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Digitalisierung in Bewegung: Wie Logistikunternehmen in die Gänge kommen

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LOGISTIC COMPANIE
stockvisual via Getty Images
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„Wer in Zukunft am besten vernetzt ist, macht das Rennen." (Dr. Alexander Hufnagl)

Die Digitalisierung erfasst nicht nur unsere Arbeits- und Lebenswelt, sondern auch die Transport- und Logistikbranche. Vor dem Hintergrund des weltweit wachsenden Verkehrsaufkommens werden Versuche, urbane Zentren mit einer Mautpflicht oder einer Sperrung der Innenstädte für den motorisierten Verkehr zu entlasten, künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Angesichts der Endlichkeit fossiler Ressourcen und des Klimawandels steht mittel- bis langfristig der Umstieg auf neue Fahrzeug- und Mobilitätskonzepte, Antriebstechnologien und passende Infrastrukturlösungen in der Automobilbranche bevor.

Damit verbunden sind folgende Fragen:

Wie kann Industrie 4.0 dazu beitragen, Logistikprozesse hinsichtlich der Ressourceneffizienz zu optimieren? Welche Anforderungen werden Kunden künftig an Logistik stellen? Wie lassen sich Zukunftsmärkte für urbane Infrastruktur und Logistik erschließen?

Weshalb gilt der Einsatz innovativer und digitaler Technologien als Schlüsselfaktor innerhalb der komplexen Logistikprozesse? Welche Innovationspotenziale prägen die Logistik der Zukunft? Wie lässt sich das wachsende Verkehrsaufkommen effizienter und nachhaltiger organisieren?

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Der Schlüssel dafür ist intelligentes Datenmanagement: So können heute bereits viele Informationen über den Einsatz eines Lastkraftwagens digital erfasst sowie nicht nur die Lenk- und Ruhezeiten sowie die technischen Betriebsdaten des Fahrzeugs, sondern auch der Zustand der Ladung überwacht und Routendaten nachverfolgt werden.

Damit verbunden ist eine frühere Planung der Werkstattaufenthalte, zudem wird die Personaldisposition erleichtert, und die Kraftstoffverbrauchsdaten können exakter kalkuliert werden.

Verzahnung von Automobil-, Informations- und Telekommunikationsbranche zur Entwicklung von Systemlösungen

Bereits heute arbeiten Fahrzeughersteller daran, Empfänger und Sender in Fahrzeuge einbauen und mit Systemen zu verknüpfen. „Die Fahrzeuge werden dann zum Beispiel bei der Anfahrt der Tankstelle automatisch erfasst und die Leistungen abgerechnet, ohne dass der Fahrer zur Kasse gehen muss", sagt DKV Geschäftsführer Dr. Alexander Hufnagl. Er bestätigt, dass für die Tankkarte derzeit die am weitesten verbreitete Infrastruktur existiert - deshalb wird sie nicht über Nacht verschwinden.

Allerdings wird sie gegenwärtig vielerorts abgelöst - durch Smartphones und bei den Bezahlsystemen Chipkarte, Smartphone und Connected Vehicles - Fahrzeuge als Bezahlmedien. Daneben existieren Software-Lösungen, die unterschiedliche Bezahlmedien zusammenführen.

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Kraftstoff- und Mautabrechnung für Georgien: DKV Kunden können ihren Kraftstoff an ausgewählten Tankstellen der Marke WISSOL über die DKV CARD bargeldlos abrechnen. Zudem können sie die georgische Straßengebühr für den Transittransport (Road Toll Card) begleichen (Foto: DKV).

Hufnagl ist davon überzeugt, dass diese Trends nach einer Übergangszeit von drei bis sieben Jahren zusätzliche Bezahlmedien fest etabliert sein werden. Die DKV MOBILITY SERVICES Group bündelt unter ihrem Dach führende Dienstleistungsunternehmen rund um die gewerbliche Mobilität auf der Straße.

Die bekannteste Tochtergesellschaft ist der DKV Euro Service, der seit über 80 Jahren zu den führenden Dienstleistern für das Logistik- und Transportgewerbe gehört.

Von der bargeldlosen Unterwegsversorgung an über 60.000 markenübergreifenden Akzeptanzstellen über Mautabrechnung bis zur Mehrwertsteuer-Rückerstattung bietet der DKV zahlreiche Dienstleistungen zur Kostenoptimierung und zur Steuerung von Fuhrparks auf Europas Straßen. Jährlich vergibt das Unternehmen den Eco Performance Award (EPA) an überzeugende Konzepte.

Doch wie aktiv wird hier der digitalen Wandel gestaltet? Das Unternehmen will mittelfristig von Bezahlmedien unabhängig aufgestellt sein und arbeitet auf verschiedenen Ebenen nachhaltig daran mit.

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Preisdaten (Foto: DKV)

Die Kunden fordern, dass Daten so aufbereitet werden, dass sie flexibler in ihre Softwaresysteme eingespeist werden können. Damit geht das Unternehmen seit einiger Zeit stärker in den Markt.

Wie viele Unternehmen, die dem Megatrend der Digitalisierung auf nachhaltige Weise folgen, sieht sich auch der DKV künftig mehr als Dienstleister: So sollen wichtigen Daten Services zur Verfügung gestellt werden - zum Beispiel über Fahrtrouten, anstehende Lenk- und Ruhezeiten, Füllstände der Dieseltanks mit der Empfehlung einer günstigen Dieselzapfsäule auf der Strecke.

Diese Prozesse müssen dann nicht mehr von einem Disponenten beobachtet werden, sondern laufen automatisch. Zudem gibt es für jedes Problem eine Lösung, welches das System bereithält.

Bezüglich Daten und Dienstleistungen wird der DKV zusätzlich mit den Betreibern anderer Daten-Plattformen zusammenarbeiten. Geeignete Informationen und Anwendungen, die es dort bereits gibt, sollen ebenfalls den DKV-Kunden zu Verfügung gestellt werden.

Dazu wird die IT komplett umgebaut und so die Grundlage für eine bessere Vernetzung mit anderen Daten-Plattformen geschaffen. Ziel ist ein Echtzeit-Datenmanagement für Kunden und Partner.

Mit den zur Verfügung stehenden Daten soll es Kunden erleichtert werden, ihre Leistungen noch effizienter und damit kostengünstiger zu erbringen. Auch die Unterwegsversorgung der LKW soll optimiert werden. „Wir können den Kunden eine Menge Werkzeuge an die Hand geben, damit sie ihr Geschäft besser und effizienter steuern können", sagt Hufnagl, der Ende 2016 auch betonte, das Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und E-Mobilität noch zu verstärken.

Mit der E-Card kann der Kunde an über 4000 Stationen in Deutschland E-Autos aufladen. „Spediteure sind z.B. in Ballungsgebieten dazu angehalten, leichte und umweltfreundliche Lösungen in Form von Pkw und Transportern für die letzte Meile zu finden.

Diesbezüglich geht der Trend deutlich zu Elektro- und Hybridfahrzeugen. Auch wenn die Elektromobilität in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt - Länder wie Norwegen machen deutlich, dass dieses Thema kommen wird."

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