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Der Tag, ab dem wir über unseren Verhältnissen leben

29/07/2017 17:32 CEST | Aktualisiert 29/07/2017 17:32 CEST
imaginima via Getty Images

Mittlerweile benötigen wir 1,7 Erden, denn wir nutzen die Natur 1,7-mal schneller als Ökosysteme sich regenerieren können. Am 2. August ist der „Earth Overshoot Day", der vom Global Footprint Network mit den Methoden des Ökologischen Fußabdrucks berechnet wird. An diesem Tag wird die Menschheit das Budget der natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht haben. Ursache ist der vermehrte CO2-Ausstoß in die Atmosphäre. Es ist der am schnellsten wachsende Anteil des Ökologischen Fußabdrucks.

1992 fragten sich Mathis Wackernagel und William Rees, wie sich der gesamte Ressourcenverbrauch berechnen lässt und wo der menschliche Konsum an seine verträglichen Grenzen stößt. Sie suchten nach einem Indikator für den menschlichen Naturverbrauch und entwickelten den Ökologischen Fußabdruck, der die Fläche berechnet, die benötigt wird, um den Treibstoff für eine Flugreise zu erzeugen oder ein Kleidungsstück herzustellen.

Die Grundidee:

Nur ein Viertel der Erdoberfläche besteht aus produktiver Land- und Meeresfläche. Bei einer Gesamtbevölkerung von derzeit etwa 6,6 Milliarden Menschen stehen jedem Erdbewohner durchschnittlich 1,7 Hektar zur Verfügung. Unser globaler Fußabdruck liegt jedoch um ein Viertel darüber. Die erneuerbaren Energien werden schneller verbraucht, als sie sich regenerieren.

Der Carbon Footprint macht derzeit 60 Prozent des gesamten Footprints der Menschheit aus. Um das 2°C Ziel des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, muss der CO2-Ausstoß von Fossilenergie weltweit vor 2050 auf null sinken.

Die neuen Daten des Global Footprint Networks data.footprintnetwork.org verdeutlichen, dass es möglich ist, in die richtige Richtung zu gehen.

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Beispielsweise fiel der Ökologischer Fußabdruck in den USA pro Kopf um knapp 20 Prozent von 2005 bis 2013. Diese Verschiebung ist vor allem mit abnehmenden CO2-Emissionen verbunden.

Gleichzeitig wuchs hier das BIP pro Kopf um etwa 20 Prozent, was bedeutet, dass eine Entkopplung stattgefunden hat (Wirtschaftsexpansion mit reduziertem Ressourcenverbrauch). Auch wenn die USA aus dem Pariser Abkommen aussteigt, so haben viele US-Städte, Staaten und Unternehmen ihre Klimaanstrengungen beschleunigt.

Auch China engagiert sich für den Aufbau einer ökologischen Zivilisation, die auch in ihrem aktuellen Fünfjahresplan verankert ist. Auch Schottland, Costa Rica und Nicaragua kehren der Fossilenergie den Rücken.

Das Global Footprint Network wird am Earth Overshoot Day auch eine Neuauflage des footprintcalculator lancieren. Dieser wird dann auch auf Mobiltelefonen funktionieren, damit alle ihren eigenen Earth Overshoot Day berechnen können. Derzeit wird der aktuelle Rechner von mehr als zwei Millionen Menschen jährlich genutzt.

Weitere Informationen:

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Circular Thinking 21.0: Wie wir die Welt wieder rund machen von Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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