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Guter Müll, Mann! Abfalltrennung in den eigenen vier Wänden

25/11/2017 17:51 CET | Aktualisiert 25/11/2017 17:51 CET
Bloomberg via Getty Images

2016 startete der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) eine Kampagne, in der es zuerst um Altpapier ging und dann um Biomüll.

Das Gesicht war Gerold Brenner („Euer Trenner"), der als junger Mann eine Ausbildung zum Herrenschneider in München absolvierte und heute als freiberuflicher Designer, Trendsetter und Model arbeitet.

Er findet die Einstellung, „die wir in der Gesellschaft zum Thema Müll haben und wie ein Müllmann angesehen wird, despektierlich" (SZ, 26.9.2017).

Es war für ihn eine Ehre, als Designer auf einem Müllwagen zu sehen zu sein. Er war stolz auf die Kampagne - zumal ihm Müllrecycling, Umweltschutz und Nachhaltigkeit auch ein wichtiges persönliches Anliegen ist. Er setzt sich gegen die Wegwerfgesellschaft ein und ist Anhänger von Slow Fashion - und er macht am liebsten Kampagnen, mit denen er etwas Positives bewegen kann.

Gerold Brenner hat auf seinem Balkon einen Komposthaufen und pflanzt hier Tomaten und Kräuter an. Sein Beispiel zeigt zugleich, was jeder Einzelne tun kann. Wer die Möglichkeit hat, Bio-Abfälle als Kompost im eigenen Garten wiederzuverwenden, sollte dies wahrnehmen: verwelkte Salatblätter, Eierschalen oder Kaffeesatz - vieles landet in der Biomülltonne, das in einem Komposter zum wertvollen rein natürlichen Dünger wird.

Biomüll zuhause

Gesetzgeber und Kommunen halten uns mit unterschiedlichen Mülltonnen dazu an, unseren Müll zu trennen, damit einzelne verwertbare Rohstoffe einem ökologisch sinnvollen Recycling zugeführt werden. Im Gegensatz zum Restmüll, der immer noch in großen Teilen verbrannt wird, lassen sich beispielsweise Metalle, Kunststoffe und Verbundstoffe sowie Glas und Papier zumindest teilweise wiederverwerten. Deshalb sollte auch der Mülltrennung in der Küche ein besonderes Augenmerk zukommen: Durch Abfallsammler wird die Mülltrennung hier wesentlich erleichtert.

Auch nachhaltige Abfalltrennsysteme ermöglichen eine hygienische Trennung. Der Korpus ist bei einigen aus chlorfreiem Polyethylen hergestellt. Der Kunststoff kommt ohne Weichmacher und Chlor aus. Er lässt sich zudem sehr gut recyceln. Der Deckel gegen die Geruchsbelästigung ist aus robustem, recycelbarem Polystyrol gefertigt.

Große Belüftungsschlitze reduzieren die Feuchtigkeit um bis zu 40 % und verhindern unangenehme Geruchsbildung. Mitgeliefert werden atmungsaktive, reißfeste und kompostierbare Bioabfall-Beutel aus Maisstärke - ein natürliches Mittel gegen schlechte Gerüche im Biomüll-Eimer.

Es wirkt gegen Pilzkeime, Maden, Fliegen und bindet große Mengen Feuchtigkeit. Das reine Naturprodukt ist frei von schädlichen Zusatzstoffen und unbedenklich für Mensch und Natur. Bio-Müllbeutel verrotten innerhalb von 45 Tagen zu mehr als 75 % und werden von vielen Gemeinden und Städten in der Biotonne akzeptiert (Quelle: memolife).

Das Schweizer Start-up Wormup setzt auf 2000 Würmer, die im Bauch eines tönernen Blumenkübels wohnen. Rund ein Kilo wird hier täglich verdaut. Je häufiger das Material „verdaut" wurde, desto tiefer sackt es.

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Nach einigen Monaten liegt unten schwerer Humus, der zum Blumendüngen genutzt werden kann. Der Kreislauf verarbeitet jährlich 50 Kilo Küchenmüll zu 5 Kilo Humus. Die Idee ist allerdings nicht neu: Ein natürlicher Waldboden ist wie ein großer Wurmkomposter. In den 1980-er Jahren hatte die Wurmkiste ihre Blüte.

Besser als Müll zu trennen ist es allerdings, diesen von Beginn an zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Mit 45 Millionen Tonnen Haushaltsmüll nimmt Deutschland im internationalen Vergleich eine der Spitzenpositionen ein. 235 Euro pro Kopf landen jährlich in Form von Nahrungsmittelabfällen in Deutschland im Müll.

Was wir tun können, um unnötige Abfälle zu vermeiden:

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Circular Thinking 21.0: Wie wir die Welt wieder rund machen. Und: Gut zu wissen... wie es grüner geht: Die wichtigsten Tipps für ein bewusstes Leben. Beide Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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