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Die Digitalisierung der Eventbranche

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CEBIT
JOHN MACDOUGALL via Getty Images
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Gastbeitrag von Stefan Lohmann, Live Entertainment-Experte, Talent Buyer und Artist Relations Manager

Virtual Reality ist ein Megatrend, obwohl es in der tatsĂ€chlichen Nutzung noch gar nicht so viel Anwendung finden kann, weil es noch viel zu wenig Inhalte fĂŒr diese Technologie gibt.

Dennoch sorgt allein der Ausblick auf die Möglichkeiten, die die Verschmelzung von digitaler und realer Welt bietet, fĂŒr große Aufregung und Hoffnung in der Wirtschaft.

Der Hype um das Spiel PokĂ©mon Go ist ein weiterer Beleg dafĂŒr, was die Digitalisierung in der realen Welt auslösen kann.

Die Digitalisierung ist in der Eventbranche schon lange angekommen. Die digitale Transformation ist aber ein andauernder Prozess, wie die Leitmessen der Eventindustrie Best of Events 2016 und Suisse Emex 2017 mit dem Thema der Digitalisierung, verdeutlichen.

Auch fĂŒr die Planung von nachhaltigen und klimaneutralen Veranstaltungen bietet die Digitalisierung der Eventbranche interessante Möglichkeiten und Chancen.

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Analoge und digitale Koordination - immer erreichbar, immer online: Stefan Lohmann im GesprÀch (Copyright Foto: Ben Pakalski)

Events werden mittlerweile digital vorausgeplant. Durch spezielle Software und Dienstleister ist es möglich, sich die komplette Veranstaltung vorab als Video anzuschauen inklusive der Location, Bestuhlung, Dekoration, Lichtstimmung, Entertainment und Technik etc.

Durch die detaillierte Vorplanung können Materialien und Ressourcen eingespart und Fehlplanungen verhindert werden.

Das GĂ€stemanagement ist mittlerweile vollkommen digital und bietet viele Vorteile fĂŒr Veranstalter und GĂ€ste. Das fördert auch die Vernetzungsmöglichkeiten der GĂ€ste untereinander -zum Beispiel bei Messen und Konferenzen.

Das digitale Ticketing bietet auch Lösungen, um z.B. Green Ticketing voll automatisiert zu realisieren. Denn durch die Anreise der GĂ€ste entsteht der grĂ¶ĂŸte Teil an CO2-Emissionen einer Veranstaltung. Und Green Ticketing bietet die Möglichkeit, dass die GĂ€ste ihren eigenen CO2-Fußabdruck „neutralisieren" durch entsprechende zertifizierte Projekte.

Im Live Entertainment Bereich ist die Ton- und Lichtsteuerung, in den meisten FĂ€llen, ebenfalls vollkommen digital. Es gibt mittlerweile auch ganzheitlich digitalisiertes Entertainment.

Shows mit Drohnen und der Einsatz von riesigen Projektionen und Video-Mapping bieten aber auch spannende Möglichkeiten, digitales und analoges Entertainment zu verbinden.

FĂŒr mich als Artist Relations Manager und Talent Buyer eröffnet die Digitalisierung grĂ¶ĂŸere UnabhĂ€ngigkeit von einem stationĂ€ren BĂŒro. Ich kann mittlerweile von ĂŒberallaus arbeiten, solange es Internet gibt.

Die Live Entertainment-Konzepte, die ich erstelle, erfordern stĂ€ndigen Austausch mit allen Beteiligten: Kunden, Management, KĂŒnstlern und vielen Gewerken, die fĂŒr eine Veranstaltung tĂ€tig sind.

Mittlerweile wird deutlich weniger Papier verbraucht als in meinen Anfangszeiten. Vieles lĂ€sst sich mittlerweile digitalisieren. Aktuell arbeite ich z.B. daran, mit moderner Booking-Software die Informationen und AblĂ€ufe, die bei der Koordination von Veranstaltungen wichtig sind, den KĂŒnstlern in Echtzeit zur VerfĂŒgung zu stellen.

Sie haben dadurch immer den aktuellsten Stand auf dem Handy griffbereit: Termine, Anfragen, Zusagen, Absagen, Soundcheckzeiten, Aufrittszeiten, Reisedaten, Flugnummern, Ablaufplane, Adressen, Kontakte etc. Mein Ziel ist ein papierloses BĂŒro.

Online Marketing, sei es fĂŒr die Bewerbung von Veranstaltungen oder fĂŒr die Werbung der KĂŒnstler, findet immer mehr ĂŒber die sozialen Medien statt.

Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung ist zu lernen, diese Möglichkeiten fĂŒr sich effektiv zu nutzen. Welche Vorteile bieten welche digitalen und sozialen Medien, was passt zu mir, wo und wie erreiche meine Zielgruppe?

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Veranstaltungen und Live Entertainment werden immer digitaler (Foto: David Marschalsky)

Die Veranstaltungen selbst sind nur noch selten ein rein örtlich gebundenes - analoges - Erlebnis. Live Entertainment bietet fĂŒr Firmen den idealen Content, um mit ihren Zielgruppen oder „Fans" in Kontakt und Austausch zu treten.

Die Emotionalisierung von Produkten und Services gelten in der Werbeindustrie als wichtige Voraussetzung fĂŒr einen lang anhaltenden Erfolg.

Insofern nutzen Unternehmen ihre Veranstaltungen und das Entertainment, um ihrer Zielgruppe Erlebnisse auf unterschiedlichen Ebenen zu bieten. Die Emotionalisierung der Produkte findet daher immer öfter Off- und Online statt.

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Anmerkung:

Anfang 2017 wird das deutsche Standardwerk zum Thema „CSR und Digitalisierung" (hg. Werner LandhĂ€ußer und Alexandra Hildebrandt) im Fachverlag SpringerGabler erscheinen, an dem Herausgeber und Autoren kostenlos gearbeitet haben, weil es auch vor dem Hintergrund der Nutzung durch Studenten und Hochschulen einen angemessenen Ladenpreis haben soll und komplett ohne Sponsoring auskam.

Das Thema erfordert neue Methoden und Denkstile sowie neue Formen interdisziplinÀrer Zusammenarbeit, etwa mit Informatikern, Medienexperten, Soziologen, Psychologen, Philosophen und Praktikern.

Gezeigt wird, dass Digitalisierung weder gefĂŒrchtet noch verehrt werden muss, denn es geht vor allem darum, ihre Rolle zu verstehen, um sie mit entsprechenden Grundkompetenzen richtig zu gestalten.

Da das Thema Digitalisierung der Eventbranche hier nicht integriert werden konnte, stellt dieser Blog in loser Folge ExpertenbeitrÀge und Gesichter der Nachhaltigkeit wie Stefan Lohmann vor, damit das Thema Digitalisierung in seiner Gesamtheit wahrgenommen und auf breiter gesellschaftlicher Ebene weiter diskutiert werden kann.

Dieser Text ist ein Gastbeitrag von Stefan Lohmann, Live Entertainment-Experte, Talent Buyer und Artist Relations Manager

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