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German Mut und Nachhaltigkeit: Das braucht es für die Gestaltung des digitalen Wandels in Deutschland!

29/07/2017 18:10 CEST | Aktualisiert 29/07/2017 18:10 CEST

„Jetzt wäre Zeit für eine Agenda 2030", sagte Christian Lindner im Handelsblatt-Interview, in dem er für mehr „German Mut", die rasche Umsetzung von Innovationen, bessere Bildung und Investitionen plädiert.

Anfänge entstehen immer dann, wenn sich die Richtung des Denkens verändert. Bevor Unternehmen ins Zeitalter der Digitalisierung geführt werden, braucht es einen Perspektivwechsel, muss digitales Denken und Handeln gelernt und immer wieder geübt werden, um meisterlich die Große Transformation gestalten zu können.

Dafür braucht es u.a.:

• eine europaweite Koordination

• gemeinsame Standards

• ein tieferes Unternehmensverständnis dafür, welche neuen Wertschöpfungspotenziale die Digitalisierung bringt

• eine leistungsfähige Infrastruktur

• eine neue strategische und organisatorische Ausrichtung (Differenzierung vom Wettbewerb)

• die Überwindung des Silodenkens

• agile Unternehmensprozesse und -verfahren

• mehr Partizipation aller beteiligten Akteure

• nachhaltig flexible und effiziente IT-Systeme

• Möglichkeitsräume für Innovationen und zum Ausprobieren von Ideen (nach Wallmüller 2017).

Eine mutige Transformationsagenda 2030 setzt den technischen und wissenschaftlichen Wandel in gesellschaftliche Veränderung um. Dies ist jedoch nur realisierbar, wenn noch etwas Entscheidendes hinzukommt: die Vernetzung mit der „Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung", die bereits im September 2015 von allen Staaten bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York beschlossen wurden und auch unter dem „Sustainable Development Goals" bekannt sind.

Prof. Joachim Fetzer lehrt Wirtschaftsethik und ist Mitglied im Lenkungsausschuss von Sustainable Development Solutions Network - SDSN Germany. Im FORUM WIRTSCHAFTSETHIK beschreibt er die Dringlichkeit und Notwendigkeit, eine Innovations-, Bildungs- und Digitalisierungs-Agenda 2030 mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zusammenzudenken: „Das wäre eine lohnende Aufgabe und würde unser Land in mehrfacher Hinsicht zukunftsfit machen."

Um die Umsetzung der neuen deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, die sich an den "Sustainable Development Goals" (SDG) der Agenda 2030 der Vereinten Nationen orientiert, voranzutreiben, hat die deutsche Politik eine Wissenschaftsplattform ins Leben gerufen. In deren Lenkungskreis, in den Univ.-Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl - Leiterin des Fraunhofer ISI und Inhaberin des Lehrstuhls Innovations- und TechnologieManagement am Karlsruher Institut für Technologie KIT - berufen wurde, arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam an der Umsetzung der in der Nachhaltigkeitsstrategie verankerten Ziele.

Die Aufgabe des Lenkungskreises besteht darin, die Schwerpunkte der Plattformarbeit festzulegen und regelmäßig auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse Handlungsempfehlungen zur schnellen Umsetzung der Ziele für eine nachhaltigere Entwicklung auszuarbeiten.

Konsumenten möchten heute nicht nur Innovationen um ihrer selbst willen. Das sind die zentralen Ergebnisse der Edelman Markenstudie, für die 2015 in zehn Ländern 10.000 Konsumenten - darunter 1.000 in Deutschland - zum Thema Innovationen und Marken befragt wurden. Besonders wichtig ist den Befragten, dass Innovationen die Gesellschaft verbessern (75 %), die Denkweise der Gesellschaft vorantreiben (67 %) und für einen Vorsprung gegenüber anderen Ländern sorgen (66 %). Als die aktuellen Treiber von Innovationen sehen die Befragten in Deutschland die Branchen Technologie (65 %) und Mobile (35 %). Künftig werden jedoch Neuentwicklungen, die unsere Gesellschaft oder unser Leben nachhaltig verbessern, aus den Branchen Healthcare (49 %), Energie (46 %), Bildung (35 %) und der Lebensmittelwirtschaft (16 %) erwartet.

Dass eine der wichtigsten Innovationsforscherinnen Deutschlands im SDG-Lenkungskreis der Bundesregierung mitwirkt, hat zugleich eine enorme symbolische Kraft, denn sie steht für die Vernetzung von digitalem UND nachhaltigem Denken, Handeln und Gestalten. Es braucht mehr davon. Jetzt. Unbedingt. Denn das schlimmste, was den Globalen Nachhaltigkeitszielen passieren kann, wäre nach Ansicht des Wirtschaftsethikers Prof. Joachim Fetzer, dass sie als ökologisches- und entwicklungspolitisches Programm missverstanden werden.

Weitere Informationen:

Hintergrundinformationen zur neuen Wissenschaftsplattform "Nachhaltigkeit 2030"

CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer. SpringerGabler Verlag, Heidelberg Berlin 2017.

Ernest Wallmüller: Praxiswissen. Digitale Transformation. Den Wandel verstehen, Lösungen entwickeln, Wertschöpfung steigern. Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München 2017.

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