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So überzeugen Lehrer, Ausbilder und Trainer zu 55% erfolgreicher

26/08/2015 14:49 CEST | Aktualisiert 26/08/2016 11:12 CEST

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Ich gehöre zu den Menschen, die für ein neues Produkt, eine Behauptung, neue Technik und so weiter überzeugt werden dürfen. Das bedeutet entweder, dass ich zum Beispiel die neue Technik ausprobiere und somit feststelle, ob diese wirklich so gut ist oder nicht, oder, jemand überzeugt mich durch fundierte und glaubwürdige Aussagen.

Somit bin ich als Trainerin natürlich genauso gestrickt. Das, was ich sage, kommt nicht von ungefähr :-) ... Alles habe ich wirklich getestet und für gut oder sogar sehr gut befunden.

Warum mich bisher Aussagen überzeugt haben, weiß ich jetzt und Sie auch nach diesem Blog :-).

Immer wieder interessant finde ich in unserem Ausbildungs-Modul "Macht der Sprache" in unserer "Triple-Ausbildung" die Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die verschiedensten Erkenntnisse zu bestimmten Wörtern und Formulierungen.

Und heute geht es um eine Steigerung Ihrer Überzeugungskraft als Lehrer, Trainer und Ausbilder um 55%.

Ja, Sie lesen richtig: 55% erfolgreicher überzeugen und sogar Zustimmung erhalten durch ein kleines Wörtchen: "weil"

Somit kann ich heute sagen, dass das Zauberwort nicht "bitte" und auch nicht "aber flott" ;-) ist, sondern "weil".

Das sage ich nicht nur, sondern ich wende es in allen Lernerfolgs-Trainings, Coachings und Coach-Ausbildungen auch absolut erfolgreich an.

Und dieses Wissen darüber habe ich von Vera F. Birkenbihl - aus einem ihrer genialen und auf den Punkt gebrachten Vorträgen.

Erstaunliches zu dem Wörtchen "weil" - eine Studie

Sie erwähnte darin, dass die Psychologin und Professorin für Psychologie Ellen Langer bereits 1989 eine kleine Studie zu dem Wörtchen "weil" durchführte.

Das Experiment verlief so:

Es war die Zeit zu der Kopierer noch sehr neu, teuer und stark gefragt waren. In einer langen Schlange standen viele Studenten, um Unterlagen zu vervielfältigen. Ellen Langer schickte eine Versuchsperson mit den Worten: "Darf ich bitte zuerst an den Kopierer" an das Ende der Warteschlange.

In 60% der Fälle stimmten die Personen zu und ließen die Testperson vor.

Nun wollte Ellen Langer den Erfolg des Wortes "bitte" testen und ließ es beim nächsten Versuch einfach weg. Der Proband wurde erstaunlicherweise ähnlich oft zustimmend vorgelassen. Somit stellte sie fest, dass das Wort "bitte" nur sehr geringe Auswirkungen hatte.

Als nächstes testete Ellen Langer die Aussage: "Darf ich bitte zuerst an den Kopierer, weil ich es sehr eilig habe?"

Das Resultat war erstaunlich. Das Ergebnis lag bei 94% Zustimmung durch den Zusatz "weil ich es sehr eilig habe".

Und das Erstaunen wurde noch getoppt. Elena Langer testete nach dieser hohen Zustimmungsquote, die ja vermutlich durch "weil" ausgelöst wurde, diese Frage: "Darf ich bitte zuerst an den Kopierer, weil ich ein paar Kopien machen muss?"

Selbst mit dieser abstrusen Begründung, die ja keinen wirklichen Grund beinhaltete (denn Kopien wollten ja alle anfertigen), lag die "Zustimmungsquote-Quote" bei sensationellen 93%.

Unglaublich, oder?

Wir lieben Begründungen für unser Tun und Handeln

Somit kam Ellen Langer zu dem Ergebnis, dass "weil" ein erfolgreiches Wort der menschlichen Beeinflussung ist.

Wir Menschen lieben es, Begründungen für unser Tun und Handeln zu haben. Aus diesem Grund reagieren wir alle so positiv auf dieses Zauberwort.

Wie toll und wertvoll, dieses Hintergrundwissen zu haben.

Sind Sie als Lehrerin oder Lehrer tätig, dann bauen Sie häufiger das Zauberwort "weil" in Ihre Argumentationen und Ausführungen ein. Sie werden garantiert einen Unterschied in der Zustimmungs-Quote Ihrer Schülerinnen und Schüler bemerken.

Wir trainieren regelmäßig mit Schülern den einfachen Lernerfolg und sprechen aus Erfahrung - genial, wie dieses Wort wirkt. Natürlich sollten Sie sinnvolle Gründe nach "weil" anführen :-).

Garantiert unterstützt dieses Wörtchen in jeglicher Kommunikation, so zum Beispiel Ausbilder in ihren Unterweisungen mit ihren Auszubildenden. Die Auszubildenden werden das Gesagte deutlich leichter annehmen. Das erleben wir regelmäßig in unseren AZUBI-Workshops.

Alle Trainer, die regelmäßig Seminare, Vorträge oder Workshops durchführen, dürfen das Wort "weil" häufiger anwenden und Ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden bestimmt noch mehr aus Ihrem Training mitnehmen und vor allem annehmen.

Und wenn Sie schon fleißige "Weil-Anwenderin" oder "Weil-Anwender" sind, dann wissen Sie jetzt, warum Sie immer so überzeugend wirken. Gratulation :-)!

Sagen Sie mir, wie erfolgreich "weil" bei Ihnen wirkt!

Ich freue mich über Ihr Feedback, nachdem Sie es ausprobiert haben. Schreiben Sie an info@genialico.de oder hier in den Kommentar.

Bis bald in unserem nächsten Tipp für Lehrer, Trainer und Ausbilder (und alle Interessierte)

Ihre

Alexandra Aldinger

P.S.: Übrigens funktioniert dieses Wörtchen auch im Marketing-Bereich!

P.P.S.: Dieses Wissen hilft Ihnen in jeglicher Kommunikation - egal ob privat, beim Ein- und Verkaufen oder im Büro :-)


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