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Homes of Hope: Fest im Glauben und im Tun - Arne Friedrich und Gordon Weuste

15/07/2017 15:52 CEST | Aktualisiert 15/07/2017 15:52 CEST
Wolfgang Rattay / Reuters

Für den Reformator Martin Luther besteht die größte Tat des Menschen darin zu glauben. Er geht davon aus, dass der Glaube durchaus schwierig ist und gelernt werden muss, was nur durch lebenslange Übung möglich ist.

„Glaubenstraining" ist nach Ansicht des Medien- und Kommunikationstheoretikers Norbert W. Bolz eines der wichtigsten Motive bei Luther, auf das wir auch heute, wo die Welt aus den Fugen und vieles kaum noch (be)greifbar ist, nicht verzichten können. Wir brauchen anpackende Baumeister, die nachhaltig in Übung bleiben und mithelfen, an einer besseren Welt zu bauen.

Zu ihnen gehören der Ex-Fußball-Nationalspielers Arne Friedrich und Gordon Weuste, sich auch im Rahmen der Initiative Gesichter der Nachhaltigkeit engagiert.

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Arne Friedrich, ehemaliger Bundesliga-Spieler von Hertha BSC und dem VfL Wolfsburg, lief zwischen 2002 und 2011 82 Mal für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf und ist heute u.a. im Sportmarketing tätig. Gordon Weuste ist ehemaliger Leistungssportler und arbeitet derzeit als Unternehmensberater.

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Gordon Weuste (l.) und Arne Friedrich (2.v.r.)

Fotocredit: hope sports

Herr Weuste, was steckt hinter der Initiative Hopesports? Wer sind die Initiatoren und Teilnehmer?

Hopesports www.hopesports.org ist eine Non-profit Organisation mit dem Ziel, leistungsorientiere (teils renommierte) Sportler aus aller Welt in Teams zusammen zu bringen, um innerhalb von nur zwei Tagen Häuser für arme Familien in Entwicklungsländern (Raum Amerika) zu bauen. Die Durchführung gestaltet sich zusammen mit der Non-Profit Organisation „Homes Of Hope".

Was hat Sie veranlasst, inzwischen schon zum zweiten Mal an der Home Build teilzunehmen?

Das Home Build hat mich persönlich und inhaltlich so begeistert, dass ich gar nicht erwarten kann, auf weitere Home Builds zu gehen. Die Übergabe des fertigen Hauses an die Familie, die vorher wirklich nichts hatte, ist wirklich überwältigend für alle Beteiligten.

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Foto: Gordon Weuste

Was bedeutet Ihnen das praktische, buchstäblich "anpackende" Engagement vor Ort?

Ich kann mich nicht daran erinnern, mit dem praktischen Einsatz meiner Zeit von nur zwei Tagen einen derart lebensverändernden und sichtbaren Einfluss für notleidende Menschen gehabt zu haben. Man fährt nach Hause und ist nachhaltig geprägt und von Herzen mit Glück erfüllt, dass die Familie mit ihren Kindern nun in einem Haus und nicht mehr im Dreck wohnt.

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Foto: Gordon Weuste

Was macht dieses Projekt nachhaltig? Welche Rolle spielt dabei der Glaube?

Die Familien werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Organisation und aus Kirchengemeinden vor dem Home Build und im Nachgang noch jahrelang betreut. Sie erhalten neben materieller auch seelische Unterstützung. Das Konzept dieser gelebten Nächstenliebe basiert auf christlichen Werten, womit ich mich aufgrund meines christlichen Glaubens auch voll identifizieren kann.

Sie haben einen spannenden Plan für Ost-Europa mit diesem Konzept, was schwebt Ihnen dabei genau vor und wer könnte Sie dabei unterstützen?

Ja, genau. Ich möchte dieses soziale Home Build-Konzept im Rahmen eines Team Events in Osteuropa anbieten - erst einmal für Geschäftsleute. Mein Herzenswunsch ist, dass noch mehr Menschen diese lebensverändernde Erfahrung machen können und damit armen Familien wirklich geholfen werden können. Man muss aus Deutschland nicht weit fliegen, um verzweifelte Menschen in Armut anzutreffen - Osteuropa liegt daher am nächsten.

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Foto: Gordon Weuste

Was ist für 2018 geplant?

Das erste Pilotprojekt in Ostereuropa (Fokus Rumänien). Konzeptioneller, logistischer oder auch finanzieller Support würde mir sehr helfen. Aufgrund der im Winter kalten Witterungsverhältnisse ist es eine echte Herausforderung, ein Haus in nur zwei Tagen kostengünstig zu bauen, was diesen Umständen gewachsen ist.

Herr Friedrich, warum unterstützen Sie dieses Projekt? Was bedeutet Ihnen diese Form des direkten sozialen Engagements?

Hope Sports ist eine Herzensangelegenheit geworden. Mein Freund Guy East, der Hope Sports leitet, hat mich vor zwei Jahren zu einem Hausbau eingeladen. Die Erfahrungen, die ich dort gemacht habe, haben mich geprägt und dazu angespornt, regelmäßig dabei zu sein. Eine Gruppe aus zumeist fremden Menschen kommt zusammen, um einer armen mexikanischen Familie ein neues Leben zu ermöglichen. Dieses Gefühl ist unbeschreiblich: zum einen die glückliche Familie zu sehen, die ein eigenes Haus bekommen hat, und zum anderen die Freundschaften, die in so kurzer Zeit innerhalb der Gruppe entstehen.

Waren weitere Ex-Profifussballer beteiligt?

Nein, ich war der einzige "Ex-Fußballer". Aus anderen Sportarten waren einige dabei.

Werden Sie sich auch künftig in diesem Projekt engagieren?

Ich werde versuchen, einmal im Jahr mindestens dabei zu sein.

Was wurde in der Zeit Ihres Aufenthalts geschaffen?

Ein tolles Haus für die Familie, Hoffnung, ein neues Leben, andererseits ein unbeschreiblicher Zusammenhalt des Teams. Wir kommen aus unterschiedlichen Bereichen, mögen erfolgreich sein. Doch am Ende haben die wenigsten Erfahrungen mit dem Handwerk. Es macht Spaß gemeinsam, anzupacken und zu lernen.

Innerhalb der Jung von Matt/Sports GmbH ging im Dezember 2016 die Markenberatung für Persönlichkeiten im Sport Jung von Matt/Stars an den Start, die von Ihnen geleitet wird. Warum braucht Markenbildung Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit finde ich in allen Bereichen wichtig. Sei es im Marketing, im persönlichen Wachstum etc., auch im Sport ist es wichtig. Was bringt es mir beispielsweise, wenn ich vier Wochen täglich ins Fitnessstudio gehe, danach aber aufhöre. Da habe ich es lieber, nur drei- bis viermal die Woche zu gehen, dafür aber über Jahrzehnte. Nur mit Nachhaltigkeit kann man Dinge verändern. Das gilt ebenso fürs Marketing. Außerdem ist Authentizität besonders wichtig. Darauf legen wir bei JvM sehr viel Wert.

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Fotocredit: hope sports

Weshalb ist es wichtig, dass Profisportler während und nach Ihrer Karriere gesellschaftliche Verantwortung übernehmen?

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Ich denke wir hatten ein sehr privilegiertes Leben und sollten etwas zurückgeben. Außerdem können wir aufgrund unseres Status' Dinge verändern, werden gehört und wahrgenommen. Die Reichweite sollten wir nutzen.

Im Sport wird häufig vom Willen und von Leistung gesprochen, aber weniger vom Glauben. Was bedeutet er für Sie?

Glaube ist fundamental für mich und hat mir in vielen Bereichen geholfen. Zu vertrauen, dass da jemand ist. Von Religion halte ich dagegen nichts, da unterscheide ich. Sie führen oftmals zu Kriegen. Ich finde, wir alle sollten in Frieden zusammenleben - ganz gleich woran der einzelne auch glauben mag.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Fotocredit: hope sports

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