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AUF EIN WORT: Gemeinschaftsinitiative von Valerie Niehaus

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Gemeinschaft neu denken

Die Schauspielerin Valerie Niehaus bezeichnet sich als ÔÇ×Amateurdenkerin" und bezieht sich dabei auf das lateinische Wort ÔÇ× amare": lieben, m├Âgen, lieb haben, gern haben.

Sie mag das Denken, weil es f├╝r sie eine kraftvolle F├Ąhigkeit ist, weil es so viel ÔÇ×Macht ├╝ber das Sein eines einzelnen Menschen und die Gemeinschaft" hat, in der er lebt.

Die darin liegende Verantwortung ist f├╝r sie eine der gr├Â├čten Herausforderungen ihres ÔÇ×erwachsenen Lebens", schreibt sie in einem noch unver├Âffentlichten Vorwort, das Anfang 2017 im Rahmen des Herausgeberbandes ÔÇ×CSR und Digitalisierung" erscheint.

Vertreten darin ist auch der internationale Marketingexperte Tim Leberecht, der sich in seinem Bestseller ÔÇ×Business-Romantiker" ebenfalls dem Amateur (der das Lernen liebt) widmet:

ÔÇ×Der Amateurgeist erfrischt unsere Augen: Er erlaubt uns, das Fremde im Gewohnten zu entdecken und es neu zu w├╝rdigen."

Das hat viel mit Empathie zu tun, die man am eigenen Leib sp├╝ren muss - ÔÇ×vielleicht am besten durch einen k├Ârperlichen Akt wie das Gehen".

Laufen mit anderen ist f├╝r ihn ein Akt der Empathie, und das Allein-Herumwandern ÔÇ×eine ├ťbung in Sachen Aufmerksamkeit".

Auch hier gibt es eine innere Verbindung zu Valerie Niehaus, der es immer auch um die Pflege ihres Herzens geht, wenn sie nicht arbeitet.

Spazierg├Ąnge verbindet sie mit Stille und Alleinsein. Das ist f├╝r sie eine Kraftquelle:

ÔÇ×Ich kann mich konzentrieren, Dinge abw├Ągen, meinen authentischen Gef├╝hlen auf die Schliche kommen, Fragen stellen und Antworten finden", sagte sie in einem Interview.

Sie steht f├╝r pers├Ânliche Worte und Werte, die wir heute dringend brauchen.

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ÔÇ×AUF EIN WORT" wurde von Valerie Niehaus gemeinsam mit der Fotografin Steffi Henn und Schauspielkollegin Christina Hecke ins Leben gerufen, um einen wichtigen Beitrag zu mehr Gemeinschaft (Inspiration, Kommunikation, ├ľffnung und Vertiefung des Miteinanders) zu leisten.

Dass der Begriff Gemeinschaft im Sinne belastbarer und stabiler sozialer Beziehungen derzeit auf dem Vormarsch ist, best├Ątigt auch der Werte-Index 2016.

AUF EIN WORT (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Sendung im Bayerischen Rundfunk, die dazu einl├Ądt, aus einer religi├Âsen Sichtweise heraus auf die Dinge zu blicken und sie dabei neu zu entdecken: ÔÇ×Worte, die im Alltag begleiten und motivieren") richtet sich an alle B├╝rgerinnen und B├╝rger, die alle ein Teil der Gemeinschaft sind.

ÔÇ×Unsere Gesellschaft zersplittert in Gruppen und Gr├╝ppchen. Getrieben von Gef├╝hlen wie Verunsicherung, Existenzangst, Wut oder Ahnungslosigkeit. Wir suchen das Gespr├Ąch, die R├╝ckbesinnung auf Werte, die uns vereinen, statt uns auseinander zu treiben. Wir wollen anregen, neugierig machen, Gespr├Ąche er├Âffnen, zum Nachdenken bringen...", hei├čt es auf der Website.

Im Februar 2015 trafen sich die ersten ÔÇ×Wortgeber" im Studio von Heinze von Hippel in Berlin Kreuzberg. Dies war die Geburtsstunde von ÔÇ×Auf ein Wort". Es folgten Shootings in K├Âln, Hamburg und Berlin.

Wenn Valerie Niehaus davon spricht, dass gemeinsam eine Reise angetreten wurde, von deren Best├Ąndigkeit alle ├╝berzeugt sind, so ist auch dies ein wichtiger Beitrag f├╝r mehr Nachhaltigkeit - ausgehend von einzelnen Menschen f├╝r unsere Gesellschaft.

Dabei gewinnt das gesprochene und geschriebene Wort - also das, was die Philosophin Hannah Arendt das an einem Menschen Fl├╝chtigste und zugleich Gr├Â├čte genannt hat - besondere Bedeutung.

Viele namenhafte Kollegen haben bereits ihr Gesicht gezeigt, sich auf ihr Wort (das sie besonders inspiriert und bewegt) bekannt und sich damit ablichten lassen.

Das Wort von Valerie Niehaus ist Empathie. Dass es auf ihre Stirn geschrieben ist, verweist wiederum auf die Bedeutung des Denkens. Denn Empathie setzt voraus, dass wir zun├Ąchst verstehen lernen, wie und was uns wirklich bewegt, und welche Bedingungen wir f├╝r Selbstachtung und Selbstwirksamkeit ben├Âtigen, um uns anderen zuzuwenden.

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Foto: Steffi Henn

ÔÇ×Empathie ist wie Atmen", sagt die US-Autorin Leslie Jamison. Sie ist das Gewebe des Zwischenmenschlichen, das eine Gesellschaft im Innersten zusammenh├Ąlt.

Wo Empathie verloren geht, ist auch die Emotionalit├Ąt nur noch ged├Ąmpft, die Umwelt wird vorwiegend als Bedrohung wahrgenommen, der Mensch ist antriebs- und teilnahmslos.

Eine positive Weltbeziehung ist die Voraussetzung daf├╝r, eine bessere Welt zu schaffen. Die Vorteile von Empathie belegt auch eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien:

Wer sich in andere hineinversetzen kann, ist angeblich auch eine bessere F├╝hrungskraft und entscheidet kl├╝ger. Auch k├Ânnen empathische Menschen nachweislich besser mit Stress umgehen und erkranken weniger an Depressionen.

Zudem ist erwiesen, dass empathische Kellner mehr Trinkgeld erhalten und einf├╝hlsame Verk├Ąufer mehr Umsatz machen. Die Beispiele lassen sich fortf├╝hren. Allerdings warnen Forscher auch vor zu viel Einf├╝hlsamkeit:

So sei erwiesen, dass Menschen, die besonders empathisch sind, auch schneller erm├╝den und sich von ihrem Job leichter ├╝berfordert f├╝hlen (vgl. ÔÇ×Die Gefahren eines guten Gef├╝hls", in: WirtschaftsWoche 22.1.2016).

Weiterf├╝hrende Literatur:

Leslie Jamison: Die Empathie-Tests. ├ťber Einf├╝hlung und das Leiden anderer. Essays. Hanser Berlin Verlag, Berlin 2015.

Tim Leberecht: Business-Romantiker. Von der Sehnsucht nach einem anderen Wirtschaftsleben. Droemer Verlag M├╝nchen 2015.
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Mehr als ein Wort

Interview mit Valerie Niehaus

Das folgende Interview mit Valerie Niehaus zeigt, dass nachhaltige Empathie nicht nur ein reines Gef├╝hl, sondern auch mit ÔÇ×Denken, Verstehen, Erleben und Handeln" (Hannah Arendt) verbunden ist, das sachliche Argumente nicht ignoriert.

_ Frau Niehaus, was war der Ausl├Âser f├╝r die Initiative AUF EIN WORT?

Im November 2014, als der Rechtspopulismus begann, montags durch die Stra├čen zu ziehen, wuchs in mir das Bed├╝rfnis, etwas daf├╝r zu tun, dass die Gesellschaft in der wir leben, sich auf humane Werte gest├╝tzt und den Herausforderungen unserer Zeit stellt.

Ich wollte mein Gesicht zeigen, meine Haltung ├Âffentlich vertreten. Als K├╝nstlerin im ├Âffentlichen Leben erfahre ich immer wieder, dass die Menschen, die unserer Arbeit zusehen und zuh├Âren, sich auch von unseren Inhalten ber├╝hren lassen.

Diese Chance wollte ich nutzen. Und wandte mich an die Fotografin Steffi Henn. In k├╝rzester Zeit stand unser Team auf vierzehn F├╝├čen: der Schauspielerin Christina Hecke, der Freien Kreativdirektorin Ruth Spiller , dem Videoeditor Karsten Kube, dem Presseagenten Marc Polley und im weiteren Verlauf der Art Director Web Jana Kiewitt.

Gemeinsam haben wir das Projekt zu dem gemacht, was es heute ist.

_ Sie haben sich mit dem Begriff Empathie ablichten lassen. Was bedeutet Ihnen dieses Wort?

Ich habe Empathie gefunden, als ich nach Wegen suchte, mich in der Welt zurechtzufinden. Empathie schafft Verbindung.

Der stumme Schrei eines Menschen ber├╝hrt mich deshalb so tief, weil die Geste einen emotionalen Widerhall in mir ausl├Âst. Diesen nenne ich Empathie.

Es ist nicht notwendig, alles ├╝ber einander zu wissen, wir m├╝ssen nicht mal die gleiche Sprache sprechen, die Besinnung auf unser Menschsein allein f├╝hrt zu der Erkenntnis, dass wir alle Bed├╝rfnisse haben und Lebensgeschichten erfahren.

Mit Hilfe der Empathie ist mir das Schicksal der Anderen so nah wie mein eigenes, und in dieser Verbindung erkenne ich meine Verantwortungen und M├Âglichkeiten als Mensch.

_ Warum ist Empathie f├╝r Sie eine Haltung?

Sie l├Ądt uns ein, inne zu halten, um einen anderen, einen weiteren Weg einzuschlagen. Sie braucht Aufwandsbereitschaft.

Empathie ist nicht leicht, sie macht M├╝he. Sie ist auf den ersten Blick keineswegs ein Mittel zur Vereinfachung, aber ohne sie bleibt es unm├Âglich, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich glaube an Empathie!

Vielen Dank f├╝r das Gespr├Ąch.

Zur Person:

Valerie Niehaus wurde 1974 im nordrhein-westf├Ąlischen Emsdetten geboren und zog sp├Ąter mit ihrer Familie nach M├╝nchen. Bereits als Sch├╝lerin spielte sie eine kleine Rolle in Klaus Emmerichs Ruhrpott-Saga "Rote Erde". Nach ihrem Abitur folgte die Hauptrolle der Julia in der ARD-Soap "Verbotene Liebe", womit sie zum TV-Star wurde.

Nach zwei Jahren stieg Valerie Niehaus dann aus der Serie aus, um in New York am renommierten Lee Strasberg Theatre Institute zu studieren. Seit ihrer R├╝ckkehr nach Deutschland 2001 war sie in mehr als 70 TV-Produktionen zu sehen, darunter im mehrfach ausgezeichneten ARD Biopic ÔÇ×Der Mann mit dem Fagott" von Miguel Alexandre, welcher sowohl den Deutschen Fernsehpreis als Bester Mehrteiler sowie die ├Âsterreichische Romy als Bester Fernsehfilm erhielt.

2016 war sie u.a. in ÔÇ×Die Spezialisten - Im Namen der Opfer", einer ZDF-Krimiserie zu sehen, in denen sie die Hauptrolle spielte.

Die Unterst├╝tzer (Auswahl):

Anja Reschke

Milan Peschel

Heiko Maas

Matthias Koeberlin

Christina Hecke

Christine Urspruch

Maria Ehrich

Walter Sittler

Tyron Ricketts

Hubertus Meyer-Burckhardt

Simone Thomalla

Emilia Sch├╝le

Katharina Wackernagel

Samuel Koch & Sarah Elena Timpe

Michael Brandner

Johann von B├╝low

Valerie Niehaus

Harald Krassnitzer

Katy Karrenbauer

Hannes Jaennicke

Roberta Bieling

Jochen Schropp

Steffi Nierius

Noah Levi

Kilian Kerner

Monika Gr├╝tters

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