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Gemeinschaftsinitiative AUF EIN WORT: „Glaube" von Gordon Weuste

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"Wir glauben, dass es ganz gut ist, sich auch mal Gedanken zu machen!" Schreiben Samuel Koch und Sarah Elena Timpe auf der Website der Gemeinschaftsinitiative AUF EIN WORT. Sie fördert das Gespräch und die Rückbesinnung auf Werte, die unsere Gesellschaft vereint. „Wir wollen anregen, neugierig machen, Gespräche eröffnen, zum Nachdenken bringen", heißt es auf der Plattform.

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Die Köpfe dahinter sind die Schauspielerin Valerie Niehaus (Organisation, Konzept), die Fotografin Steffi Henn (Fotografie, Organisation, Konzept), die Schauspielerin Christina Hecke (Organisation, Text, Konzept, Rechtsfragen), die Mediengestalterin Ruth Spiller (Bildbearbeitung, Layout), Marc Polley (Organisation, Sponsoring), Karsten Kube (Video und Making off) und Jana Kiewitt (Web- und Grafikdesign).

Ihr Ziel ist es, über sämtliche Kommunikationskanäle ganz Deutschland erreichen: über Social Media, Plakate, Flyer und Veranstaltungen. Geplant ist auch eine große Ausstellung. Die Initiatoren haben kein Interesse an einer Werbung für den Einzelnen, denn es geht ums Ganze - um das, was eine Gesellschaft im Innersten zusammenhält: das WIR.

Um es zu stärken, werden nicht nur prominente, sondern auch Menschen des Alltags darum gebeten, die Initiative mit ihrem Wort zu unterstützen. An dieser Stelle werden in unregelmäßigen Abständen Menschen vorgestellt, die dies gern tun. Zu ihnen gehört auch Gordon Weuste, Jahrgang 1991.

Er studierte BWL an der Universität Mannheim und schrieb seine Bachelorarbeit zum Thema „Rechtsformen im (semi-)professionellen Sport". Als ehemaliger Leistungssportler erreichte er die K.O.-Runde der Deutschen Jugendhandballmeisterschaft 2007 mit dem VFL Gummersbach.

Nach dem Abitur unterstützte er ein internationales Projekt bei der Rugby-WM 2011 in Neuseeland. Ziel des Projekts war es, das drittgrößte Sportevent der Welt zu nutzen, um auch einen sozialen Mehrwert zu schaffen. Diese Kombination aus Sport, Wirtschaft und gesellschaftlichem Einfluss faszinierte ihn fortan.

Auf Basis seines konzeptionellen Know-hows aus diversen Praktika (z.B. Lufthansa, Kienbaum oder TSG 1899 Hoffenheim) und seiner Erfahrungen aus seinem ausgeprägten sozialen Engagement (Projekt „Firmenkeks" mit der Lebenshilfe Mannheim, Mentor eines irakischen Kindes im sozialen Brennpunkt, Organisation von Kindersommercamps), erarbeitete er erfolgreiche CSR Konzepte für Unternehmen und Organisationen. Derzeit arbeitet er als Unternehmensberater bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, wo er nachhaltige Lösungsansätze einbringen und umsetzen. möchte.

Sein WORT ist „Glaube": „Unser Leben ist geprägt von Ungewissheit und fehlender Beständigkeit. Dass das Leben hier auf Erden für jeden Menschen einmal zu Ende sein wird, lässt viele Dinge des irdischen Lebens auf einmal ganz irrelevant und sinnlos erscheinen. Eine Sache erscheint jedoch kraftvoll in ganz neuem Licht: der Glaube. Ein Blick in die Historie zeigt zudem, dass man den Glauben an eine Hoffnung nicht lediglich auf ein menschliches Wunschdenken beschränken kann", sagt er.

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Foto: Gordon Weuste

Im September 2016 reiste er mit einer kirchlichen Jugendgruppe von etwa 20 Teilnehmern, darunter Schüler, Studenten und junge Berufstätige, von Deutschland über Österreich und Ungarn nach Rumänien. Ziel war es, speziell in Rumänien im Rahmen von sozialen Einsätzen bedürftigen Menschen vor Ort zu helfen und dabei Nächstenliebe zu leben.

„Beim Aufbau eines Straßenjungenheims halfen wir ganz praktisch mit, bei Einsätzen in einem Zigeunerdorf kümmerten wir uns besonders um die Kinder. Wir erzählten ihnen, wie sehr sie geliebt sind und veranstalteten einige gemeinsame Spiele wie Fußball oder Seilspringen."

Vom Elend vieler Menschen in den Medien zu hören und zu lesen ist für Gordon Weuste eine Seite - das Elend vor Ort zu sehen, „dabei die teils üblen Gerüche von Müll und Exkrementen aufgrund fehlender sanitärer Anlagen wahrzunehmen und in die verschmutzen und mit Fliegen besetzten Gesichter von Kindern zu schauen, ist eine ganz andere Dimension".

Die Vorstellung, dass die Kinder dort täglich im Dreck leben und schlafen „und keinen richtigen Zugang zu Bildung haben, während wir in unserem Reichtum versinken und krampfhaft versuchen, ihn noch zu vermehren", ist für ihn beschämend.

Innerlich war es für ihn kaum auszuhalten, diese Ungerechtigkeit zu sehen und gleichzeitig zu wissen, dass sie sich nicht von heute auf morgen beseitigen lässt. Es hat ihn jedoch nochmals motiviert, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für Bedürftige und Schwache einzusetzen:

„Zudem wird einem immer wieder bewusst, in welchem Wohlstand man selber lebt, wie dankbar man täglich dafür sein sollte, und mit wie vielen völlig belanglosen Dingen man sich täglich beschäftigt."

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Foto: Gordon Weuste im rumänischen Zigeunerdorf