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Die Generation Y auf der Suche nach Europa

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EUROPA
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Die Diskussion ĂŒber das FĂŒr und Wider der EU wird von einer Generation dominiert, die Europa ganz anders wahrnimmt als die Generation Y. „In der materiellen Kosten-Nutzen-Kalkulation finde ich mich nicht wieder", schreibt Max Bosse am 26. MĂ€rz 2017 in der Berliner Zeitung, wo er mit dem Vorwurf aufrĂ€umt, dass die Generation Y eine Spaß-Generation sei, die sich keine Gedanken um Gegenwart und Zukunft macht.

Er verweist auf die Grundlagen, die andere geschaffen haben und die er heute als selbstverstĂ€ndlich wahrnimmt: „Diese SelbstverstĂ€ndlichkeit ist nun das, was die Beziehung meiner Generation zu Europa so besonders macht, und sie ist gleichzeitig die Gefahr."

Max Bosse studierte in MĂŒnchen, wo Menschen aus 17 EU-Staaten mit ihm in den Seminaren waren. Das Schöne daran war fĂŒr ihn, dass hier viele Unterschiede zusammenkamen und eine Gemeinsamkeit: „Wir leben Europa." Mit Europa verbindet er nicht BĂŒrokratie und Beamtentum, sondern einen Ort des Friedens und der Offenheit im Denken und im Umgang mit Anderen.

Mit seiner Meinung ist er nicht allein: Viele junge Menschen möchten eine gemeinsame Vision kreieren, welche die KomplexitĂ€t nachhaltiger Entwicklung aufgreift und die als Katalysator fĂŒr soziale und institutionelle Innovation dienen kann. So prĂ€sentierten am 23. MĂ€rz 2017 150 Vertreter der europĂ€ischen Jugend aus 38 LĂ€ndern, die sich im EuropĂ€ischen Parlament versammelt hatten, um eine neue EuropĂ€ische Verfassung zu erarbeiten, ihr Ergebnis der Öffentlichkeit: Die „European Youth Convention Citizens' Constitution".

Vorab entwarfen sie in nur dreieinhalb Tagen den Grundstein fĂŒr ein neues vereinigtes Europa mithilfe der Malik Syntegrations-Methode in Strassburg wĂ€hrend der European Youth Convention (EYC). Die Syntegrations Methode verwirklicht das Ideal der ursprĂŒnglichen Denker der Demokratie. Sie steht fĂŒr ideale Partizipation fĂŒr alle, perfekte Kooperation fĂŒr die Meinungsbildung und maximalen Konsens fĂŒr kreative Lösungen. Es entstand ein klares Konzept mit konkreten Vorstellungen, die Europa aus der Krise fĂŒhren und fĂŒr die aktuellen Herausforderungen stĂ€rken sollen. PrĂ€sentiert wurden die Ergebnisse beim "March for Europe" am 25. MĂ€rz in Rom - anlĂ€sslich den 60. JubilĂ€umsfeiern der Römischen VertrĂ€ge.

So etwas mit ĂŒblichen Methoden zu schaffen, ist völlig undenkbar - es wĂ€re ein Projekt, das Jahre laufen wĂŒrde. WĂŒrde man (was derzeit noch nicht vorgesehen ist), die einzelnen Teilthemen ebenfalls mit syntegrativen Verfahren weiter bearbeiten, unter UmstĂ€nden auch in etwas geĂ€nderten TeilnehmerInnenzusammensetzungen, „dann wĂŒrde die Verfassung im Sommer stehen und könnte den vorgesehenen Regeln entsprechend in die Abstimmungen gehen", sagt Prof. Fredmund Malik, der den Prozess vor Ort gemeinsam mit seinem Team begleitet hat.

Sich mit Maliks AnsĂ€tzen in diesen turbulenten Zeiten zu beschĂ€ftigen, ist deshalb so wichtig, weil sie zeigen, was reflektiertes Handeln ist, wie richtiges Management funktioniert und was der Orientierung und dem Neuanfang dient - fernab von Populismus, Fanatismus und Extremismus. Sich aufzuregen, zu empören und nur "Nein!" zu sagen nĂŒtzt wenig. Was es braucht, sind neben einem nĂŒchternen Optimismus Selbstbeherrschung und die FĂ€higkeit zum Nachdenken, die uns beim Problemlösen hilft und Voraussetzung kluger Entscheidungen ist.

Aber auch auf gute Geschichten kann nicht verzichtet werden, denn sie erinnern uns daran, wie viel Positives wir im Innern haben: „Positives, das sich nicht mit ökonomischen Kennzahlen messen lĂ€sst und viel nachhaltiger ist: Dank der EU wurde in uns die Angst vor dem Fremden abgelöst durch Neugier auf Andere", schreibt Max Bosse. In seinem Artikel verweist er auch auf den Publizisten Roger Willemsen, der 2014 vor den EU-Parlamentswahlen in 19 LĂ€nder reiste, um Europa zu suchen. Er fragte sich, was das „EuropĂ€ische" als Ganzes ausmacht und widmete sich Gedanken, Bildern, Stimmungen und Stimmen, die seine Idee und seine Wirklichkeit von Europa beschrieben.

Es war fĂŒr ihn ein Traum, der wachsen muss. Am Ende seiner Reise öffnete sich ein begrĂŒnter Platz vor einer Berglandschaft, und Roger Willemsen dachte: „Hier! Das ist seine Idee! Das ist Europa!"

Weitere Informationen: Alexandra Hildebrandt: Generationenwechsel @: Fragmente und Momente einer Gesellschaft im Übergang. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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