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"Die Beziehung zum eigenen Vater trägt eine Frau durch ihr ganzes Leben"

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"Du warst der erste Mann in meinem Leben. Du hast mich geprägt. Ich wünschte ich könnte sagen, dass du mich zu einem sicheren Menschen gemacht hast. Dass du dafür gesorgt hast, dass ich gesunde Beziehungen führen kann. Dass ich strotze vor Selbstbewusstsein. Aber das hast du nicht. Wir haben nicht zusammen auf Blumenwiesen getanzt.

Du hast mich auch nicht tröstend in den Arm genommen wenn es mir schlecht ging. Du warst nicht da. Nicht bei meiner Abiturfeier, nicht bei meiner Diplomvergabe, nicht beim 1. Liebeskummer.

Du hast mir nie gesagt wie stolz du auf mich bist und du hast mir nie das Gefühl gegeben das ich gut bin, genauso wie ich bin. Nie. Du warst der Grund warum es mir schlecht ging. Du bist es noch immer ziemlich oft. Ich verabscheue dich dafür, aber ich wünsche mir auch, dass ich dir irgendwann verzeihen kann. Nicht um deinetwillen, sondern um meinetwillen."

Die Vater-Tochter-Beziehung

Die Beziehung zwischen einem Vater und seiner Tochter ist durch kaum eine andere im Leben zu ersetzen. Starke Väter machen starke Töchter. Ganz einfach. Die Vater-Tochter-Beziehung ist - ebenso wie die zwischen einer Mutter und ihrem Sohn - gerade wegen ihrer Gegensätzlichkeit so wichtig.

Ein Vater ist maßgeblich an der Identitätssuche seiner eigenen Tochter beteiligt. Er ist die erste und lange einzige männliche Bezugsperson und gleichermaßen ein Vorbild. Er vermittelt einen Anspruch. Der Vater, auch sein Umgang mit der eigenen Mutter, seiner Ehefrau oder anderen Frauen, katapultiert seine Tochter dabei in ihre ganz persönliche Lebensrolle.

Er trägt einen entscheidenden Anteil zum Frauenbild bei - letztlich zu ihrem eigenen Bild in der Gesellschaft. Nur durch Respekt und Anerkennung kann ein Mädchen zu einer Frau heranreifen die einen selbstbewussten Platz in der Gesellschaft einnimmt und sich dessen auch bewusst ist. Ist der Vater gar nicht erst da, kann ein solches Bewusstsein gar nicht, oder nur schwierig erworben werden.

Ein unerfülltes Bedürfnis

Bekommt ein Mädchen keine Zuwendung und Anerkennung von ihrem Vater führt dies zu einem unerfüllten Bedürfnis, das sich bis in das spätere Leben als Frau hineinziehen kann - und nur schwer kompensieren lässt. Auch wenn der Drang danach oft groß zu sein scheint.

Mädchen mit unerfüllten Vaterbeziehungen werden zu Frauen die nach Anerkennung anderer Männer streben. Die Bindungsversuche, die für kleine Mädchen nur natürlich sind, werden bei diesen Frauen also einfach und scheinbar unbewusst in die Zukunft verlagert. Frühe zwischenmenschliche Erfahrungen mit (meist) älteren Männern sind oftmalige Folge dieser schwierigen Vater-Tochter-Beziehung.

Heranwachsende mit einer schwachen Persönlichkeit und einem nur geringen Selbstbewusstsein sind prädestinierte Cliquenmitglieder die Drogen und Alkohol meist früh und in rauen Mengen ausprobieren.

Hintergrund ist auch hier wieder das schwache Selbstbewusstsein, dessen Stärkung scheinbar ein fast krankhafter Wunsch ist. Immer auf der Suche nach der Bestätigung der eigenen Person, deren Nicht Vorhandensein eine scheinbar klaffende Wunde im Herzen dieses Mädchens hinterlassen hat.

Der Wunsch nach Bestätigung

Der Wunsch nach Bestätigung ist dabei oftmals größer als der des eigenes Wohlbefindens. Nicht umsonst verharren viele verlassene Töchter in Beziehungen die ihnen nicht gut tun - die Co-Existenz ist geboren. Das eigene Verhalten wird gekoppelt an die Wünsche des Partners. "Bitte hab mich einfach nur lieb. Alles andere ist egal!"

Mädchen, die mit einer liebevollen, aufrichtigen und gleichwertigen Vater-Tochter-Bindung gesegnet sind, tragen meist keinen gesteigerten Wunsch nach Bestätigung in sich. Vielmehr ist es die Gewissheit, dass sie geliebt und anerkannt werden, die sie gegen zwielichtige Bestätigungsrituale und dem Anbiedern gegenüber Männern resistent machen.

Es gibt eine These deren sich scheinbar alle Psychologen bewusst sind: Die Beziehung zum eigenen Vater trägt eine Frau durch ihr ganzes Leben und es ist beinahe erschreckend wie große Kreise dies ziehen kann.

"...und am Ende bin ich doch auch nur eine Tochter, die von Ihrem Vater geliebt werden will. So wie es alle Töchter möchten und so wie es alle Töchter verdienen!"

Bedingungslos.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V." möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen."Details findet ihr hier.

Ihr könnt auch einfach Zeit spenden: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

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