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Menschen als Mittelpunkt der Digitalisierung

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DIGITAL HUMANS
Caiaimage/Sam Edwards via Getty Images
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Gastbeitrag von Tobias Loitsch

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Wirkungsvolle Integration

Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Digitalisierung von Prozessen und dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle steht der Kunde und Nutzer im Mittelpunkt. Mit den neu geschaffenen digitalen Strukturen wird ein Pfad eingeschlagen, der einen nahezu reibungslosen Ablauf sichert.

Es geht darum, nicht Menschen durch Technologie der Digitalisierung zu ersetzen, sondern mit Hilfe der Digitalisierung eine wirkungsvolle Integration zu schaffen, denn durch Digitalisierung wird eine Freiheit ermöglicht, die es erlaubt, sich von analogen Abfolgen zu trennen und durch variable Anordnungen neue Potenziale zu schaffen.

„Menschliche Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten." Nach dieser Aussage von Paul Watzlawick, Wissenschaftler und Philosoph, findet Kommunikation stets auf zwei Ebenen statt: mit dem gesprochenen Wort, im „digitalen" Bereich, jedoch genauso im „analogen" Bereich, der emotionalen Ebene mit persönlicher Mimik und Körpersprache.

Die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Entwicklung und Realisierung von digitalen Prozessen hängen von den beteiligten Menschen selbst ab. Das sind nicht nur die Mitarbeiter im Unternehmen, sondern besonders auch die Kunden und Verbraucher. Es ist von großer Bedeutung, die Bedürfnisse und das Verhalten der Zielgruppen genau zu analysieren und mit Werkzeugen der Analyse genau zu verstehen:

• nicht Menschen durch Technologie ersetzen
• Technologie befähigt Menschen
• Technologien nutzen für optimales Kunden / Verbraucher Umfeld
• Verhaltensweisen analysieren und verstehen
• analoge Abfolgen durch variable Anordnungen ersetzen

Deshalb müssen sich Unternehmen darauf konzentrieren, ein Umfeld zu schaffen, das es allen Beteiligten erlaubt, durch die digitale Technologie mehr zu erreichen und die Produktivität zu steigern.

Dazu dient eine Unternehmenskultur, in der die Möglichkeiten der Digitalisierung als wertvolle Ressource wahrgenommen werden und die es den Mitarbeitern erlaubt, durch deren Nutzung neue Lösungen zu finden um eine fortlaufende Entwicklung zu erreichen ermöglichen.

Somit entstehen Ideen und Ansätze für neue Produkte, Leistungen und Geschäftsmodelle, die genau auf die Zielgruppe abgestimmt sind und den Bedarf eines einzelnen Marktes bedienen.

Auch das Beratungsunternehmen Accenture setzte in der Ausgabe 2016 der jährlich herausgegebenen "Accenture Technology Vision" das Thema "People First" in den Mittelpunkt.

Der „neue" Mitarbeiter im digitalen Zeitalter

„Nur diejenigen Unternehmen werden die Chancen der Digitalisierung voll nutzen, die ihre Mitarbeiter befähigen, sich dauerhaft weiterzubilden, um mehr mit digitalen Technologien zu erreichen und bessere Ergebnisse zu erzielen", sagt Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung Accenture Deutschland.

Laut der Accenture Technology Vision 2016 werden fünf Trends der Digitalisierung auf mittelfristige Sicht identifiziert, die über den Erfolg der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle entscheiden und bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht.

Trend Intelligent Automation: Der wichtigste neue „Mitarbeiter" im digitalen Zeitalter

Führungskräfte forcieren die Automatisierung durch Nutzung von künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI), Robotertechnik und Augmented Reality. Dabei werden laut Accenture aber nicht einfach Menschen durch Maschinen ersetzt, sondern die Technologien verändern die Betriebsabläufe und ermöglichen eine neue, produktivere Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

In einer Kundenumfrage von Accenture gaben 70 Prozent der Befragten an, künftig stärker in Technologien rund um AI zu investieren, als noch vor zwei Jahre. Mit 55 Prozent, planen mehr als die Hälfte die verstärkte Nutzung von Machine-Learning und Lösungen mit eingebetteten Systemen (Embedded Systems), die über Sensoren mit ihrer Umgebung interagieren.

• Maschinen und künstliche Intelligenz werden zu neuen „Mitarbeitern" der Belegschaft. Sie bringen neue Fertigkeiten ein, die den Menschen helfen, neue Aufgaben zu übernehmen und Dinge ganz neu zu erfinden.

Trend Liquid Workforce: Innovative Wege für eine digitale Kultur

Technologie verändert die Anforderungen an Mitarbeiter und ermöglicht es Unternehmen, anpassungsfähige Strukturen sowie Arbeitsumgebungen zu schaffen, um flexibel und schnell auf plötzliche Veränderungen reagieren zu können.

Haben die meisten Angestellten früher ihre gesamte berufliche Laufbahn mit der gleichen Tätigkeit ausgefüllt und die hierzu geforderten Fertigkeiten eingesetzt, um Unternehmen mit starren Zielen zu unterstützen, rangiert Spezial- und Expertenwissen nur auf Platz fünf der Fähigkeiten, die Mitarbeiter in der digitalen Arbeitswelt haben sollten.

Deutlich wichtiger ist es den Arbeitgebern laut einer Umfrage, dass Mitarbeiter flexibel und in der Lage sind, schnell zu lernen und sich fortbilden zu können.

• Diese digital befähigten Mitarbeiter ändern nicht nur, wie Unternehmen handeln - sie ändern - und das ist noch wichtiger -, wie sie handeln.

Trend Platform Economy: Innovation von außen nach innen

Accenture zufolge schaffen führende Unternehmen nicht nur neue Technologieplattformen. Sie entwickeln auch plattformbasierte Geschäftsmodelle, um neue Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen.

Sie treiben damit den größten Wandel der Wirtschaft seit der industriellen Revolution voran. Acht von zehn Umfrageteilnehmern (81 Prozent) bestätigen, dass plattformbasierte Geschäftsmodelle in den kommenden drei Jahren zum Kern ihrer Wachstumsstrategie gehören werden.

• Die besten 15 börsennotierten „Plattform" Unternehmen machen bereits 2,6 Billion US-Dollar der weltweiten Marktkapitalisierung aus.

Trend Predictable Disruption. Neues Wachstum mit digitalen Ökosystemen generieren
Durch die Digitalisierung verschwimmen die Grenzen zwischen bisher getrennten Branchen und Industriezweigen. Es entstehen komplett neue digitale Geschäftsnetzwerke, die Marktführer zu ihrem Vorteil nutzen.

Erfolgreiche Unternehmen beobachten das laut Accenture, analysieren die Entwicklung und sichern sich rechtzeitig Wettbewerbsvorteile. So gaben 81 Prozent der Befragten an, diese Entwicklung in ihrer Branche zu erkennen.

• Branchenführer müssen jetzt aktiv werden, Serviceleistungen schnell entwickeln und neue Partnerschaften aufbauen, damit sie sich in diesen Ökosystemen behaupten können.

Trend Digital Trust. Kundenbeziehungen mit Geschäftsethik und Sicherheit stärken

Vertrauen ist der Grundpfeiler jedes digitalen Geschäftsmodells, erklären 83 Prozent der Umfrageteilnehmer. Wollen Unternehmen das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern und Regulatoren gewinnen und sicherstellen, müssen sie hohe ethische Standards zum Bestandteil ihrer Strategie machen. Verbesserte Sicherheitstechnologien allein reichen nicht aus.

• Verbesserte Sicherheitsmaßnahmen allein reichen ebenso wenig aus wie die reine Einhaltung von Datenschutzbestimmungen. Unternehmen müssen Daten- und Digitalethik als Kernstrategien nutzen, um Unternehmensrisiken zu mindern.

Weitere Informationen:

Tobias Loitsch: German Angst und Überheblichkeit: Wo ist unser Gründergeist geblieben?

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In loser Folge werden in diesem Blog Gesichter der Nachhaltigkeit vorgestellt, die sich dem Megatrend Digitalisierung widmen und mit ihren Beiträgen Denkanstöße für die weitere Diskussion im Internet geben möchten.

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