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Können aus eigenem Antrieb: Was die Generation Y in Nachhaltigkeitsberufen macht

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Nie war die Nachfrage nach Arbeitsmöglichkeiten im Nachhaltigkeitsbereich so groß wie heute. Vor allem die Generation Y legt besonderen Wert auf eine ökologische und soziale Ausrichtung der GeschĂ€ftsmodelle. Der Markt fĂŒr Nachhaltigkeits- und CSR-Manager ist allerdings noch recht klein, und die begehrten Jobs werden nicht einfach geschaffen, sondern entstehen in der Organisation hĂ€ufig von innen heraus. Dahinter steckt eine lange nachhaltige Entwicklung, die auch mit den Biographien der Generation Y eng verbunden ist, wie das folgende Interview mit Sabine Nixtatis bestĂ€tigt.

Sie wurde 1982 in DĂŒsseldorf geboren und arbeitet seit 2002 bei der DKV Mobility Services Group. Nach ihrer Ausbildung zur Informatikkauffrau absolvierte sie parallel ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing-Kommunikation an der WAK in Köln.

Innerhalb des Unternehmens war Sabine Nixtatis zunĂ€chst verantwortlich fĂŒr die Planung Steuerung des gesamten Marketingbudgets, die strategische Ausrichtung und Steuerung des „Eco Performance Awards", Europas fĂŒhrenden Nachhaltigkeitsaward der Transport- und Logistikbranche, inkl. aller Kommunikationsmedien, Planung und Umsetzung aller Veranstaltungen sowie Konzeption und DurchfĂŒhrung des internationalen Marketings.

Seit der Spezialisierung zum CSR-Manager Ende 2015 bei der IHK Bonn besetzt sie seit dem 1. Januar 2016 innerhalb der Unternehmensgruppe die Funktion des Expert CSR.
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Interview mit Sabine Nixtatis, Expert CSR

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Copyright: Sabine Nixtatis

_ Frau Nixtatis, was gehört fĂŒr Sie zu den derzeit wichtigsten Herausforderungen Ihrer Branche?

Vor dem Hintergrund der Globalisierung und Digitalisierung gehört die ÜberfĂŒhrung von Technologien, Strategien, FĂŒhrungsstrukturen und Prozessen ins digitale Zeitalter fĂŒr uns heute zu den wichtigsten Herausforderungen.

_ Die sich verĂ€ndernde Arbeitswelt fĂŒhrt auch zu einer verstĂ€rkten Nutzung digitaler Technologien. Was bedeutet das fĂŒr den GĂŒter- und Personentransport auf der Straße?

Im Rahmen der digitalen Entwicklung ergeben sich hier neue Möglichkeiten und LösungsansĂ€tze zur BewĂ€ltigung der zunehmenden Transportströme. Zugleich fĂŒhren Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit zu einem Umdenken in der gesamten Branche.

_ Die Position des CSR Expert wurde im Januar 2016 neu geschaffen. Haben Sie sich auch schon vorher in diesem Bereich engagiert?

Ja, bereits 2014 leitete ich das Projekt „Go Green" fĂŒr die Unternehmensgruppe und setzte erste Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit. Schwerpunktthemen waren hier neben dem klimaneutralen Firmensitz inklusive CO2-Bilanz die EinfĂŒhrung der klimaneutralen Tankkarte, die Etablierung einer einheitlichen Kommunikationsstrategie sowie erste Maßnahmen zur CO2-Reduzierung.

_ Was sind Voraussetzungen fĂŒr einen effizienten und umweltfreundlichen Transport und wettbewerbsfĂ€hige Industrien?

Dazu gehören - um nur einige Beispiele zu nennen - die Zunahme von Digitalisierung, transportvorauseilende und - begleitende InformationsflĂŒsse sowie die Weiterentwicklung von alternativen Fahrzeug- und Antriebstechnologien im Verbund mit vernetzten Assistenzsystemen.

_ Weshalb nehmen in der Logistikbranche und im Transportsektor ökologische Aspekte heute und in Zukunft einen hohen Stellenwert ein?

Deutschland gehört aufgrund seiner sehr guten Infrastruktur und zentralen Lage in Europa weltweit zu einem der bedeutendsten Logistikstandorte. Der Verkehr bezieht hier seine Energie zu ĂŒber 90 Prozent aus Erdöl und ist fĂŒr rund ein FĂŒnftel des deutschen Treibhausgasausstoßes verantwortlich.

Viele Experten gehen davon aus, dass die Beachtung des CO2-Ausstoßes kĂŒnftig bei der Gestaltung von Transportketten ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein wird, da das Bewusstsein ĂŒber die ökologischen ZusammenhĂ€nge und die Nachfrage nach „GrĂŒner Logistik " stetig zunimmt.

_ Was muss getan werden, um die globalen Klimaziele zu erreichen?

Dazu ist es notwendig, dass alternative EnergietrĂ€ger neben dem Energiesektor auch im Transportsektor gefunden werden mĂŒssen. Erforderlich dafĂŒr sind umfangreiche verkehrs- und energiepolitische Maßnahmen sowie technologische VerĂ€nderungen. Ein wichtiger Schritt zum Klimaschutz liegt beispielsweise in der drastischen Reduktion der Nutzung fossiler Kraftstoffe wie Benzin und Diesel.

_ Aus einer Studie der Fraunhofer-Arbeitsgruppe fĂŒr Supply Chain Dervices SCI geht hervor, dass CSR-Maßnahmen von Logistikdienstleistern im Bereich Fuhrpark und Transport derzeit hĂ€ufig nur punktuelle und oft unkoordinierte Einzelmaßnahmen sind, die ohne strategische Verankerung umgesetzt werden. Können Sie das bestĂ€tigen?

Dies ist vielfach zu beobachten: Zu Einzelmaßnahmen gehören beispielsweise Fahrerschulung, die Wahl einer anderen Bereifung, Maßnahmen der Transportplanung, verbesserte Routenplanung und Vermeidung von Leerfahrten.

Wichtig ist allerdings, dies auch strategisch zu verankern, denn erst aus einer umfassenden CSR- bzw. Nachhaltigkeitsstrategie lassen sich entsprechende Maßnahmen und Ziele ableiten. Aus diesem Grund geben wir in diesem Jahr erstmals einen Nachhaltigkeitsbericht fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2015 heraus, der sĂ€mtliche AktivitĂ€ten zusammenfasst.

Er bildet die Grundlage fĂŒr eine nachprĂŒfbare Messung der nachhaltigen UnternehmensaktivitĂ€ten. Damit werden die gestiegenen InformationsbedĂŒrfnisse seitens der Stakeholder befriedigt, indem sich das Unternehmen an Kriterien wie Transparenz, Offenlegungspflichten und Selbstverpflichtungen orientiert.

_ Welchen Sinn macht Nachhaltigkeitsberichterstattung fĂŒr Sie?

Ein solcher Bericht bildet die Grundlage fĂŒr eine nachprĂŒfbare Messung der nachhaltigen UnternehmensaktivitĂ€ten und einen Fahrplan fĂŒr die Zukunft. Damit werden die gestiegenen InformationsbedĂŒrfnisse seitens der Stakeholder befriedigt, indem sich das Unternehmen an Kriterien wie Transparenz, Offenlegungspflichten und Selbstverpflichtungen orientiert.

_ Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die neuen Medien?

Sie fĂŒhren heute zu einem kontinuierlichen Wandel im kommunikativen Umfeld von Organisationen und Unternehmen und sind deshalb von zunehmender Bedeutung fĂŒr die Reputation eines Unternehmens. Zudem spielen sie insbesondere fĂŒr die strategische Einbindung der Stakeholder eine wichtige Rolle.

_ Warum?

Immer mehr Anspruchsgruppen hinterfragen kritisch, wie Organisationen ihrer gesellschaftlich-sozialen und ökologischen Verantwortung nachkommen und entsprechende Risiken managen. Im Rahmen der CSR- bzw. Nachhaltigkeits-Strategie ist der Stakeholderdialog neben dem Nachhaltigkeitsbericht eines der wichtigsten Instrumente der Unternehmenskommunikation. Erst das Zusammenspiel von transparenter Berichterstattung und der Dialog mit der Öffentlichkeit bilden eine vollstĂ€ndige CSR-Strategie.

_ Damit CSR langfristig den Unternehmenserfolg befördert, bedarf es neben einer strategischen Ausrichtung in den Unternehmenszielen auch eines ganzheitlichen VerstĂ€ndnisses und einer Handlungskompetenz fĂŒr die praktische Umsetzung. Wie ist dies bei Ihnen gelöst?

DafĂŒr braucht es zunĂ€chst Menschen, die CSR-Management als eine langfristige Schnittstellenaufgabe begleiten und abteilungsĂŒbergreifend denken und arbeiten: Nachhaltigkeits- bzw. CSR-Manager.

Um die Maßnahmen unseres Unternehmens noch besser aufeinander abzustimmen, wurde zum 1. Januar 2016 die Position einer CSR-Beauftragten im Bereich Marketing geschaffen, die als Kommunikator, Vermittler und VerstĂ€rker des Gesamtthemas agiert.

_ Was verstehen Sie unter Nachhaltigkeit?

Unser NachhaltigkeitsverstÀndnis ist eng mit unseren Unternehmenswerten verbunden: verantwortungsvoll und innovativ zu sein und an der ZukunftsfÀhigkeit der modernen Gesellschaft mitzuarbeiten.

_ An welchen MaßstĂ€ben richten Sie sich aus?

Orientierung, StÀrke und StabilitÀt geben uns unsere Werte. Zudem besteht ein positiver Zusammenhang zwischen ethischen Standards und gesellschaftlicher Akzeptanz, ProduktqualitÀt sowie der Gewinnung guter Mitarbeiter.

_ Worin liegen Ihrer Meinung nach die GrĂŒnde dafĂŒr, und wie reagieren Sie darauf?

GrĂŒnde liegen zum Beispiel im Zuzug vom Land in die StĂ€dte und den Wirkungen auf die urbane Logistik in den StĂ€dten und den umliegenden Gemeinden. Wir haben deshalb vier Handlungsfelder fĂŒr uns definiert, die unsere nachhaltige UnternehmensfĂŒhrung betreffen: Markt, Umwelt, Mitarbeiter. Als viertes Handlungsfeld - unabhĂ€ngig von den genannten Megatrends - ist uns das Feld Gesellschaft wichtig.

_ Welche Megatrends beeinflussen die Transportbranche?

Zurzeit sind es - global betrachtet - vor allem vier Megatrends, die sich als Herausforderungen fĂŒr nachhaltiges Handeln und Wirtschaften in der Transportwirtschaft darstellen: der Klimawandel, die Globalisierung, Ressourcenknappheit sowie der demographische und strukturelle Wandel in der urbanen Logistik.

_ Was ist im Bereich Umwelt eine besonders wichtige Herausforderung?

In diesem Handlungsfeld steht besonders die Reduzierung der betrieblichen CO2-Emissionen um 10 % auf unserer Agenda - bei ĂŒberproportionalem Wachstum. Das bedeutet, dass wir bis zum Jahr 2020 in Summe 500 t C02 einsparen werden. Das ist ein ehrgeiziges Ziel, das wir aber erreichen wollen.

_ Was haben Sie sich fĂŒr die nĂ€chsten Jahre vorgenommen?

Wir möchten recyclingfĂ€hige Produkte entwickeln wie zum Beispiel Tankkarten oder der Mautboxen, ein Eco-Fahr-Training fĂŒr unsere Kunden entwickeln. Zudem soll ein nachhaltiges Lieferantenmanagements durch Leitlinien und Selbstbeurteilungen implementiert werden. Ebenso gehört die EinfĂŒhrung eines Umweltmanagements mit der Zertifizierung nach ISO 14001 dazu. DarĂŒber hinaus soll ein strategisches Innovationsmanagement implementiert und der Einsatz und die UnterstĂŒtzung von Projekten rund um die eMobilitĂ€t gefördert werden.

Vielen Dank fĂŒr das GesprĂ€ch.

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