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Klimaschutz unternehmen: Lernlust statt Lernfrust

02/12/2017 14:53 CET | Aktualisiert 02/12/2017 14:53 CET

Klimaschutz ist keine Lobbyarbeit, sondern Lebensschutz

Der Klimawandel gehört zu den größten Umweltbedrohungen für die Menschheit und wirkt sich auf fast alle Lebensbereiche aus. Wissen ist der Ausgangspunkt für nachhaltige Veränderungen - es umzusetzen bedeutet, richtige Entscheidungen zu treffen und das eigene Verhalten daran zu orientieren. Und sich selbst zu verändern. Denn alles hängt miteinander zusammen, wirkt auf etwas und hängt von etwas ab. Deshalb ist es wichtig, nicht nur auf einzelne Maßnahmen des Umwelt- und Klimaschutzes der Städte und Gemeinden zu vertrauen, in deren Kompetenz das Thema häufig fällt, sondern selbst tätig zu werden. Hier und jetzt.

In dieser Verantwortung sind auch Unternehmen. Viele berichten regelmäßig über ihre Aktivitäten in Nachhaltigkeits- oder CSR-Berichten. Wichtiger als das Wort ist jedoch die Praxis. Wenn sich Firmen beispielsweise in regionalen Schulprojekten engagieren, wird ihnen häufig Lobbyarbeit und Greenwashing unterstellt. Für einige mag das zutreffen, anderen wird damit Unrecht getan - es ist deshalb wichtig, genau hinzusehen und zu prüfen, ob es sich nicht nur um eine einmalige Maßnahme, sondern um kontinuierliches Engagement handelt, das auch im Kerngeschäft des Unternehmens verankert ist.

Ob nachhaltige Maßnahmen ehrlich gemeint sind und wirklich etwas bewirken, zeigt sich am besten bei Kindern: Um sie zu erreichen und zum Handeln zu bewegen, muss dem Thema seine Abstraktion genommen werden. Konkretes und Handhabbares steigert die Lernlust. Deshalb nimmt die Umwelterziehung einen herausragenden Stellenwert ein bei der Minimierung von Ressourcen- und Energieverschwendung sowie zur Verhinderung einer weiteren Zerstörung vieler Lebensräume.

Klimaschutz unternehmen: Mitmachen, Informieren und Erleben

Im Rahmen der deutschlandweiten Aktionswoche der Klimaschutz-Unternehmen vom 6. bis 10. November 2017 besuchten 22 Schülerinnen und Schüler des Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasiums in Leinfelden-Echterdingen den Druckluft- und Pneumatik-Spezialisten Mader in Leinfelden. Mit aktuell 80 Mitarbeitern gehört Mader zu den erfolgreichen mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg. Als derzeit einziges Unternehmen deutschlandweit deckt es mit seinem Leistungsspektrum die gesamte „Druckluftstrecke", von der Erzeugung der Druckluft im Kompressor über deren Aufbereitung und Verteilung bis zur Druckluftanwendung, beispielsweise mit Pneumatik-Zylindern, ab.

Nach einem Einstieg zu den "Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland" durch Maria Peukert von der Geschäftsstelle der Klimaschutz-Unternehmen waren die Schülerinnen und Schüler selbst gefragt: An verschiedenen Mitmach- und Lernstationen befassten sie sich mit den vielfältigen Aspekten von Klimaschutz. Neben dem sparsamen Umgang mit Wasser und Energie, spielten auch Ernährung, Abfalltrennung und Mobilität eine Rolle. Moderiert und gestaltet wurden die Stationen von Mader-Auszubildenden. Am Ende der Veranstaltung sammelten die Schülerinnen und Schüler Ideen, wie sie das Erlernte im Schulalltag umsetzen können.

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„Mitmachen und erleben" - die Ideen der Schülerinnen und Schüler zum Klimaschutz waren gefragt (Copyright: Mader GmbH & Co. KG)

Die Aktionswoche der Klimaschutz-Unternehmen fand zeitgleich zur 23. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen statt. Zum Auftakt der Aktionswoche luden die Klimaschutz-Unternehmen am 6. November zu einem Stakeholder-Event in Bonn. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft diskutierten gemeinsam über die Auswirkungen der globalen Erwärmung und stellten praxiserprobte Klimaschutzmaßnahmen vor.

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Strom gewinnen aus Zitronen? Im Rahmen der Klimaschutz-Woche durften die Schülerinnen und Schüler auch das ausprobieren (Copyright: Mader GmbH & Co. KG)

Mader ist seit 2012 Bildungspartner des Phillip-Matthäus-Hahn-Gymnasiums und bietet den Schülerinnen und Schülern regelmäßig Einblicke in die berufliche Praxis. Darüber hinaus pflegt das Unternehmen eine Bildungspartnerschaft zur Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden.

Aber auch viele weitere Beispiele machen in Deutschland Schule: Mit der KlimaKiste können Schüler in Sachen Klimaschutz ebenfalls selbst aktiv werden - beispielsweise indem sie mit verschiedenen Messgeräten energetische Schwachstellen im Schulgebäude aufdecken oder mithilfe innovativer Lernmaterialien eigene Klimaschutzkonzepte für ihre Schule umsetzen. Die KlimaKiste wurde in einem Pilotprojekt gemeinsam mit Essener Schülerinnen und Schülern im Rahmen der Grünen Hauptstadt Europas - Essen 2017 entwickelt. Nach einer einjährigen Pilot- und Entwicklungsphase fällt ab Januar 2018 nun der bundesweite Startschuss.

„Die Jugendlichen wissen selbst am besten, was ihre Altersgruppe begeistert", sagt Silke Ramelow, Vorstandsvorsitzende BildungsCent e.V. Der gemeinnützige Verein BildungsCent und der Energiedienstleister ista starten eine bundesweite Bildungsinitiative, um Schüler für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren. Seit 2003 arbeitet der gemeinnützige Verein bundesweit mit inzwischen mehr als 5.000 Schulen und Bildungseinrichtungen zusammen. Insgesamt sollen deutschlandweit 100 weiterführende Schulen mit entsprechenden Lernmaterialien (KlimaKisten) ausgestattet werden.

Auch Simone Raskob, Projektleiterin der Grünen Hauptstadt Europas - Essen 2017 sowie Umwelt- und Baudezernentin der Stadt Essen, ist von der Bildungsinitiative überzeugt: „Auf diese Weise geht von Essen ein weiterer nachhaltiger Impuls zum Klimaschutz aus, der über die Stadtgrenzen hinausreicht."

Die verschiedenen Geräte zur Messung der Energieverbräuche liefert der Energiedienstleister ista. Ebenso unterstützen Experten des Unternehmens bei der Planung und Durchführung der Workshops sowie bei der Arbeit in den Projektgruppen.

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Girlsday (Copyright: Mike Henning)

Nach Ansicht von Thomas Zinnöcker, CEO ista, gehören Klimaschutz und Energieeffizienz als wichtige Bildungsinhalte auf den Stundenplan. Dazu ist es allerdings wichtig, Schulen im ersten Schritt vielfältige Impulse zu geben, zukunftsweisende Programme zu erarbeiten und zu erproben und sie mit außerschulischen Partnern zu vernetzen. Erst dies ermöglicht eine wirksame Praxis und schafft Begeisterung für eine neue und nachhaltige Lehr- und Lernkultur.

Häufig fehlt es in deutschen Schulen an guter Ausstattung - deshalb werden im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojekts „ista macht Schule" insgesamt fünf Essener Schulen mit modernster Technologie zum Messen von Energieverbräuchen ausgestattet. Die Energieverbräuche werden ausgewertet und auf großformatigen Info-Screens in der Schule visualisiert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dadurch ein Gefühl für den Energieverbrauch in ihren Klassenräumen. Denn nur wenn sie die Grundlagen verstehen, können sie auch über Auswege und Lösungen nachdenken.

Alle Ansätze verfolgen das Ziel, die Schule als einen Lebensraum zu entwickeln, in dem die Schülerinnen und Schüler ihre Potenziale nachhaltig entfalten und an der zukunftsfähigen Gestaltung des Schullebens und ihrer Umwelt aktiv teilhaben können. Denn wenn die Klimaschutzziele der Regierungen eingehalten werden sollen, muss das Bewusstsein des Einzelnen für den Energieverbrauch steigen - und schon bei den Kleinsten beginnen.

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