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Warum wir die Sprache der digitalen Welt neu lernen m├╝ssen

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DIGITALISATION
ASSOCIATED PRESS
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Warum wir die Sprache der digitalen Welt neu lernen m├╝ssen

Wer die Sprache der digitalen Welt nicht lernt, geh├Ârt zu den neuen Analphabeten und bleibt passiver Konsument. Die Chefredakteurin der WirtschaftsWoche, Miriam Meckel, schrieb mit ÔÇ×Sprachlos in Seattle" nicht nur ein Editorial zur Ausgabe 42, die am 7. Oktober 2016 erschien, sondern formulierte ein Pl├Ądoyer, das uns auf unserem Weg unterst├╝tzt, fit f├╝r die Zukunft zu werden: Er geht ├╝ber ÔÇ×Code" als die neue Sprache der digitalen Welt, die schon Kinder auf spielerische Weise lernen sollten.

Klug wie der Aufkl├Ąrer Immanuel Kant? Ja, schreibt Meckel, das k├Ânnten wir alle sein, wenn wir den Mut h├Ątten, eine neue Revolution zu wagen und die Programmierung der Zukunft nicht anderen im Silicon Valley, in Indien oder S├╝dkorea ├╝berlie├čen.

Solange wir die neue Sprache der Digitalisierung nicht beherrschen und Dilettanten bleiben, werden wir auch keine Geschichte schreiben.

Da n├╝tzen auch Besuche im Silicon Valley, k├╝nstlich hochgezogene Labs und die neue Duz-Kultur in deutschen Unternehmen nichts. All das ist ÔÇ×so sinnvoll wie der Versuch, einem anrollenden Panzer ein Goethe-Zitat entgegenzuschleudern" (Meckel).

Deutschen Unternehmen fehlen Digitalstrategien

Jedes achte Unternehmen in Deutschland wartet anscheinend erst einmal ab. Nachholbedarf gibt es vor allem beim strategischen Storytelling und der Anbindung an das Top-Management (├Ąhnliche Defizite gibt es auch beim CSR- und Nachhaltigkeitsmanagement, das mit der Digitalstrategie verbunden werden sollte).

Eine Digitalstrategie zu entwickeln und die digitale Transformation in der Unternehmenskommunikation anzusto├čen hat bei allen Kommunikatoren die h├Âchste Priorit├Ąt.

38 Prozent der Befragten sch├Ątzen ihre Organisation als ÔÇ×Fast Follower" (!) ein, 41 Prozent der Kommunikatoren w├Ąren gern weiter, halten die Organisation aber f├╝r noch nicht reif genug.

Lediglich neun Prozent der Kommunikatoren sehen sich als ÔÇ×digitale Speerspitze" und Vorbild f├╝r andere Organisationen.

Das sind zentrale Erkenntnisse einer Umfrage, die die Unternehmensberatung f├╝r Kommunikation Lautenbach Sass (Frankfurt am Main) und die PRCC Personal- und Unternehmensberatung (D├╝sseldorf) im Juli gemeinsam durchgef├╝hrt haben.

Teilgenommen haben 195 Kommunikatoren auf allen Erfahrungsstufen und aus allen Unternehmensformen.

Rund drei Viertel der Befragten erwarten als Ver├Ąnderung durch die Digitalisierung eine gr├Â├čere Meinungsmacht von Bloggern und Youtubern (78 %) und erkennen das besondere Potenzial von Mitarbeitern als digitale Multiplikatoren (75 %).

Technologisches Know-how (das, was wir f├╝r die Alphabetisierung der Neuen Welt dringend brauchen!) hat f├╝r die Befragten einen vergleichsweise geringen Stellenwert: Am wichtigsten sei es, Content-Management-Systeme bedienen zu k├Ânnen.

Suchmaschinenoptimierung (SEO) und -werbung (SEA) liegen im Mittelfeld. Auch hier liegt bei allen Punkten die Beurteilung der eigenen Kompetenz unter der zugeschriebenen Relevanz.

Viele der Befragten sehen eine weiterentwickelte offenere Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor, die den Wandel erm├Âglicht und eine verbesserte Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen unterst├╝tzt.

Doch ein Kulturwandel kann nur gelingen, wenn vorher ÔÇ×umprogrammiert" wurde. Das aber k├Ânnen wir wiederum nur, wenn wir in der ÔÇ×Sprache der Zukunft alphabetisiert werden" (Miriam Meckel).

Dazu brauchen wir eine digitale Revolution, die auch Modesch├Âpfer Karl Lagerfeld mit seiner aktuellen Chanel-Show k├╝rzlich prophezeite:

Er hatte den Pariser Grand Palais in eine Datenverarbeitungszentrale verwandelt, um seine Ideen f├╝r die Fr├╝hjahrs- und Sommermode entsprechend zu pr├Ąsentieren. Im Serverraum sahen sich dann die Stars seine Looks an.

"Es ist eine Vision der heutigen Welt. Wir sind alle abh├Ąngig. Stellen Sie sich ihr Leben ohne Smartphone vor ..."

So geht Erfolg

Das, was Lagerfeld als Sch├Âpfer seiner eigenen Welten, die die Realit├Ąt aufnehmen und erweitern, hervorgebracht hat, ist auch Bestandteil des Herausgeberbandes ÔÇ×CSR und Digitalisierung", das Anfang 2017 im Fachverlag SpringerGabler erscheint.

Autoren und Experten aus allen gesellschaftlichen Bereichen wie Wolfgang Sch├Ąuble, Fredmund Malik, Timotheus H├Âttges, Henning Kagermannm, Bert R├╝rup, Dieter Gorny, Christoph Keese oder Valerie Niehaus k├Ânnen hier mit einfachen Antworten nicht dienen. Sie malen die Digitalisierung nicht schwarz, bejubeln aber auch nicht deren Strahlkraft, ohne auf die Schattenseiten zu verweisen.

Alle sind sich darin einig, dass es keinen Weg zur├╝ck gibt. Deshalb sollten wir - wie es auch Lagerfeld symbolisch zeigt - vorangehen statt mitlaufen, um Entwicklungen wie der Digitalisierung nicht hinterherzuhinken. So ÔÇ×geht" Erfolg.

Je h├Âher wir in Deutschland kommen, desto besser wird die Aussicht sein.

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Der Business-Experte Hermann Scherer bringt das Problem, das wir hier (wo zuweilen lieber kopiert als kapiert wird) vielfach noch haben, in seinem aktuellen Buch ÔÇ×Fokus!" auf den Punkt:

ÔÇ×Erfolgreich sein wollen, ohne sein Bestes geben zu wollen oder zu k├Ânnen, ist aber wie im Pool schwimmen zu wollen, ohne jemals hineinzuspringen.

Diese Menschen erinnern mich alle an: ÔÇÜSchaunmermal, den gro├čen Zeh ein bisschen ins Wasser halten. Oder doch lieber den kleinen Zeh?' - Sie wollen schwimmen, aber sie haben schon das Konzept des Schwimmens nicht mal im Ansatz verstanden. Und sie wollen nicht nass werden."

Ein ÔÇ×bisschen" kann sich allerdings heute niemand leisten, der sich in Zeiten des Umbruchs erfolgreich in die Zukunft bewegen will.

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