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Ehre! Kein Amt: Warum bürgerschaftliches Engagement heute unverzichtbar ist

25/02/2017 18:06 CET | Aktualisiert 25/02/2017 18:06 CET
filadendron via Getty Images

Was treibt Menschen an, sich ehrenamtlich zu engagieren? Als Vorstandsmitglied der Genossenschaft green blue social you gemeinnützige eG setzt sich Christina Guerrini gemeinsam mit lokalen Unternehmen vor Ort für ein soziales Miteinander und für wirtschaftlich gut aufgestellte und lebenswerte Städte und Gemeinden ein.

„Davon profitieren alle Bürger der Region - jetzige und nachfolgende Generationen - und am Ende steht eine sozialere und gerechtere Gesellschaft. Dafür setze ich mich gern ein", sagt die Mutter zweier Kinder, die hauptberuflich als Führungskraft bei einer internationalen Immobilienbank tätig ist. Es erfüllt sie mit Freude, dass sie ihre Erfahrungen für ein soziales Miteinander einbringen darf.

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Christina Guerrini (Foto: Kathrein)

Heute wird jeder dritte erwirtschaftete Euro für Sozialleistungen ausgegeben - dennoch reicht das Geld nicht aus: Die Haushaltsüberschuldung führt dazu, dass sich der Staat aus immer mehr sozialen Bereichen zurückzieht. Umso wichtiger ist das freiwillige soziale Engagement, das mit Vorteilen für den Staat verbunden ist.

Doch wie sieht es mit den Unternehmen aus? Zahlreiche Studien bestätigen, dass Unternehmen, die eine CSR- bzw. Nachhaltigkeitsstrategie haben und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung konsequent nachgehen, krisenrobuster und nachweislich profitabler sind.

Nachhaltigkeit heißt für Christina Guerrini, „in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht verantwortungsvoll handeln, so dass wir nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen können. Dazu kann jeder von uns jeden Tag, auch mit kleinen Schritten, beitragen".

Dazu ist es wichtig, sich Wissen anzueignen und Handlungsoptionen vor Ort zu kennen und nicht immer auf das Große (z.B. die internationale Klimapolitik) zu verweisen. Auch eine einzelne Kommune kann Nachhaltiges bewegen.

Wie können unterschiedliche Ziele von unternehmerischem Handeln und kommunalen Aufgaben ökonomisch zusammenfinden und sich zum Wohle einer ganzen Region ergänzen? Welches Handeln bringt den größtmöglichen Nutzen für die Bewohner der unterschiedlichen Regionen?

Diese Fragen begründen ihre tägliche Aufgabe als Ökonomin bei green blue social you. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre absolvierte sie in Heidelberg und Mailand und erwarb ihr Diplom abschließend an der Universität Köln, mit Marketing als Fachgebiet.

Sie ist fest davon überzeugt, dass unsere stark wandelnde Gesellschaft neue Modelle des Miteinanders und sozialer Verantwortung benötigt: „Bürgerschaftliches Engagement ist mittlerweile ein wichtiger Pfeiler unserer Demokratie. Wandel erfordert aber immer auch Umdenken und neue Wege zu gehen."

Genau das macht die gemeinnützige Genossenschaft green blue social you, die in der Tradition des Ehrbaren Kaufmanns steht, aus: Kleine und mittelständische Unternehmen können sich als Genossenschaftsmitglieder und Förderer im Rahmen ihrer Möglichkeiten und unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse für die Gemeinschaft einsetzen mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort nachhaltig zu verbessern - und zwar unabhängig von deren Status, Bildung und Herkunft:

Die Fördergelder gehen direkt an Städte und Gemeinden und fließen in Projekte, die der Region zugutekommen. „Damit tragen wir zu einer positiven Entwicklung in der Region bei. Das ist unser Beitrag zur Nachhaltigkeit. " Er bietet auch handfeste materielle Vorteile, denn gerade in finanziell überforderten Kommunen können zum Beispiel weiterhin Leistungen angeboten werden, die sonst auf Dauer gestrichen werden müssten.

Der Gründer und Vorstandsvorsitzende Andreas Marth verweist darauf, dass seine Kinder den Anstoß gegeben hätten, dass sich die Familie mit der Zukunft und sozialen Strategien auseinanderzusetzen begann. Vorhandene soziale und nachhaltige Konzepte überzeugten allerdings nicht wirklich.

Was fehlte, war eine sozialgeprägte Organisation, „welche die Bedürfnisse der Unternehmen als Wirtschaftsmotor berücksichtigt, um somit reale Werte in der Region zu schaffen." Die Idee des „Engagements vor Ort" soll künftig weiter ausgebaut werden. Deshalb werden in Zukunft aus dem Sozial- und Bildungsfonds vor allem Projekte des Sozial- und Schulamtes finanziert und aus dem Umweltfonds Projekte des Umweltamtes, denn der Klimaschutz spielt auf kommunaler Ebene ebenfalls eine große Rolle.

Um leistungsfähig zu sein, braucht jede (gemeinnützige) Organisation eine Vision und ein Leitbild. Sonst weiß sie auf lange Sicht nicht, in welche Richtung sie sich bewegen und welchen Zweck sie erfüllen soll. Darüber hinaus bedarf es einer Strategie, die sich aus der Vision ableitet und ausdifferenziert wird in verschiedene Teilstrategien.

Die Genossenschaft green blue social you gemeinnützige eG baut darauf auf, so dass gemeinsam mit lokalen Unternehmen vor Ort die Förderung von Bildung, Sozialem und Umweltschutz nachhaltig gewährleistet werden kann. „Am Ende stehen zufriedenere Kunden, Mitarbeiter und Bürger sowie eine verbessertet Dialog mit den politisch Verantwortlichen", sagt Christina Guerrini.

Doch anhand welcher Kennzahlen lässt sich ablesen, ob ein gesellschaftliches oder ökologisches Projekt etwas erreicht hat? Woran ist Wirkung erkennbar? Woher weiß ein Förderer, dass er sein Geld richtig angelegt hat? Wie stellt die Organisation sicher, dass sie wirkungsvoll arbeitet? Wirkungen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene (Impacts) sind besonders schwer nachzuweisen.

Deshalb ermittelt beispielsweise Phineo, ein unabhängiges, gemeinnütziges Analyse- und Beratungshaus für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement, den Social Impact nicht im Nachhinein, sondern beurteilt im Voraus das Wirkungspotenzial einer Organisation.

Größtmögliche Transparenz ist für die Genossenschaft green blue social you gemeinnützige eG selbstverständlich: Die Mitgliedsbeiträge, Förderbeträge sowie der Geschäftsanteil der Mitglieder liegen auf einem Konto bei einer Genossenschaftsbank in der entsprechenden Region. Der Partner in Mainz ist die Mainzer Volksbank. Die Homepage mit der entsprechenden Rubrik „Wohin fließt mein Geld?" informiert darüber, wie es investiert wird.

Christina Guerrini möchte durch ihr ehrenamtliches Engagement der Gesellschaft etwas „zurückgeben" und daran mitwirken, „gemeinsam bestehende gesellschaftliche Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten zu überwinden". Die Tätigkeit bei green blue social you empfindet sie nicht nur als interessante, sondern auch sinnstiftende Aufgabe.

Ihr Beispiel zeigt:

• Bürgerschaftliches Engagement führt zu einer besseren Vernetzung der Lebenswelten der „Geber" und der „Nehmer".

• Ehrenamtstätigkeiten tragen zu einem sinnerfüllten Leben bei.

• Engagierte Menschen vermitteln ein gesellschaftliches Wertegerüst.

• Ein gelungenes bürgerschaftliches Engagement braucht Langfristorientierung und kontinuierliche Kommunikation.

• Wer zusammen handeln möchte, muss vorher fähig sein, komplexe Sachverhalte „zusammen" zu denken. Es braucht Synthesen, gemeinsame Entschlüsse, Klarheit, Vertrauen. Und Tun!

Weitere Informationen:

Alexandra Hildebrandt: Kleine Handlungen, große Wirkung. Ganz nah! Wo die Kraft der Gemeinschaft am besten gedeiht. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2016

Alexandra Hildebrandt: TUN! Warum wir Könner brauchen, um die Zukunft meisterlich zu gestalten. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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