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Großzügigkeit macht Menschen glücklicher

02/12/2017 17:21 CET | Aktualisiert 02/12/2017 17:21 CET

Einem anderen Menschen Gutes zu tun, ist mit einem angenehmen Gefühl verbunden, das die Verhaltensökonomen "warm glow" nennen. Das neuronale Zusammenspiel haben Philippe Tobler und Ernst Fehr vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit internationalen Forscherkollegen untersucht, die hier abrufbar ist: In ihren Experimenten fanden sie heraus, dass Probanden, die sich großzügig verhielten, danach glücklicher waren als ihre egoistischeren Kollegen.

Keine Rolle für die Zunahme der Zufriedenheit spielte hingegen die Höhe der Großzügigkeit. Ein Teil der Probanden hatte sich vor den Experimenten zu großzügigem Verhalten verpflichtet. Diese Gruppe nahm höhere Kosten in Kauf, um jemandem etwas Gutes zu tun. Ebenso schätzten sie sich nach diesem Verhalten glücklicher ein als die Kontrollgruppe, die sich dazu verpflichtet hatte, sich selber etwas Gutes zu tun.

Bereits das Versprechen, sich großzügig zu verhalten, aktivierte den altruistischen Bereich im Gehirn und verstärkte die Interaktion zwischen diesem und jenem Bereich, der für Glücksempfinden zuständig ist.

Die Mitbegründerin der Huffington Post, Arianna Huffington, plädiert in ihrem Buch „Die Neuerfindung des Erfolgs" dafür, dass wir heute den Instinkt des Schenkens wieder wecken müssen. Um die Welt besser zu machen, brauchen wir mehr Großzügigkeit im Leben. Vor einigen Jahren hat auch die Wirtschaft begonnen, Schenken und Großzügigkeit in ihren transaktionalen Bezugsrahmen einzubinden. So lautet die Empfehlung des Technologieberaters und Internetverlegers Tim O'Reilly mit Blick auf nachhaltige Produkte und Dienstleistungen: „Schaffe mehr Wert, als du abzapfst". In seinem wegweisenden Buch „Geben und Nehmen" geht Adam Grant, Professor, Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School (University of Pennsylvania), den Vorteilen von Großzügigkeit am Arbeitsplatz nach: Grant ist der Ansicht, dass Altruismus als Motivationsquelle unterschätzt wird.

Unternehmen sollten ein starkes Interesse daran haben, freigiebiges Verhalten zu fördern, weil es Schlüsselaspekte ihrer Performance wie effektive Zusammenarbeit, Innovation, herausragenden Service und Qualitätssicherung verbessert. Die Bereitschaft, andere zu unterstützen, stehe zudem im Mittelpunkt einer Erfüllung bietenden Karriere, sagt Grant.

Diese Aspekte werden auch vom internationalen Marketingexperten Tim Leberecht aufgegriffen, der in seinem Buch „Business Romantiker" darauf Bezug nimmt:

ALLES GEBEN - NICHTS MESSEN - MEHR BEDEUTEN.

Eine schöne Botschaft zur Adventszeit.

Weiterführende Literatur:

Tim Leberecht: Business-Romantiker. Von der Sehnsucht nach einem anderen Wirtschaftsleben. Droemer Knaur GmbH & Co. KG, München 2015.

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Denken und Schenken: Warum Geben im Kopf beginnt: Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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