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Digitales Denken - nachhaltiges Tun: Wie deutsche Startups die Welt verändern wollen

11/08/2017 11:49 CEST | Aktualisiert 11/08/2017 11:50 CEST

Mehr als 300 Teilnehmer, Mentoren und Investoren kamen für drei Wochen in Cascais (Portugal) zusammen, um gemeinsam Geschäftsideen zu entwickeln und umzusetzen. Darunter war auch das Startup-Unternehmen ScoolX, das im Rahmen der European Innovation Academy (weltgrößtes "Entrepreneurship"- Programm) gegründet worden ist.

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Foto und Copyright: ScoolX

Die fünf Gründer haben sich mit dem Ziel zusammengeschlossen, Bildung für Kinder im Vorschulalter individueller und ansprechender zu gestalten. Apps unterstützen Drei- bis Sechsjährige dabei, anders und spielerisch - zum Beispiel durch Storytelling - zu lernen. Der Fokus liegt auf Sprachen lernen.

Begonnen wird mit Englisch als Fremdsprache. Verwendet wird Augmented Reality, die als neue Technologie virtuelle 3D Elemente in die reale Welt projiziert und somit einen visuellen Lernkontext bietet. Das Startup plant, künftig auch andere Sprachen und Fächer in sein Portfolio mit aufzunehmen und sich auch auf andere Altersgruppen zu fokussieren.

Das Projekt wurde Investoren aus dem Silicon Valley vorgestellt, weil das Gründerteam durch die European Innovation Academy eine Plattform erhielt, die vorwiegend von amerikanischen Investoren besucht wird. Zudem soll die Software weltweit auf den Markt gebracht werden. Grundsätzlich ist ihnen bei der Zusammenarbeit mit dem richtigen Investor wichtig, dass er die gleichen Werte und ihre Vision teilt.

Das Team legt sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit, deshalb erhalten auch Kinder aus sozial schwachen Familien die Möglichkeit, vor der Einschulung Englisch zu lernen, was ihnen einen Vorsprung und mehr Selbstvertrauen in der Schule und später im Berufsleben verschafft. Die Gründer sind davon überzeugt, dass Bildung die Welt verändern kann. Deshalb plädieren sie dafür, Bildung dem heutigen technologischen Stand und den Bedürfnissen der Kinder anzupassen.

Jenny Nam (CEO) und Sarah Schaetti unterrichten Englisch als Fremdsprache für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Jenny Nam hat zudem Erfahrung im Finanzbereich und Management, Sarah im Bereich Marketing. Durch ihre Erfahrungen als Englischlehrerin spürte sie, „wie wichtig es besonders für junge Kinder ist, einen Lernkontext zu bieten". Johannes Behringer hat kürzlich sein Masterstudium in Entrepreneurship und Innovation abgeschlossen.

Nachhaltig die Welt zu verändern ist schon immer sein Traum gewesen: „Ich glaube fest daran, dass man die Welt durch eine moderne Art des Lernens und Lehrens verändern kann." Zusätzlich ist er auch als Coach selbstständig aktiv. Johannes Smolle ist ein Design-Student im zweiten Studienjahr und hat bereits mehrere Startups unterstützt. Daniel Swaab hat einen Bachelor-Abschluss in Computer-Science und IT und sammelte in diversen Praktika Berufserfahrung.

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Foto und Copyright: ScoolX

Nachdem der Prototyp ihrer ersten Lernwelt in den letzten drei Wochen programmiert wurde, konzentrierte sich das Team darauf, ein MVP (Minimal Viable Product) zu entwickeln - eine Minimalversion ihres späteren Produkts, das ihnen hilft, nach außen zu gehen und Familien zu finden, um ihre App zu testen und besser zu machen.

Dabei stellen sie sich folgende Fragen:

• Wie interagiert das Kind mit dem Spiel?

• Wie schnell lernt es dazu?

• Wie lange kann sich das Kind für das Spiel begeistern?

• Gibt es einen Bedarf dafür?

Fragen, lernen und üben helfen ihnen, sich selbst und ihre Produkte ständig zu verbessern. Was das Team ausmacht, ist ein „Growth Mindset", bei dem davon ausgegangen wird, dass sie sich immer weiterentwickeln und dazu lernen können, wenn sie nur ausreichend viel Arbeit hineinstecken. Wenn etwas nicht gelingt, fragen sie sich, was sie beim nächsten Mal alles besser machen können. Ständige Übung unterstützt uns darin, ihre Macherqualitäten zu verbessern.

Das Team ist zwar bereits sehr gut aufgestellt, würde sich jedoch - um schneller und effektiver zu arbeiten - über einen oder zwei neue Software-Entwickler und einen neuen Designer freuen. Ziel ist es, noch in diesem Jahr eine fertige App auf den Markt zu bringen. Die Leistungsstärke dieses Gründerteams ist nicht Ankunft an einem Ziel, sondern eine Reise ohne Ende, die mit dem digitalen Denken begonnen hat. Ohne diese Grundfertigkeit („Computational Thinking") werden wir den Code der Neuen Welt niemals verstehen.

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Foto und Copyright: ScoolX

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