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Circular Economy: Allianz für Ressourceneffizienz

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SUSTAINABILITY
JGalione via Getty Images
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Gesetzliche Regelungen und Initiativen im Bereich Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) stellen Unternehmen heute vor herausfordernde Aufgaben und Pflichten. Die Idee dahinter beginnt mit der Erkenntnis, dass wir in einer Welt endlicher Ressourcen leben.

Deshalb muss Gebrauchtes umgewandelt und möglichst wiederverwertet werden, um eine effizientere Nutzung von Ressourcen zu erreichen. Auf mehr herkömmliches Recycling zu setzen, macht allerdings noch keine Kreislaufwirtschaft - dazu gehört ein größerer Kontext, wie auch Michael Brunn, Chefredakteur des RECYCLING Magazins, betont.

Dass es in einer Kreislaufwirtschaft auch dissipative Verluste gibt, schließen die Wissenschaftler nicht aus. Diese werden als Leckage bezeichnet: Dabei handelt es sich um Produkte, Komponenten oder Materialien, die aus der Kreislaufwirtschaft in die Biosphäre entweichen und (noch) nicht zurückgewonnen werden können. Mit künftigen Methoden und Technologien kann eine Rückgewinnung jedoch möglich sein.

Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es demnach, so viele Ressourcen wie möglich im Kreislauf zu halten, sie so schnell und effizient wie möglich vom Zustand der Obsoleszenz in einen Zustand der Nutzung zu überführen, dabei Leckage weitgehend zu vermeiden und den Wiedergewinnungshorizont immer weiter zu verschieben.

Damit sind auch neue Geschäftsmodelle verbunden, die stark von der Digitalisierung getrieben sind, denn es bedarf einer intelligenten Vernetzung von Stoffströmen, um hier nachhaltige Werte zu schaffen.

Im Rahmen des 6. Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongresses Baden-Württemberg am 18. und 19. Oktober 2017 würdigte Umweltminister Franz Untersteller 50 baden-württembergische Unternehmen für herausragende Ressourceneffizienz.

„Rohstoffe sind nur begrenzt verfügbar, aber zugleich wächst in unserer globalisierten Welt der Bedarf an Rohstoffen. Wir haben in Deutschland, wo es nur wenig Rohstoffe gibt, deshalb gar keine andere Wahl, als über technologische Innovationen unsere Abhängigkeit vom Rohstoffmarkt zu verringern und möglichst zu minimieren", sagte Untersteller, der Baden-Württemberg zu einem „Leitmarkt für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz" machen möchte.

Alle teilnehmenden Betriebe erhielten nach Realisierung der Effizienzmaßnahmen eine Unterstützung in Höhe von 10 000 Euro. Die eingereichten Praxisbeispiele werden in einem Buchprojekt in zwei Bänden vorgestellt.

Der zweite Band mit dem Titel „100 Betriebe für Ressourceneffizienz", in dem auch das Praxisbeispiel von Mader enthalten ist, erscheint Ende 2017 im Springer-Fachverlag (eine Fortsetzung der Initiative unter dem Titel „100PLUS Betriebe" ist bereits geplant).

Das Projekt ist wesentlicher Bestandteil der „Allianz für mehr Ressourceneffizienz", die 2013 zwischen der Landesregierung und den führenden Wirtschaftsverbänden des Landes geschlossen wurde. Unternehmen des produzierenden Gewerbes konnten sich aktiv für die Teilnahme an der Initiative „100 Betriebe für Ressourceneffizienz" bewerben.

Voraussetzung war, dass die Effizienzmaßnahmen an einem Standort in Baden-Württemberg realisiert wurden, messbar und möglichst auch auf andere Unternehmen übertragbar sind.

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Unter den Ausgezeichneten war auch der Leinfeldener Druckluft- und Pneumatikspezialist Mader mit „energieeffizienter Druckluft aus dem Container".

Realisiert wurde das Projekt für den Automobilzulieferer Cooper Standard Automotive, der damit sowohl seine Energiekosten als auch die CO2-Emissionen halbierte, die durch die Druckluftversorgung verursacht werden.

Ein optimal auf den Kundenbedarf ausgelegtes Kompressorenkonzept, die Beseitigung von Druckluftleckagen und die Absenkung des Betriebsdrucks bringen für das Unternehmen eine jährliche Einsparung von rund 62.000 Euro.

In produzierenden Unternehmen sieht Marco Jähnig, Mitglied der Geschäftsleitung bei Mader, die Druckluftversorgung als wichtigen Ansatzpunkt, um Energie und damit Ressourcen einzusparen, zudem können mit effizienter Drucklufterzeugung und -nutzung Unternehmen auch wirtschaftlich profitieren.

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Umweltminister Franz Untersteller überreicht Marco Jähnig, Mitglied der Geschäftsleitung bei Mader, die Auszeichnung „100 Betriebe für Ressourceneffizienz". ©Stefan Longin

Weitere Informationen:

CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer. SpringerGabler Verlag, Heidelberg Berlin 2017.

Claudia Silber und Alexandra Hildebrandt: Circular Thinking 21.0: Wie wir die Welt wieder rund machen. Amazon Media EU S.à r.l. Kindle Edition 2017.

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