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Nachhaltig unterwegs: Was jeder tun kann, um weniger Müll zu produzieren und trotzdem seinen Kaffee genießen kann

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COFFEE
Eva-Katalin via Getty Images
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Kaffee ist seit Jahren das beliebteste Getränk der Deutschen: 162 Liter trinkt jeder durchschnittlich im Jahr. Davon sind rund acht Liter in Einweggefäßen unterwegs. Stündlich landen in Deutschland über 320.000 Einweg-Becher im Müll.

Das sind im Jahr etwa 2,8 Mrd. Coffee-to-go-Becher - ein 300.000 km hoher Becherturm! Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe werden dafür 64.00 Tonnen Holz und 11.000 Tonnen Kunststoff verbraucht. Die durchschnittliche Lebensdauer eines Bechers, der innen mit Plastik beschichtet ist, liegt bei 15 Minuten.

Da die Becher kaum recycelt werden können, werden sie in der Regel einfach verbrannt. Refill-Becher aus Glas oder Porzellan sind eine gute Alternative. Mittlerweile gibt es in einigen Geschäften und Kaffeehaus-Ketten sogar einen Rabatt, wenn der eigene Becher mitgebracht wird: „Coffee to go again."

Einige Städte führen derzeit übergreifende Pfand-systeme für Mehrweg-Kaffeebecher ein (JUST SWAP IT" in Berlin, „Refill it - piloted by l rojito" in Hamburg, „Freiburg-Cup" in Freiburg). Mit Kaffee im handlichen Thermosbecher spart man nicht nur Geld, sondern schont gleichzeitig die Umwelt.

Laut der Aral Studie „Trends beim Kaffeegenuss 2017" sagen drei Viertel der Befragten, dass ihnen die Idee eines Mehrwegbechers für Coffee to go gefällt. Fast 70 Prozent der Teilnehmer geben an, dass sie „wahrscheinlich" selbst dieses Angebot nutzen werden.

Auch immer mehr Unternehmen reagieren - zum Beispiel die Barmenia, die zu den großen unabhängigen Versicherungsgruppen in Deutschland gehört und Nachhaltigkeit fest in ihren Unternehmenszielen verankert hat: In ihrer Cafeteria hat sie mit einem Pfandsystem für Mehrwegbecher den Müll aus Coffee-to-go-Bechern drastisch reduziert.

"Obwohl wir in unserer Cafeteria von Beginn an Porzellantassen für den Gebrauch vor Ort eingesetzt haben, wurden jährlich 120.000 Pappbecher verbraucht. Da die Barmenia insgesamt verantwortungsbewusst agiert, war es mir ein großes Anliegen, auch diese Müllberge zu reduzieren", sagte Uwe Scheffler, Leiter der Abteilung Casinoservice im Februar 2017.

Das Pfandsystem wurde im August 2016 eingeführt und bisher 80 Prozent des bisherigen Mülls eingespart werden. Aus Servicegründen werden auch noch Pappbecher angeboten. Dann ist das Getränk aber 10 Cent teurer. Die Barmenia bietet ihren 1.700 Mitarbeitern in ihren Hauptverwaltungen ausschließlich Fairtrade-Kaffee an.

Unter dem Stichwort Coffee-to-go-Becher zeigen Portale für nachhaltigen Konsum wie memlife und Utopia, was jeder tun kann, um weniger Müll zu produzieren und trotzdem seinen Kaffee genießen kann.

Weitere Informationen:

Lina Jachmann: Einfach leben. Der Guide für einen minimalistischen Lebensstil. Mit Fotografien von Marlen Müller. Knesebeck Verlag, München 2017.

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Circular Thinking 21.0: Wie wir die Welt wieder rund machen (mit Claudia Silber) Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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