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Strich durch Vorurteile. Bundesweites Engagement im Fußball für junge Geflüchtete

12/08/2015 09:20 CEST | Aktualisiert 12/08/2016 11:12 CEST
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Hinter Mauern

Während die aktuelle Flüchtlingspolitik Deutschland weiter polarisiert, sollte nicht versäumt werden, immer wieder auf gute Beispiele zu verweisen, die Flüchtlinge willkommen heißen. Dass der Fußball Türen öffnet, zeigt das von der Bundesliga-Stiftung geförderte Integrationsprogramm „Willkommen im Fußball", das gerade mit einem ersten Standort in Mainz gestartet ist.

Das Türenöffnen durch den Fußball ist durchaus auch symbolisch zu sehen. Ja, es ist empfehlenswert, auch den bemerkenswerten ZEIT-Beitrag von Sabine Rückert („Freunde gesucht") zu lesen, in dem sie das Deutschlandbild einiger Menschen, die nicht teilen wollen, mit dem selbstsüchtigen Riesen im Märchen von Oscar Wilde vergleicht:

Er ist Eigentümer eines herrlichen Parks und duldet es nicht, dass andere ihren Fuß in dieses Areal setzen. Spielende Kinder werden vertrieben, und er baut eine hohe Mauer um seinen Park. Dann bleiben nicht nur die Kleinen aus, sondern auch Frühling, Sommer und Herbst. Was bleibt? Der Winter. Und der Frost.

„Dass Deutschland so ein erstarrter Riese werde, ist offenbar der Wunsch mancher Bürger, die eine geistige Mauer um unser Land bauen und mit Widerwillen auf die steigende Zahl der Schutzsuchenden starren, die in langen Trecks aus den Kriegs- und Elendsgebieten dieser Welt über unsere Grenzen kommen." (DIE ZEIT, 6.8.2015)

Der Fußball kann mit seinen Initiativen, die Flüchtlinge willkommen heißen, dazu beitragen, dass dieses Land keine kalte und vergreiste „Winterlandschaft des Alters" sein wird. Sie zeigen uns, dass Geschichten auch gut ausgehen können wie bei Oscar Wilde, in dessen Erzählung die Mauer bald Risse bekommt, so dass die Kinder wieder in den Garten schlüpfen können und plötzlich wieder alles grünt. Vor diesem hoffnungsvollen „geschichtlichen" Hintergrund sollten diese Initiativen gesehen werden.

Willkommen im Fußball

In Kooperation mit dem 1. FSV Mainz 05 und in Trägerschaft der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung werden im Rahmen von Willkommensbündnissen ab sofort Sport-, Kultur- und Bildungsangebote für junge Geflüchtete angeboten.

Weitere Projekte dieser Art werden in den kommenden Wochen in Berlin, Braunschweig, Leipzig und Stuttgart ihre Arbeit aufnehmen. Die Bundesliga-Stiftung unterstützt dieses Integrationsprogramm ebenso wie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und stellt dafür Fördermittel in Höhe von 750.000 Euro zur Verfügung.

Die Willkommensbündnisse leisten konkrete Hilfe im Bereich der Flüchtlingsarbeit und bestehen aus Kooperationen zwischen Profi-Clubs mit Amateurvereinen und weiteren Partnern. „Ziel ist es, mit den Profi-Clubs bundesweit starke Allianzen zu bilden, um jungen Geflüchteten dabei zu helfen, sich eine echte Perspektive zu schaffen", sagt Stefan Kiefer, Vorstandsvorsitzender der Bundesliga-Stiftung.

Bereits im März setzte der deutsche Fußball mit einem Aktionsspieltag ein bundesweites Signal für ein friedliches Miteinander in unserer Gesellschaft. Öffentlichkeitswirksame Maßnahmen in allen Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga sowie in der 3. Liga, der Frauen-Bundesliga und beim Länderspiel Deutschland gegen Australien am 25. März transportierten den Appell „Mach einen Strich durch Vorurteile".

TV-Spots und Print-Anzeigen bilden neben der Projektarbeit und dem Aktionsspieltag die dritte Säule des Engagements von Bundesliga-Stiftung und Deutschem Fußball-Bund für eine bessere Integration junger Geflüchteter. (Medienmitteilung Bundesliga-Stiftung, 7.8.2015)

Weitere Informationen zur Integrationsinitiative des deutschen Fußballs


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