weltweiten Digitalangebote und bietet den Fans im In- und Ausland ab sofort zahlreiche zusätzliche Zugänge zu Bundesliga-Inhalten:

„Neben Webseiten für China und die spanischsprachige Welt steht die offizielle Bundesliga-App zum Saisonstart am 26. August in Deutsch, Englisch und Spanisch für iOS und Android zur Verfügung."

Sie umfasst Top-News, Videos, Ergebnisse und Tabellen, Informationen zu Clubs und Spielern,TV-Partner-Suchfunktion, Statistiken sowie Social-Media-Elemente.

Ziel ist es, die Reichweite der Bundesliga voranzutreiben und die Popularität des deutschen Profifußballs weiter zu erhöhen.

Susanne Timosci, Direktorin Interaktive Medien bei der DFL, spricht sogar von einer „Wertsteigerung im Sinne von Liga und Clubs" und von „nachhaltigem digitalen Wachstum".

Die aktuellen Digitaloffensiven und notwendigen Technologien sind das eine - die damit verbundenen organisatorischen Veränderungen, die heute die gesamte Gesellschaft betreffen, das andere.

Wir haben erst „fünf oder zehn Prozent dieses Veränderungsprozesses hinter uns", sagte kürzlich Erik Brynjolfsson, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) der Süddeutschen Zeitung (23.8.2016, S. 17).

Der Syntegrationsprozess, der auch mit einer Neuorganisation der Kommunikations- und Informationsflüsse verbunden ist, wird noch Jahrzehnte dauern.

Heute haben wir es vor allem mit Einzelmaßnahmen zu tun, die sich schrittweise ins komplexe große Ganze fügen, das sich noch nicht überschauen lässt.

Wer am besten vernetzt ist, macht das Rennen

Die Überführung von Technologien, Strategien, Führungsstrukturen und Prozessen in das digitale Zeitalter ist heute für Unternehmen eine zentrale Chance und Herausforderung.

Das gilt in besonderem Maße auch für den Transport- und Logistiksektor. Auch hier beschäftigen sich alle Beteiligten mit neuen Möglichkeiten und Lösungsansätzen zur Bewältigung der zunehmenden Transportströme.

„In Zukunft werden die Unternehmen das Rennen machen, die am besten vernetzt sind.", sagt Ulrich Wolter, Director Marketing bei der DKV Euro Service GmbH & Co. KG, einem der führenden Mobilitätsdientleister für das Transport- und Omnibusgewerbe.

DKV Geschäftsführer Dr. Alexander Hufnagl, der die strategische Ausrichtung sowie die Ressorts Marketing, Vertrieb und das Geschäftsfeld Maut verantwortet, bestätigt das.

Der Handlungsdruck in der Branche sei enorm: Kunden fordern verstärkt, dass ihre Daten maßgeschneidert für ihre Softwaresysteme aufbereitet werden.

Damit will das Unternehmen jetzt stärker in den Markt gehen. Dazu baut der DKV seine IT aus und entwickelt aktuell eine offene Datenplattform.

Diese Plattform soll „Schnittstellen zu verschiedensten Partnern ermöglichen." Damit verbunden ist die Sammlung, Verbindung und Weiterleitung von Informationen an Verlader, Spediteure und Endkunden.

Im Kern sollen alle Daten aus dem System herausgezogen und z.B. um externe Geo- und Mobilitätsdaten ergänzt werden.

Der Mobilitätsdienstleister will eine vollumfängliche Plattform anbieten, „die alle relevanten Daten abbildet, die für die Steuerung eines Fuhrparks im Güterverkehr heute nötig sind - von der Verladung im Zeitfenster beim Hafen bis zu effizientem Fahren. Die Kunden müssen wissen, wann muss ich losfahren, wo kann ich parken, wann muss der Fahrer Pause machen, erreiche ich mein Zeitfenster an der Rampe (ETA), immer abhängig von der Verkehrssituation", erklärt Dr. Alexander Hufnagl.

Die Verkehrssituation lässt sich nicht ändern, doch „können die Daten für eine bessere Planbarkeit von Transporten zur Verfügung" gestellt werden.

Für noch mehr Sicherheit beim Tanken sollen in absehbarer Zeit Echtzeit-GPS- und Tankdaten miteinander abgeglichen werden können.

Digitalisierung beginnt innen

Der Einfluss der Digitalisierung zeigt sich aber auch in internen Prozessen: So sind Rechnungen und Gutschriften nicht nur mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden, sondern auch mit einen enormen Papierverbrauch.

Um die Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten und eine schnellere Rechnungsbearbeitung und Überweisung zu gewährleisten, werden elektronische Rechnungen per E-Mail automatisch verarbeitet (eInvoicing).

Das ist nach Unternehmensangaben ein wichtiger zukunftsorientierter Schritt. Denn dabei wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch Zeit und Geld gespart.

DKV Marketing-Chef Ulrich Wolter ist wie DFL-Chef Christian Seifert mit einem Fachbeitrag im Herausgeberband „CSR und Digitalisierung" vertreten:

„CSR als Wertschöpfungs- und Vernetzungsfaktor im digitalen Zeitalter am Beispiel der DKV Euro Service GmbH & Co. KG".

Gezeigt wird hier unter anderem, wie in der Branche optimierte Planungen auf Echtzeitdatenbasis ermöglicht werden, wie eine verbesserte Technik zu prozessoptimierten, energieeffizienten und sicheren Abläufen führt, wie Materialströme und die dafür nötigen logistischen Prozesse richtig funktionieren und flexibles Management unternehmensinterne und -übergreifende Kooperationen unterstützt. Und dass „rollende Geschäfte" ohne gesellschaftliche Verantwortung wertlos sind.

Zu den Personen:

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Christian Seifert (Copyright: DFL Deutsche Fußball Liga GmbH)

Christian Seifert ist Geschäftsführer der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH, Mitglied des Ligavorstands und Vizepräsident des DFB. Darüber hinaus agiert er als Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Bundesliga-Stiftung und als Sprecher der Initiative Profisport Deutschland (IPD) und ist Mitglied im Board of Directors der Vereinigung europäischer Profiligen (EPFL).

Seifert ist seit dem 1. Juli 2005 Geschäftsführer der DFL. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der KarstadtQuelle New Media AG, wo er u. a. das DSF und die Merchandisingrechte an der FIFA 2006 erwarb und das Engagement des Unternehmens im Bereich E- und TV-Commerce forcierte. Bei MTV Networks war der gebürtige Badener zuvor von 1998 bis 2000 als Direktor Marketing in Zentraleuropa für Endkunden- und Eventmarketing sowie neue Medien zuständig, nachdem er bei der MGM Media Gruppe München von 1995 bis 1998 zum Leiter Produkt Management aufgestiegen war.

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Ulrich Wolter (Copyright: privat)

Ulrich Wolter ist seit Januar 2011 bei der DKV MOBILITY SERVICES Group als Director Marketing tätig. In dieser Position verantwortet er die Entwicklung und Steuerung sämtlicher Marketing- und Kommunikationsaktivitäten - sowohl national, als auch international. Er berichtet direkt an die Geschäftsleitung.

Im Rahmen der strategischen Markenführung stellt der ausgebildete Werbefachwirt (IHK) den einheitlichen Markenauftritt (national und international) aller Marktgesellschaften der Gruppe sicher. Er gewährleistet deren konsequente werbliche und kommunikative Positionierung und sorgt für den Aufbau von Marken- und Produktpräferenzen gegenüber dem Wettbewerb bei allen relevanten Zielgruppen.

Seit Anfang 2016 zeichnet Ulrich Wolter zusätzlich für den neu geschaffenen CSR Bereich der DKV MOBILITY SERVICES Group verantwortlich.

Bevor er zur DKV MOBILITY SERVICES Group wechselte, bekleidete er Marketing-Führungspositionen bei namhaften internationalen Unternehmen (u.a. Bayer, BP, Castrol, Deutsche Post DHL, TOSHIBA und Sandvik Coromant). Zudem zeichnete er als Geschäftsführer großer deutscher Inhouse-Werbeagenturen (Aral und Metro) verantwortlich.

Ulrich Wolter wurde am 8. Juli 1956 in Leverkusen geboren. Seine berufliche Karriere startete er bei der Bayer AG in Leverkusen und absolvierte hier 1977 eine Ausbildung zum Wirtschafts-Assistenten.