Huffpost Germany
BLOG

Eine offene Plattform für kontroverse Meinungen und aktuelle Analysen aus dem HuffPost-Gastautorennetzwerk

Dr. Alexandra Hildebrandt Headshot

Geflüchtete und Deutsche verbessern gemeinsam die Welt

Veröffentlicht: Aktualisiert:
Drucken

Seit Oktober 2015 wird in der Huffington Post regelmäßig über ProjectTogether berichtet:Wie die Flüchtlingskrise ein neues Selbstverständnis von Engagement schafft und Zusammen können wir das schaffen! Es gehört zum Selbstverständnis nachhaltiger Berichterstattung zu kommunizieren, was seitdem passiert ist, und wie es weitergeht.

Die Initiative für Flüchtlinge Bonn und ProjectTogether fördern Integration durch Ermutigung zu Engagement

Unter dem Motto „I(f)f I could change the world ..." veranstalteten die Initiative für Flüchtlinge Bonn (IfF) und die gemeinnützige Organisation ProjectTogether am 24. April 2016 in der Evangelischen Studierendengemeinde Bonn einen interkulturellen Projektworkshop: Eingeladen waren in Bonn lebende Geflüchtete und Studierende, die sich über Werte und Ziele austauschten und schließlich in Kleingruppen Projekte planten, die einen positiven Einfluss auf das tägliche Leben, die Gesellschaft oder die Umwelt haben.

2016-04-29-1461963553-7274329-ProjectTogether1.jpg
(c) ProjectTogether

„Überall gibt es junge Menschen, egal mit welchem kulturellen Hintergrund, die unzählige Ideen haben. Von einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe können beide Seiten profitieren", sagt Michael Heider, Geschäftsführer von ProjectTogether.

Die 25 Teilnehmenden einigten sich darauf, neun verschiedene Projekte umzusetzen. Mara Teutsch von der Initiative für Flüchtlinge ist begeistert von der Themenvielfalt: „Die Projekte reichen von Straßenaktionen wie ‚Ein Apfel für ein Lächeln' und einem Tanzflashmob bis zu einem Netzwerk, in dem sich Geflüchtete bei Behördengängen und Arztbesuchen gegenseitig unterstützen." Die am Workshoptag entstandenen Projekte werden im Anschluss über acht Telefongespräche von einem ausgebildeten Coach bei der Umsetzung begleitet.

Engagement und Mitgestaltung sind wichtige Attribute unserer Gesellschaft. Vor allem für die Generation Y ist Selbstbestimmung und Eigeninitiative ein wichtiger Bestandteil für ein erfülltes Leben. Auch Asylsuchende bringen Kreativität und Talente mit, die allerdings häufig im deutschen bürokratischen Chaos um Asylverfahren und Integration untergehen.

2016-04-29-1461963607-8195413-ProjectTogether2.jpg
(c) ProjectTogether

Für Mara Teutsch bedeutet Integration vor allem, das zukünftige Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Dabei geht es darum, „die Ideen und Wünsche der Neuangekommenen anzuhören." Die Projektworkshops sollen Ideen und Fähigkeiten der Geflüchteten aufgreifen und so die Möglichkeit zum Mitgestalten bieten.

Durch interkulturelle Zusammenarbeit an Projekten können die Teilnehmenden an sich selbst und zusammen wachsen. So wird Integration auf eine neue Ebene gehoben: Weg von „Wir helfen den armen Migranten" hin zu „Zusammen gestalten wir unsere Gesellschaft". Denn zusammen an einem Projekt zu arbeiten und ein gemeinsames Ziel zu haben, verbindet mehr als einseitige Hilfe. Durch gemeinsame Projekte wird der Grundstein für eine produktive Zusammenarbeit für das Schul-, Studien- und spätere Berufsleben gelegt.

ProjectTogether macht Mitgestaltung für jeden einfach

ProjectTogether aktiviert Menschen, ihre persönlichen Anliegen in Projekten umzusetzen und dadurch aktiv gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. In der Umsetzung ihrer persönlichen Ziele erfahren die Projektgründer*innen ein besonderes Maß an Selbstvertrauen für gesellschaftliches Engagement.

Dabei kann auf die Erfahrung von ProjectTogether und den ProjectCoachs als erste Anlaufstelle für Ideen zurückgegriffen werden, was seit über drei Jahren das Kerngeschäft der Initiative ist. „Bis dato hat ProjectTogether 200 Menschen aktiviert, ihre Anliegen in eigenen Projekten umzusetzen", so Geschäftsführer Michael Heider.

Die Initiative für Flüchtlinge Bonn wurde im Dezember 2014 vor dem Hintergrund gegründet, dass junge Bonner*innen und Neuangekommene mit Fluchthintergrund gemeinsam Freizeit verbringen. Dabei ist die Begegnung auf Augenhöhe besonders wichtig. Die IfF lädt mehrmals im Monat zu Veranstaltungen ein, z. B. zu Kochabenden, Kickerturnieren, Theaterbesuchen, einem wöchentlichen Stammtisch oder - seit wenigen Wochen - zu einem Gartenprojekt (Pressemitteilung ProjectTogether).

Auch in anderen Städten (wie an diesem Wochenende in München) finden die interkulturellen Projekt-Workshops regelmäßig statt.

Weitere Informationen

Ihr habt auch ein spannendes Thema?
Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: